Briefe an die Bundeskanzlerin, Kurt Beck, ...
die uns von den Verfassern freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden


31.12.2010
Sehr geehrte Frau Merkel,
sehr geehrter Herr Ramsauer,

vor ein paar Tagen hat der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft darauf aufmerksam gemacht, dass die Polizeikräfte im ganzen Land immer häufiger gezwungen sind, politische Entscheidungen durchzusetzen, die immer mehr Menschen nicht billigen und nicht vertreten. Der Bau des Hochmoselübergangs bei Zeltingen ist eine solche Entscheidung. Er zerstürt eine über viele Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft und kostet enorm viel Geld, das an anderer Stelle fehlt (ein Beispiel: die meisten Kommunen konnten im bisherigen Winter aus Kostengründen ihre Straßen nicht ange­messen räumen). Auf der anderen Seite erschließt sich dem interessierten Bürger kaum der Nutzen dieser Infrastrukturmaß­nahme. Wozu also das ganze? Bitte nutzen Sie Ihr politisches Gewicht, um sich gegen den Bau des Hochmoselübergangs einzusetzen. Es wäre ein wichtiges Signal für die Menschen in Deutschland und gegen die zuneh­mende Politikverdrossenheit im ganzen Land.

Freundliche Grüße
Markus Schwind
Frankfurt


08.12.2010
Sehr geehrter Herr Ramsauer,

ich möchte Sie hiermit bitten, den Bau der B50 sofort einzustellen und das ökonomisch und ökologisch schwachsinnige Projekt zu stoppen. Auch hier wie bei Stuttgart21 gibt es weder eine verkehrliche Notwendigkeit noch eine andere Erklärung, die im Ansatz jegliche Rechtfertigung dieses Projektes erklären ließe. Sie zerstören mehr als Sie gewinnen. Ist das Ihre Art von Verkehrspolitik ? Hauptsache genehmigtes Geld verbaut ? Mit welcher scheinheiligen Arroganz werden Verkehrsprojekte dieser Art als "fortschrittlich" bezeichnet ? Ich dachte, die CSU betrachtet sich als wertkonservativ. Besinnen Sie sich auf diese Stärke !

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Ilg
79102 Freiburg


08.12.2010
Sehr geehrter Herr Beck,

ich möchte Sie hiermit bitten, den Bau der B50 sofort einzustellen und das ökonomisch und ökologisch schwachsinnige Projekt zu stoppen. Auch hier wie bei Stuttgart21 gibt es weder eine verkehrliche Notwendigkeit noch eine andere Erklärung, die im Ansatz jegliche Rechtfertigung dieses Projektes erklären ließe. Sie zerstören mehr als Sie gewinnen. Ist das Ihre Art von Verkehrspolitik ? Hauptsache genehmigtes Geld verbaut ? Mit welcher scheinheiligen Arroganz werden Verkehrsprojekte dieser Art als "fortschrittlich" bezeichnet ? Ich dachte, die klugen Köpfe der SPD betrachten sich als wertkonservativ. Besinnen Sie sich auf diese Stärke !

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Ilg
79102 Freiburg


08.12.2010
Sehr geehrte Frau Klöckner,

ich möchte Sie hiermit bitten, den Bau der B50 sofort einzustellen und das ökonomisch und ökologisch schwachsinnige Projekt zu stoppen. Auch hier wie bei Stuttgart21 gibt es weder eine verkehrliche Notwendigkeit noch eine andere Erklärung, die im Ansatz jegliche Rechtfertigung dieses Projektes erklären ließe. Sie zerstören mehr als Sie gewinnen. Ist das Ihre Art von Verkehrspolitik ? Hauptsache genehmigtes Geld verbaut ? Mit welcher scheinheiligen Arroganz werden Verkehrsprojekte dieser Art als "fortschrittlich" bezeichnet ? Ich dachte, die klugen Köpfe der CDU betrachten sich als wertkonservativ. Besinnen Sie sich auf diese Stärke ! Erhalten Sie diese einzigartige Kulturregion und opfern Sie diese unserer Kinder willen nicht dem (verbeamteten) Strukturkapitalismus.

Mit freundlichen Grüßen und meinen besten Wünschen zur Vorweihnachtszeit
Dieter Ilg
79102 Freiburg


08.12.2010
Sehr geehrter Herr Hering,

ich möchte Sie hiermit bitten, den Bau der B50 sofort einzustellen und das ökonomisch und ökologisch schwachsinnige Projekt zu stoppen. Auch hier wie bei Stuttgart21 gibt es weder eine verkehrliche Notwendigkeit noch eine andere Erklärung, die im Ansatz jegliche Rechtfertigung dieses Projektes erklären ließe. Sie zerstören mehr als Sie gewinnen. Ist das Ihre Art von Verkehrspolitik ? Hauptsache genehmigtes Geld verbaut ? Mit welcher scheinheiligen Arroganz werden Verkehrsprojekte dieser Art als "fortschrittlich" bezeichnet ? Ich dachte, kluge Köpfe betrachten sich als wertkonservativ. Besinnen Sie sich auf diese Stärke !

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Ilg
79102 Freiburg


06.09.2010
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

seit den 1980er Jahren äußert der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz seine Besorgnis über die Auswirkungen des o. g. Vorhabens auf das kulturhistorisch besonders wertvolle Moseltal. ...

Der Ausbau der B50 und vor allem der Bau der Hochmoselbrücke führen zu einem vollständigen Bruch in der Entwicklung einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft, deren bisherige Gestalt von einer sukzessiven und vor allem nachhaltigen anthropogenen Überprägung bestimmt ist. ...

Es ist zu befürchten, dass im Zuge der Bauarbeiten auf dem „Moselsporn“ weltberühmte Spitzen-Weinlagen durch Beeinflussung der Wasserversorgung in ihrem Wert erheblich beeinträchtigt werden. ...

Eine mögliche Chance auf eine Aufnahme der Region in die Liste des „UNESCO-Weltkulturerbes“ dürfte durch den Hochmoselübergang deutlich erschwert werden. ...

Der Neubau der B50, vor allem der Hochmoselübergang, stellen einen erheblichen Eingriff dar, dessen weitreichende Folgen trotz langem planungsrechtlichen und -technischen Vorlauf nur schwerlich abzuschätzen sind. ...

Mit freundlichen Grüßen
Frithjof Kühn
Vorsitzender
Dr. Heike Gregarek
Geschäftsführerin
ganzer Brief


08.06.2010
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Beck,

ich bin Rechtsanwalt, Gernegutesser, Weintrinker und Vater von zwei Töchtern. Die Leidenschaft fürs Kochen und Weintrinken teile mit Herrn Dr. Maly, unserem Oberbürgermeister.
An der Mosel war ich noch nie. Das möchte ich aber gerne noch einmal nachholen. Im Slowfood-Magazin habe ich über den geplanten Bau dieser Brücke gelesen. Jetzt müssen wir ja bekanntlich nächstes Jahr 11 Milliarden sparen. Ich frage mich, welche Gründe gewichtiger sein sollen, als der Erhalt einer Kulturlandschaft, um die uns auf der Welt viele beneiden? Sind wir doch ehrlich: wäre diese Brücke unbedingt nötig, weshalb wurde sie dann nicht vor dreißig Jahren gebaut?
Was wir heute brauchen sind Einsparungen bei den Staatsfinanzen und ein guter Riesling. Beides sind wir unseren Kindern schuldig. Und nicht neue Brücken.

Mit freundlicher Hochachtung
Michael Eitel, Nürnberg


27.05.2010
(an alle Fraktionsvorsitzenden)
Mit diesem Schreiben moechte ich an Sie und die Mitglieder Ihrer Fraktion appellieren, sich fuer einen sofortigen Baustopp und Ende des Projekts Hochmoseluebergang weiterhin einzusetzen, obwohl die Bauarbeiten inzwischen begonnen haben. So weit ich den entsprechenden Meldungen entnehmen konnte, wird das Bauprojekt Hochmoseluebergang im Bundestag nochmals thematisiert werden, aufgrund der hohen Zahl an Unterzeichnern, die sich in einer oeffentlichen Petition gegen das Projekt erklaert haben und ich hoffe, dass ich das nicht missverstanden habe. In jedem Fall bitte ich Sie, sich fuer eine Neudiskussion dieses grotesken Bauvorhabens einzusetzen.

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz versucht in ihren Reaktionen den Eindruck zu erwecken, dass es ein kleiner Kreis ansonsten weltfremder "Weinkenner" sei, der - ungerechtfertigterweise - gegen ein Projekt protestiere, dass die Mosellandschaft, laut der Landesregierung, NICHT zerstoere und keinen nachhaltig-destruktiven Einfluss auf die ansaessigen Weinbaugebiete von Weltrang haben werde. Zum letzteren ist zu sagen, dass schon wenig Beschaeftigung mit dem Thema einem klarmacht, dass nicht nur das Mikroklima der Weinberge in Mitleidenschaft gezogen wird, sondern dass sogar die Gefahr einer Erosion kompletter Weinbergshaenge besteht, also eine irreparable Zerstoerung einer durch Jahrtausende entstandenen Kulturlandschaft. Des weiteren ist es schlicht pathologisch weltfremd anzunehmen, dass ein Betonungetuem wie die in den 60er Jahren geplante Moselbruecke die Wirkung der Mosellandschaft unangetastet lassen wird.

Tatsaechlich geht es hier aber um wesentlich mehr, als die Partialsorgen einer Elite von "Kennern", auch wenn das verheerende Signal, dass dieses Bauprojekt international gibt (Ja, der deutsche Riesling ist einer der weitreichendsten kulturellen Botschafter, die wir derzeit haben), nicht vernachlaessigt werden darf. Landschaft und das Erlebnis von Landschaft betrifft nicht nur einen kleinen Kreis von Freunden deutschen Rieslings, sondern steht allen zur Verfuegung, die mit offenem Sinn der landschaftlichen Schoenheit gegenuebertreten. Als eine durch den Weinbau gepraegte Kulturlandschaft hat das Moseltal eine ueberregionale Bedeutung als Teil des kulturellen Erbes Deutschlands. Ein kulturelles Erbe bester Art, da es nicht in einschuechternden Museumsbauten sich einem kleinen Kreis von Gebildeten vorbehaelt, sondern offen fuer alle ist und so entscheidende gesellschaftlich-integrative, positiv identitaetsstiftende Funktion entfaltet. Und gerade letzteres scheint mir Deutschla nd, angesichts der negativen Bevoelkerungsentwicklung, mehr zu benoetigen als die Zubetonierung weiterer Landschaft.

Der Hochmoseluebergang wird das natuerliche Landschaftsbild schmerzhaft zerreissen, die gewachsende Verbindung der ansaessigen Menschen mit 'ihrer' Landschaft unterbrechen und so den Weg freimachen fuer eine schleichende Industrialisierung. Besonders in Hinblick auf Zuwanderungs- und Integrationspolitik waere es wichtig, einen vertraeglicheren und nachhaltigeren Einsatz der Haushaltsmittel zu finden und so zu einer Integration von Menschen, Landschaft und wirtschaftlichen Anliegen zu kommen, die nicht nur eine oekonomische, sondern eine Lebensperspektive fuer ansaessige und hinzukommende Buergerinnen und Buerger bietet.

Ich unterrichte zur Zeit als Doktorand im German Program der Johns Hopkins University Deutsch fuer Collegestudenten und ich frage Sie: Wie soll ich guten Gewissens meinen Studenten die Komplexitaet und Nuancenvielfalt des unuebersetzbaren Wortes 'Heimat' erklaeren, wenn ich weiss, dass selbige in Deutschland selbst verschandelt und totbetoniert wird? Wie soll ich weiterhin guten Gewissens zu meinen Studenten von der Pionierfunktion Deutschlands in Umweltschutz und Nachhaltigket reden, wenn mit der Moselbruecke ein Umgetuem aus den 60er Jahren wachgerufen wird, dass jede Form von Nachhaltigkeit und Respekt vor der Landschaft mit (Dinosaurier)fuessen tritt? (Dazu lege ich Ihnen auch den offenen Brief Sarah Washingtons ans Herz: http://mobile-radio.net/bridge.html )

Ich appelliere an Sie, sich fuer einen sofortigen Baustopp des Hochmoseluebergangs einzusetzen und nicht nur den wirtschaftlichen Schaden fuer den deutschen Weinbau, sondern auch den kulturellen und gesellschaftlichen Schaden fuer Deutschland, den dieses Projekt nach sich ziehen wird, zu verhindern. (Die hinter dem Projekt stehende abgrundtiefe Kulturverachtung zeigt sich ja auch darin, dass das Rheinland-Pfaelzische Verkehrsministerium damit prahlt, dass der Koelner Dom unter der Bruecke bequem Platz faende; ein Groessenwahn, dessen Zeit man in Europa vorueber meinte.)

Mit freundlichen Gruessen,
Malte Wessels


12.05.2010
Dear Minister Hendrik Hering:

I am appalled at the Mosel Bridge project at Uerzig, which I read about today in the New York Times.
I rode along the Mosel last year on my bike and, for heaven's sake, there have to be better ways to spent 500 Million Euros than to build an ugly bridge. Do we need to destroy every last bit of untouched landscape for the sake of the automobile?
I consider this project to be nothing other than insane, and a gross misappropriation of taxpayers' money.

Best Regards,
Dr. Patrick Schnell
260 Bond Street
Brooklyn, NY, 11217
USA


09.04.2010

Sehr geehrte Bundeskanzlerin Frau Merkel!
Wahrscheinlich wissen Sie bereits, worum es unter dem Stichwort "Hochmoselübergang" geht, da sich schon lange, aktuell aber verstärkt, Widerstand gegen das Bauprojekt regt.
Ich selbst bin an der Mittelmosel geboren und aufgewachsen, lebe seit 15 Jahren aber in Münster. Gerade dadurch habe ich die Kulturlandschaft und Natur in meiner Heimat neu schätzen gelernt. Mir ist es nicht gelungen, in Münster und der weiteren Umgebung annähernd schöne Wandermöglichkeiten zu finden wie an Mosel, Eifel und Hunsrück. Gerade das flache Münsterland ist sehr zerschnitten und es ist nicht möglich, eine halbe Stunde am Stück spazieren zu gehen ohne eine Autostraße zu hören oder zu queren. Es sollte ein ernsthaftes Anliegen gerade auch des Staates für seine Bürger sein, im stark besiedelten Deutschland mit seinem dichten Straßennetz die wenigen Ecken und Regionen zu schützen und zu erhalten, die Erholung vom anstrengenden Leben in der industrialisierten und von wirtschaftlichen Interessen dominierten Welt bieten können. Wir brauchen diese Erholungsräume dringend, in denen man noch die Vielfalt der Natur bestaunen und erleben kann. Was mich besonders wütend macht ist, dass der Hochmoselübergang ja nicht einmal unter wirtschaftlichen Aspekten lohnend ist, sondern nur teuer und überflüssig. Die Moselregion wird immer hauptsächlich von Weinbau und Tourismus leben, ihre Schönheit und ihr Charme sind ihr wirkliches Kapital und der Vorteil, den sie im Moment noch hat. Bitte helfen Sie deshalb, diese unwiderrufliche Bausünde aufzuhalten, die der Region nur Nachteile bringt!
Mit freundlichen Grüßen
Julia Schmitt


26.02.2010
(Offener Brief an Weinbauminister Hering)

Sehr geehrter Herr Minister,
Ihre Einladung an mich habe ich diesmal mit zwiespältigen Gefühlen erhalten: Die weltweit hohe Anerkennung des Riesling, auf die Sie in Ihrem Schreiben an mich richtig hinweisen, ist das Ergebnis von weit über tausend Jahren Weinkultur in Mitteleuropa, Deutschland, gerade auch in den großen Weinlagen von Rhein, Mosel und Nahe in Rheinland-Pfalz. An der zeitgemäßen Pflege dieser Weinkultur habe ich mich immer wieder nach Kräften, mit Freude und Engagement beteiligt. So habe ich von Anfang an, damals noch unter der Aegide des Ministers Bauckhage, engagiert in der Masterjury von Best of Riesling mitgearbeitet.
Gerade deshalb habe ich vor einiger Zeit mit großer Enttäuschung, ja Entsetzen erfahren, dass Sie im Herzen der Mittelmosel eine riesige Autobahnbrücke geplant haben - verbunden mit einer starken Schädigung der sich anschließenden naturnahen Erholungslandschaft, insbesondere der natürlichen Wasserversorgung der großartigen Riesling-Spitzenlagen von Bernkastel, Graach, Wehlen und Zeltingen, auf die wir alle stolz sein sollten.
Es ist offenkundig, dass ein solcher gewaltiger Eingriff in die Ökostruktur des Moseltales nicht folgenlos für die dortigen Rieslinglagen von Weltruf bleiben würde.
Dass Sie darüber hinaus das einzigartige Landschaftsbild der Mittelmosel mit einer solchen monströsen Brücke zu zerstören gedenken, halte ich für unverantwortlich.
Sie als Weinbauminister verantworten politisch den Erhalt und die Pflege der weltbekannten Rieslinglagen von Rhein, Mosel und Nahe und der entsprechenden Kulturlandschaft.
Sehr geehrter Herr Minister, ich bin nicht bereit, mich mit meiner Fachkompetenz und Leidenschaft für Rieslingwein ehrenamtlich in den Dienst Ihres Ministeriums zu stellen, wenn die Ressourcen deutscher Weinkultur derart missachtet werden.

Mit freundlichen Grüßen
Georg Mauer


1.12.2009
(Kopie eines Briefes an Kurt Beck und Hendrik Hering)

Sehr geehrter Ministerpräsident,
sehr geehrter Herr Verkehrs-, Wirtschaft-, Landwirtschafts- und Weinbauminister,
die Studie von HERRIG "Die zu erwartenden Auswirkungen der Projektes A60/B50 des Bundesverkehrswegeplans auf die Erreichbarkeitsverhältnisse in den Räumen Brüssel/Lüttich, Rheinland- Pfalz und Rhein-Main" kommt zu dem Schluss, dass die moderaten Zeiteinsparungen sowie die geringen zu erwartenden Verkehrsströme den Bau nicht rechtfertigen. Neuansiedlungen sind nur in kleinem Umfang zu erwarten. Die Studie erfüllt alle wissenschaftlichen Kriterien. Die Zeiteinsparungen sind durch inzwischen getroffenen Baumaßnahmen noch geringer geworden, die Siedlungsdichte, die ein Merkmal zur Abschätzung des Verkehrsstroms ist, auch. Demgegenüber sind die Einnahmen (auch Steuergelder) durch Tourismus an der Mosel gestiegen. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass die B50neu den Tourismus fördern wird, im Gegenteil. Sie geben gigantische Summe aus, ohne ausreichenden Grund. Sie riskieren zusätzlich Steuermindereinnahmen in der Region. Arbeitsplätze werden in der Region durch die Baufirmen nicht oder kaum geschaffen, und wenn ja nur vorübergehend.
Demgegenüber werden dauerhaft Arbeitsplätze im Tourismus abgebaut. Die Umwelt wird massiv geschädigt, die Ausgleichsmaßnahmen können nie den Verlust der Weinqualität der Weltspitze-Rieslingweinlagen wettmachen! 11 Ortschaften an der Moselschleife verlieren ihr Naherholungsgebiet, welches von zahlreichen Gästen genutzt wurde. Ich leite dort Walkinggruppen mit Gästen und Einheimischen. Das wird in Zukunft wohl nicht mehr möglich sein: Zunächst die Bauarbeiten, dann der Verkehr und die Durchschneidung des Gebietes. Die Gebiete auf der anderen Moselseite eignen sich aufgrund der Wegführung, Sonnenstand und Steigungen nicht.
Ich möchte von Ihnen wissen, was Sie zu diesem Tun veranlasst. Sie kennen doch die Studie. Welche Gegenstudien haben Sie? Bitte mailen Sie mir die, oder die Quellenangaben dazu, einmal zu! Und das alles auf Pump! Es ist unfassbar, wie viel Schaden man mit einem "Konjunktur!"paket anrichten kann. Das ist ein Umwelt- und Kultur- und Geldvernichtungspaket!
Sie bringen den Flugplatz Hahn häufig als Argument. Aber: Rynair hat unser Land doch schon genug erpresst. Wir kommen doch schon mit EU- Recht in Konflikt. Sie müssen sich doch nicht noch tiefer in die Abhängigkeit begeben. Sollten Sie an das Cargo-Geschäft denken: Die o.g. Studie kommt ganz eindeutig zu dem Schluss, dass es kaum Neuansiedlungen geben wird. Wenn jetzt noch der Airport Bitburg ausgebaut wird, ist das Argument ja auch noch weiter geschwächt.
Und: Ich muss es noch einmal ganz klar erwähnen: Die Bevölkerung hier ist mehrheitlich gegen die Brücke, auch wenn nicht jeder protestiert. Viele werden Grün wählen, weil diese Partei den Baustopp unterstützen. Sie werden bei der nächsten Wahl ihr blaues oh pardon, nein grünes Wunder erleben, wenn nicht schleunigst innegehalten wird. Es kann mit einem Baustopp noch viel Geld gespart werden und beispielsweise in den Schienenausbau gesteckt werden. Herr Hering, nicht immer zeugt es von Klugheit, die Politik der Vorgänger weiterzuführen. Manchmal ist es klug, nachzudenken und falsche Politik zu stoppen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Elisabeth Reis, Zeltingen-Rachtig


20.11.2009
(Kopie eines Briefes an Kurt Beck)

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
mit Entsetzen haben meine Frau und ich zur Kenntnis genommen, welches Bauvorhaben zum Nachteil der Mosellandschaft durchgeführt werden soll.
Die Brücke über die Mosel wird mehr Nachteile für Bevölkerung der Region bringen als Nutzen. Den Nutzen hat nur der "durchfahrende Verkehrsteilnehmer", der seine Aussicht für ein paar Minuten von dieser Brücke genießen kann und etwas Zeit einspart.
Meine Frau und ich sind in diesem Jahr an der Mosel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Wir genossen die Landschaft der Mosel mit ihren Orten. Aber auch mit dem "Dampfer" haben wir die Mosel befahren.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Idylle und Harmonie, die wir hier erlebt haben, plötzlich durch das Vorhandensein dieses Betonklotzes von Brücke unterbrochen wird.
Wir hegen die Hoffnung, dass die Einsicht siegt, hier keinen unwiederbringlichen Schaden am Moseltal anzurichten, nur weil es vielleicht den wirtschaftlichen Interessen von Leuten dient, die selbst gar nicht einschneidend und unwiederbringlich von den Maßnahmen des Brückbaues betroffen sind.
Für das Land Rheinland-Pfalz wäre der Brückenbau ein Frevel an der Heimat.

Mit freundlichen Grüßen
Brigitte und Werner Gartinger


8.11.09
(Kopie eines Briefes an Kurt Beck)
Betr: Hochmoselbrücke B 50

Sehr geehrter Herr Beck!
Im Oktober d.Js. Haben wir Urlaub in Bernkastel gemacht, haben aber auch die in der Nähe liegenden Weinorte besucht und uns an der herrlichen Landschaft erfreut. Nun soll diese überdimensionale Brücke da hingestellt werden. Dagegen lege ich mein Veto ein. Ich bin Lehrer für Geografie, Biologie pp. Ich unterrichte die Schüler gelegentlich auch über Sinn und Unsinn von Großbaumaßnahmen.
Über den Bau dieser Brücke bin ich entsetzt. Ich habe tagelang schlechte Laune gehabt, weil ich mich hilflos und ohnmächtig fühle, um diesen Bau zu verhinden. Alles, was ich dazu lesen konnte, spricht gegen den Bau der neuen Moselbrücke: Der Flughafen Hahn ist ausreichend erreichbar, wie es heute ist. Die Kulturlandschaft Mittleres Moseltal ist einzigartig und unbedingt erhaltenswert, wie es jetzt ist. Meiner Meinung nach liegt das Wohl der Allgemeinheit nicht im Brückenbau, sondern im Erhalt der Kulturlandschaft !
Ich habe keine ausreichende Begründung lesen können, warum diese unglaublichen Millionensummen verpulvert werden sollen für eine Brücke, die doch nur wenige brauchen. Warum, bitte, will das Land diese Brücke haben?
Um den Unternehmern lukrative Aufträge erteilen zu können??
Da rutscht meine SPD aber wirklich zu weit nach rechts.

Mit freundlichen Grüßen gez. Gerald