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Trierischer Volksfreund, 11.1.2012

Hochmoselübergang: Neuer Streit um Standsicherheit

Dr. Johannes Feuerbach: "Das ist Wahnsinn."
... Er und sein Team des Instituts "Geo International" aus Mainz haben im Auftrag der Bürgerinitiative Pro Mosel Unterlagen ausgewertet und sich das Gelände angeschaut, auf dem die rund 160 Meter hohe Brücke das Moseltal überspannen soll. ...
Das eng mit der Mainzer Universität verbundene Institut kommt in seiner Stellungnahme zum Schluss, dass aufgrund des "sehr schwierigen Baugrundes mögliche Trassenvarianten auf ihre Wirtschaftlichkeit hin" hätten untersucht werden müssen. Laut Institut sei es riskant, "die Trasse bis in unmittelbare Nähe des nicht ausreichend erkundeten Baugrunds zu führen." Feuerbach sagt, dass mögliche Probleme mit dem Baugrund durch Stabilisierungsarbeiten behoben werden können. Dies sei jedoch mit hohen Kosten verbunden.

Das zuständige Infrastrukturministerium in Mainz sieht keinen Grund, aufgrund der bislang zur Verfügung stehenden Unterlagen des Gutachtens zu reagieren. Das hat ein Sprecher auf TV-Anfrage mitgeteilt. Das Ministerium hatte sich rund einen Monat Zeit für die Beantwortung der Fragen gelassen. ...


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FOCUS 52/01, 27.12.2011

Verzockt und verrechnet

Gleich zwei Bauprojekte hat die rheinland-pfälzische Regierung unter SPD-Ministerpräsident Kurt Beck, 62, vor die Wand gefahren. 330 Millionen Euro hat das Land in den schlecht besuchten Freizeitpark Nürburgring versenkt. ...

... Ärger hat Beck jetzt auch wegen des geplanten Hochmoselübergangs bei Ürzig. Die veranschlagte Bausumme von 360 Millionen Euro kam offenbar ohne ausreichende Prüfung des Untergrundes zu Stande. Eine Studie des Mainzer Instituts Geo International ergab, dass die Standsicherheit der 160 Meter hohen Brücke nicht zuverlässig garantiert werden könne. ...


Eifelzeitung, 21.12.2011

Institut befürchtet Mehrkosten für Hochmoselübergang

MdB Tabea Rößner fordert Erklärung von Bundesbauminister Ramsauer
Rößner erklärt: „Das sind keine Spitzfindigkeiten von Experten, sondern es offenbaren sich planerische Mängel, die zwei zentrale öffentliche Interessen berühren: die Sicherheit und die Kostenwahrheit. Die Anpassung der Bauausführung an die schwierigen geologischen Verhältnisse wird voraussichtlich zu erheblichen Mehrkosten führen.“
Die Bundestagsabgeordnete fordert Ramsauer auf, Stellung zu den Aussagen des Instituts zu nehmen und die voraussichtlichen Mehrkosten und das damit zusammenhängende Nutzen-Kosten-Verhältnis neu zu bewerten. Die neueste Geschäftsaussicht des Flughafens Hahn, dem wohl spätestens in vier Jahren wegen hoher Verbindlichkeiten die Insolvenz droht, stellt ebenso wie die Kostenerhöhung den Sinn des Bauprojektes in Frage. Brisanz birgt die Frage, ob der Bund oder das Land eventuelle Mehrkosten übernimmt.


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Süddeutsche Zeitung 29.11.2011

Endstation Referendum

... Um Ästhetik und Weinbau geht es bei der Kontroverse um den Hochmoselübergang. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz will mitten im Winzergebiet die Autobahnen 60 und 1 auf der einen und die A 61 auf der anderen Seite verbinden - mit einer vierspurigen Riesenbrücke im Zuge des Neubaus der Bundesstraße 50. Die Gegner der Autobahn auf Stelzen könnte man als eine Art Weltwutbürger bezeichnen: Internationale Weinexperten sehen den Traubenanbau in Gefahr. Außerdem hätten Touristen ein Interesse, die Idylle zu erhalten, sagt Georg Laska vom Bündnis Pro-Mosel.


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Trierischer Volksfreund, 11.10.2011

Gysi in Trier: Hochmoselübergang überflüssig

Der Linken-Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi (63) hat den im Bau befindlichen Hochmoselübergang als überflüssig bezeichnet. Die Trasse bei Zeltingen-Rachtig bringe keine Entlastung für andere Straßen und sei daher gerade in der jetzigen Zeit leerer Kassen nicht notwendig.


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N24, 6.10.2011

US-Weinkenner fürchten um Riesling

Die Hochmoselbrücke ist nicht nur in Deutschland ein umstrittenes Bauwerk. Der Mosel-Riesling gehört in den USA zu den beliebtesten Weinen. Zu beiden Seiten des Ozeans wird nun um die Reben gebangt.

... Gegner des Hochmoselübergangs, darunter Weinkritiker und Umweltschützer, fürchten, dass die Brücke irreparable Schäden an den Weinbergen verursacht. Bedeutende Lagen, so sind sich die Kritiker sicher, würden durch das 330-Millionen-Euro-Projekt zerstört. "Es gibt eine Bedrohung", schreibt Nathan Scherotter im Forum "Corkd", "diese Bedrohung ist vom Menschen gemacht und könnte die Weinlagen der Mosel-Region schädigen". ...


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Main-Spitze, 6.10.2011

Piratenpartei hat 10 Prozent mehr Mitglieder in Rheinland-Pfalz und Hessen

... In der Landespolitik gibt es einige Themen, die die Piraten besonders herausfordern - Nürburgring und Hochmoselübergang etwa. Keiner wisse genau, was da abgehe, mehr Transparenz sei unabdingbar. Alle Zahlen müssten auf den Tisch. ...


VON STEFANIE WIDMANN
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Rhein-Zeitung, 6.10.2011

Amerikanische Weinfreunde bangen um Mosel-Riesling

Washington - Für seine Weißweine ist Deutschland international bekannt. "Riesling ist einer der besten Weine der Welt - und ohne Frage kommt der großartigste Riesling aus Deutschland", schreibt etwa die "New York Times".

... Laut einer Umfrage auf der Internetseite des amerikanischen Weinclubs "German Wine Estates" ist die Moselregion mit 37 Prozent das beliebteste deutsche Weinanbaugebiet, im Weinfreunde-Forum "Corkd" wird über die Brücke und deren mögliche Konsequenzen diskutiert. Die Nutzer des Forums nennen das Moseltal "eines der renommiertesten Weinbaugebiete der Welt"; die Blogger sehen die Brücke als "Gefahr für den deutschen Riesling". ...


VON JENNY KALLENBRUNNEN
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Allgemeine Zeitung, 20.9.2011

Zankapfel Hochmoselbrücke: Lewentz gibt Zeitplan für umstrittenes Projekt bekannt

Die 160 Meter hohe und 1,7 Kilometer lange Brücke über das Moseltal bei Zeltingen-Rachtig ist den Gegnern ein Dorn im Auge. Sie prüfen nach Angaben einer Sprecherin rechtliche Schritte.
"Wir wollen den Stopp nach wie vor", sagte Elisabeth Reis von "Pro Mosel" der Nachrichtenagentur dpa. "Das Ding steht auf tönernen Füßen." Sie warnte vor Mehrkosten durch tektonische Probleme. Bei der Gründung der Brückenpfeiler auf der Eifel-Seite drohten Schwierigkeiten. Dazu komme die Wasserproblematik für Winzer. Außerdem solle die Bundesstraße 50 sehr knapp an der Abrisskante eines Hangs bei Graach weiterverlaufen, was Rutschgefahr auslösen könne, sagte Reis.


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SPIEGEL ONLINE, 9.9.2011

Bund legt große Bauprojekte auf Eis

Der Bundesregierung geht das Geld für neue Bahn- und Straßenprojekte aus. Das Verkehrsministerium will nun zahlreiche Bauvorhaben aus seinem aktuellen Fünfjahresplan streichen. Der Grund: Viele ältere Projekte sind noch nicht fertiggebaut und die Vorhaben werden immer teurer.


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www.bundestag.de, 09/2011

Im Bundestag notiert: Hochmoselbrücke

Über eine mögliche Kostensteigerung und den verkehrlichen Nutzen beim Ausbau der B 50 durch die Hochmoselbrücke will sich die Fraktion Die Linke in einer kleinen Anfrage (17/6891) informieren. So soll die Bundesregierung unter anderem über die aktuelle Kostenentwicklung informieren. Angesichts mittlerweile gut ausgebauter Alternativrouten werde das Kosten-Nutzen-Verhältnis des Bauvorhabens der Bundesstraße 50 von verschiedenen Seiten in Frage gestellt, begründet die Fraktion ihre Anfrage.


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The Riesling Revolutionary, 1.9.2011

The Monster of the Mosel


... a tale of sadness and woe, of lobbying and special interests, of political turncoats and misplaced trust. It is the story of how the monstrosity that is the Hochmoselübergang was given the green light. ...
I have no idea what Pro-Mosel and their allies may have up their sleeves, but whatever it may be, they can be sure to have the support of the Revolution!


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Eifelzeitung, 24.8.11

Hochmoselübergang – Bürgerinitiative fordert von allen Parteien:
Offene Diskussion im Landtag

... Auch die SPD wird daran erinnert, dass es einst Willi Brand war, der mit dem Motto "Mehr Demokratie wagen" Menschen begeisterte. Julia Klöckner (CDU) hatte im Übrigen bei einem Vorwahlkampftreffen mit der Bürger- und Winzerinitiative versprochen, sich für weitere Gutachten einzusetzen, insbesondere hinsichtlich der weinwirtschaftlichen, touristischen sowie der geologischen Probleme. ...


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taz, 14.8.2011

Revolten gegen "König Kurt"

... Und die Winzer an der Mosel machen weiter mobil gegen den Bau der Hochmoselbrücke. ...


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Eifelzeitung, 10.8.2011

Hochmoselbrücke wird ohne Standsicherheitsnachweis gebaut

... Man hat mit dem Bau ohne erdbebenbezogenen Standsicherheitsnachweis begonnen. Nicht vor dem Bau, sondern während und danach soll der zwingend notwenig vorgeschriebene erdbebenbezogene Standsicherheitsnachweis des eigentlichen Hochmoselbrückenbauwerks erfolgen. ...
... Wie es im LBM-Schreiben heißt, seien die zunächst anstehenden Arbeiten nicht von den Untersuchungsergebnissen dieses Lastfalls abhängig. Die Frage ist sicher berechtigt, ob diese Verfahrensweise den Europäischen Richtlinien für Bauwerke dieser Art entspricht.


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BUNTE, 29.6.2011

Winzer kämpfen gegen Brücke

Panik bei den Top-Weinbauern an der Mosel

Der von der rot-grünen Koalition in Mainz beschlossene Bau der Hochmoselbrücke oberhalb von Zeltingen-Rachtig gefährdet einige der besten Rieslinglagen der Welt (u.a. "Bernkasteler Doctor", "Zeltinger Sonnenuhr"). Das Mikroklima und insbesondere der Wasserhaushalt würden durch das Projekt negativ beeinflusst, sagen Experten voraus.


NZZ, 21.6.2011

Das Monster an der Mosel

Der Protest der Winzer und Umweltschützer gegen die Hochmoselbrücke geht weiter

... Da sind Weinliebhaber, die sich aus dem USA melden, und sie sind nicht die Einzigen auf der Welt. Der Protest gegen den Plan, eine gigantische Brücke über das romantische Moseltal zu bauen, ist mittlerweile international. ...


Süddeutsche Zeitung 18./19. Juni 2011

Im grünen Bereich

Es könnte alles so schön sein. ...

... Unten im Tal windet sich die Mosel. Trossen zeigt in die Landschaft, seit Tausenden Jahren wird hier Wein angebaut, hier liegen die besten Riesling-Lagen der Welt, Wehlener Sonnenuhr, Zeltinger Himmelreich. Gleich da unten wird Wein gemacht, den die Queen trinkt. Noch. Denn gleich da hinten will die Landesregierung von Rheinland-Pfalz für angeblich 331 Millionen Euro ein Ungetüm aus 25.000 Tonnen Stahl über das Moseltal legen, 158 Meter hoch, 1,7 Kilometer lang - den Hochmoselübergang. Und die Landesregierung, die ist jetzt rot-grün.

... Jetzt schreiben internationale Zeitungen, dass man noch ins Moseltal reisen sollte, bevor die Deutschen den "großen Schatten der Nutzlosigkeit" drüberlegen über eines ihrer wertvollsten Weinbaugebiete. Sie sind voller Mitleid wegen des Frevels.

... Es gibt Menschen bei den Grünen, die fast zwanzig Jahre gegen diese Brücke gekämpft haben. Sie kennen die Gegenargumente: den instabilen Ürziger Hang, die Überdimensionalität der Brücke, die mögliche Verdreifachung der Kosten, die verkehrspolitisch überholten Rechtfertigungen für ein Bauvorhaben aus den sechziger Jahren. ...


VON KARIN STEINBERGER

greenpeace magazin, Juli-August 2011

Das Monster an der Mosel

Die Hochmoselbrücke ist das Stuttgart 21 von Rheinland-Pfalz. Nur, hier sind die Grünen vor der SPD schon eingeknickt. Sie konnten nicht verhindern, dass das Riesenbauwerk eine der ältesten deutschen Kulturlandschaften zerstört

... Dass ein Aus tatsächlich 95 Millionen Euro kosten würde, bezweifelt die Initiative. "Selbst wenn", ruft der Künstler Knut Aufermann. "Das ist so viel, wie die Sonnenblumen von van Gogh kosten. Die Grünen sind doch die Partei mit den Sonnenblumen." Wie viel ist das Moseltal wert? Der Bau jedenfalls, davon sind alle überzeugt, wird teurer als geplant. Die lokale Eifelzeitung schreibt bereits von mehr als einer Milliarde Euro. Zumindest eine Mediation hätten sich die Bürger gewünscht, und einen Stresstest - so wie in Stuttgart. "Sodass man mal die Fakten gegenüber sieht. Dann wäre klar geworden, dass mit dem Projekt was nicht stimmt", sagt Laska. "Eine Volksbefragung hätte man nicht mehr gebraucht." ...


VON KATJA MORGENTHALER UND HEINRICH VÖLKEL (Fotos)
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Zeo2 (Magazin für Umwelt, Politik und Neue Wirtschaft), Ausgabe 3/2011

Kostenexplosion auf über eine Milliarde Euro erwartet

Widerstand gegen Hochmoselbrücke geht weiter

Der Widerstand gegen die heftig umstrittene Hochmoselbrücke geht weiter. Obwohl die Grünen in der neuen, SPD-geführten rheinland-pfälzischen Landesgierung das »überflüssige Wahnsinnsprojekt«, so die Wahlkampfrhetorik der Partei, nicht stoppen konnten, wollen Bürgerinitiativen und oppositionelle Winzer nicht aufgeben. ...


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Handelsblatt Online, 26.5.2011

Wenn die Autobahn durch den eigenen Garten führt

Behörden und Parlamente lassen Straßen bauen, für die es keinen Bedarf gibt. Die Umsetzung erfolgt nach Gutsherrenart. Ganze Regionen werden unbewohnbar, Immobilien unverkäuflich. Wie sich Bürger wehren können.

... Die neue Trasse soll direkt oberhalb der dichtesten Ansammlung von Moselspitzenlagen führen, bekannt sind etwa "Graacher Himmelreich", "Wehlener Sonnenuhr", "Bernkasteler Doctor", "Zeltinger Sonnenuhr". In der Moselschleife wird seit rund 2000 Jahren Weinbau betrieben. Doch nicht nur Winzer und Weinkenner haben gegen den irreversiblen Eingriff in die einzigartige Mosellandschaft mobil gemacht. Auch die Tourismusexperten sehen das Projekt skeptisch. Zwar wäre das Tal durch die neue Strecke besser erreichbar, aber gleichzeitig verlöre es seinen Reiz als Urlaubsziel. ...


VON MAREN KEBBEL
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yoopress.com, 17.5.2011

Kommentar zur Hochmoselbrücke:
Moselaner fühlen sich verraten und verkauft

... Den Grünen war es wohl lieber, ihre eigenen Interessen zu verteidigen, um an die Regierung zu kommen. Rückgrat fühlt sich anders an. Gegen Ministerpräsident Beck, der bei den letzten Wahlen eindeutiger Verlierer war (die SPD rutschte von 45,6 auf 35,7 Prozent ab und behauptete sich nur mehr knapp vor der CDU, die sich auf 35,2 Prozent steigerte), hätte man stärker auftreten können und müssen. ...


VON RUDOLF KNOLL
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xing.com, 17.5.2011

Rot-Grünes Brückengeschacher in Rheinland-Pfalz

... Erst im Laufe der Koalitionsverhandlungen habe man Einblick in den Stand der Auftragsvergaben und die aus einem Baustopp resultierenden Schadenersatzforderungen in Höhe von schwer glaubhaften 180 Millionen Euro nehmen können - die Brücke wird also gebaut. Die Standpunkte der in einer sich "Pro Mosel" nennenden, in einer gesunden Balance aus Sachlichkeit und Leidenschaft argumentierenden Bürgerinitiative zusammengeschlossenen Menschen, die sich die Grünen eben noch zueigen gemacht hatten, wurden dem Koalitionsdiktat, sprich dem Machthunger geopfert. ...


VON CHRISTIAN ELVERS
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TAZ, 14.5.2011

Das Monster von Ürzig

RIESLING Warum ein Brückenkoloss nicht nur das Moseltal bedroht, sondern auch den ganz besonderen Wein dort

... Ein Technokratenprojekt aus den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, das viele hier nur noch "das Monster" nennen. Der Widerstand gegen das Monster vereint kleine Winzer ebenso wie Bio- und Spitzenwinzer. ...
... Die zynische Pointe des Projekts ist, dass es ausgerechnet jene Winzer bestraft, die den zukunftsorientierten, nachhaltigen Weinbau betreiben, der die Umwelt und gewachsene Kulturlandschaft der Mittelmosel erhält. ...


VON TILL EHRLICH
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DIE ZEIT, Ausg. 20/2011

ZEITLÄUFTE

Kommentar von Benedikt Erenz

I l y a des juges à Berlin«, »es gibt noch Richter in Berlin«. So lautet die hübsche Pointe einer hübschen historischen Legende. Sie erzählt von einem Müller in Potsdam, der sich gegen Friedrich den Großen zur Wehr setzte und am Ende vor Gericht in Berlin obsiegte. Eine Legende, nichts weiter. Aber in der Pointe versteckt sich die ewige Hoffnung, dass die Gerechtigkeit die Macht in die Schranken weist, dass ein Richter den Souverän daran hindert, Unrecht zu tun. Dies ist die Zeit der Könige nicht mehr, der Souverän ist das Volk. Das Volk hatte die Wahl, und es geruhte in Rheinland-Pfalz, die alte Industrie-Partei SPCDU zu wählen (70,9 Prozent). Der Souverän also will diese grauenvolle Brücke über das Moseltal, wo einer der besten Weine der Welt wächst, will dieses Monstrum, das die Landschaft mit den uralten Rebhängen zerschneidet. Seine Majestät, das Volk, wünscht es, daran besteht überhaupt kein Zweifel. Aber wer die Modellzeichnung sieht, dieses angekündigte Verbrechen betrachtet, der fragt sich doch: Gibt es denn keine Richter mehr in Mainz?


Rhein-Zeitung, 9.5.2011

Grünen akzeptieren Vertrag trotz Hochmoselbrücke

Rheinland-Pfalz. Es wurde gekämpft, es wurde gestritten - und am Ende bekam die neue rot-grüne Landesregierung doch einen gewaltigen Vertrauensvorschuss von den 205 Delegierten. Beim außerordentlichen Grünen-Parteitag in Neuwied stimmten ganze 13 Delegierte gegen das Vertragswerk. Die Vorstandsvorsitzenden Eveline Lemke und Daniel Köbler wurden anschließend minutenlang vom ganzen Saal gefeiert.

... Die Bürgerinitiative Pro Mosel zeigte ihr Entsetzen darüber, dass der Hochmoselübergang nun doch gebaut werden soll. "Ich werde garantiert nie mehr Grün wählen", so der 77-jährige Mosel-Aktivist Helmut Körlings. "In unserer Region haben total viele Menschen Grün gewählt. Aber diese Leute fühlen sich verkauft und verschaukelt." ...


VON DIETMAR BRÜCK
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TAZ, 8.5.2011

Die Grünen machen alles mit

Trotz des Streits über die Hochmoselbrücke stimmen die Grünen auf dem Parteitag für das Vertragswerk. Von Jürgen Trittin gab es VON KLAUS-PETER KLINGELSCHMITT Lob für "Grünland-Pfalz".

... Richtig zur Sache ging es dann in der Aussprache, wobei die Grünen den Gegnern des Hochmoselübergangs fair Redezeit einräumten. Ökowinzer Rudolf Trossen etwa forderte einen "Stresstest" für die Brücke. Alle Zahlen müssten auf den Tisch, denn bislang sei man "nur belogen" worden. Seiner Partei warf er vor, in den Verhandlungen mit der SPD "ängstlich wie Schalke 04 gegen ManU" gespielt zu haben. Der Sprecher der BI Pro-Mosel, Georg Laska, rechnete danach vor, dass in die angeblich drohenden Regressforderungen Gelder mit eingerechnet wurden, die noch gar nicht angefallen seien - sowie Mittel für den ersten Bauabschnitt der B 50 n, der auch ohne die Brücke sinnvoll sei. Er appellierte an die Grünen, die doch die Bewahrer der Schöpfung sein wollten, den Vertrag abzulehnen und in Sachen Brücke ein Moratorium zu verlangen. ...


VON KLAUS-PETER KLINGELSCHMITT
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Frankfurter Rundschau, 6.5.2011

"Die Grünen haben sich vorführen lassen"

Der Bernkasteler Winzer Loosen über den Bau der Hochmoselbrücke, die Gefahren für die Weinberge und seine verhängnisvolle Wahlentscheidung

... Unser Importeur in Großbritannien hat ein Jahr lang unsere Flaschen mit einem Protest-Sticker verkauft. Die können alle nicht verstehen, wie leichtfertig in Deutschland eine Kulturlandschaft geopfert wird. Das wäre in Frankreich undenkbar. ...


Interview: KARL DOEMENS
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Frankfurter Rundschau, 5.5.2011

Ehrlich machen

Nur nicht zu viel versprechen, sonst platzt der Höhenflug in den Umfrageergebnissen. So wie in Rheinland-Pfalz: Dort wird die Moselbrücke kommen.

... In Rheinland-Pfalz zeigt sich nun, warum: Die Moselbrücke wird kommen. Das schmerzt, denn die Brücke war ein Symbol, das gibt auch Grünen-Chefin Claudia Roth zu. Werden die Grünen-Wähler nun den Unterschied goutieren zwischen dem Versprechen eines Bau-Stopps und dem Kampf dafür? ...


VON STEVEN GEYER
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DER TAGESSPIEGEL, 5.5.2011

Brückenbau bricht Brücken ab

Die Grünen wähnen sich unverwundbar - als wären sie längst eine Volkspartei. Doch zunächst einmal muss Landespolitik gemacht werden.

... Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, Kompromisse zu schließen. Das ist Politik. Doch anders als oft geschrieben sind die Grünen noch längst keine Volkspartei mit breiter Stammwählerschaft. Sicher sind ihnen nach wie vor nur die besserverdienenden Städter, die auch in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg das Gros der Wähler stellten. Sie können es sich daher nicht leisten, ihr altes Klientel zu verprellen. ...


VON ANNA SAUERBREY
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Eifelzeitung, 4.5.2011

Rot-Grün lässt die Katze aus dem Sack

Hochmoselübergang soll gebaut werden - die Mittelrheinbrücke nicht

... Mit dem Weiterbau des Hochmoselübergangs konnten die Grünen eine ihrer zentralsten Koalitionsfragen nicht durchsetzen. Der Hochmoselübergang wird weiter gebaut. Daniel Köbler, Landesvorstandssprecher der Grünen, sprach am Montag gar von der "größten Kröte" bei den Verhandlungen, die seine Partei schlucken musste. Auch Ministerpräsident Beck bewertete die Brückenbauprojekte als größte Streitpunkte bei den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen. ...


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Greenpeace-Magazin, 3.5.2011

Projektgegner: Enttäuscht von den Grünen

Rot-Grün in Rheinland-Pfalz will die umstrittene Hochmoselbrücke bauen, das gab Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) als Ergebnis der Koalitionsverhandlungen bekannt. Projektgegner hatten auf ein Nein der Grünen gehofft.

... Die Projektgegner hatten bis zuletzt auf ein Veto der Grünen gehofft, die sich im Wahlkampf gegen das Infrastrukturprojekt gestellt hatten. Diese Hoffnung zerstreute Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), als er am Montag bekannt gab, dass sich die neue rot-grüne Landesregierung während der Koalitionsverhandlungen darauf geeinigt habe, die Brücke zu bauen. ...


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FAZ, 3.5.2011

Krötenwanderung über der Mosel

Die Grünen in Rheinland-Pfalz können die Verteilung der Ministerposten als Erfolg verbuchen. Kurt Beck wird im neuen Kabinett in der Mehrzahl Frauen um sich haben, doch Aspirant auf die Nachfolge ist ein Mann: Roger Lewentz.

... Als Heidelind Weidemann von der Bürgerinitiative die zu erwartenden Kostensteigerungen beim Brückenbau anspricht, herrscht Beck sie an. "Wir machen hier keine öffentliche Diskussion, sondern eine Pressekonferenz." Den beiden Grünen neben ihm ist der Ausbruch ihres künftigen Koalitionspartners sichtlich unangenehm. Sie wissen beide, dass der Unmut vieler auch neuer Grünen-Wähler über ihr Einknicken beim Hochmoselübergang den störungsfreien Verlauf des Sonderparteitags zum Koalitionsvertrag am kommenden Sonntag in Neuwied erschweren dürfte. ...


VON THOMAS HOLL
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TAZ, 3.5.2011

Kurt Beck gewinnt im Koalitionspoker

... Dabei hat die einzige Widerstandspartei gegen den Brückenbau ihren Stimmenanteil bei der letzten Landtagswahl glatt vervierfachen können. Doch mit dem Einknicken am Koalitionsverhandlungstisch haben die Grünen ihren Erfolg und das in sie gesetzte Vertrauen wieder verzockt. ...


KOMMENTAR VON KLAUS-PETER KLINGELSCHMITT
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Eifelzeitung, 27.4.2011

Winzer engagieren sich:
"Für eine bessere Zukunft ohne Hochmoselübergang"

Sie kamen nicht nur aus gut einem Dutzend der umliegenden Weinorte, sondern auch von der Saar, Rheinhessen und der Pfalz. Vom kleinen Familienweingut über Spitzenbetriebe der globalen Weinwelt bis hin zur Großkellerei waren alle Bereiche vertreten. Viele Winzer hatten ihre Familien und Kinder mitgebracht, um zu zeigen, dass es ihnen um ihre Zukunft geht.


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FAZ, 27.4.2011

Wenn Reben weinen

Die Mosel bei Bernkastel-Kues hat nicht nur Weinlagen von Weltruf zu bieten, sondern auch eine Landschaft wie aus dem Deutschland-Bilderbuch. Die Winzer fürchten, durch den Bau des Hochmoselübergangs, beides zu verlieren. Das Projekt hat den Grünen die Wähler zugetrieben.

Doch die Angst vor den negativen Folgen der Brücke für Weinbau und Tourismus hat alte politische Bindungen aufgelöst und neue, ungewöhnliche Bündnisse entstehen lassen. Prüm zitiert dazu einen befreundeten Winzer: "Gegen die Leute, die uns die Weinberge kaputtmachen wollen, verbünde ich mich sogar mit des Teufels Großmutter." Der Blick aus dem Esszimmer der vor mehr als 100 Jahren am Moselufer erbauten, prächtigen Jugendstilvilla der Familie Prüm machen die Sorge des Hausherrn und seiner Tochter Katherina anschaulich. Gegenüber liegt in Gestalt der Weinlage "Wehlener Sonnenuhr" ein Teil des Kapitals des Geschäfts, das nun die 32 Jahre alte Katharina Prüm in vierter Generation weiterführt. Wird die Brücke wenige Kilometer flussabwärts gebaut, fürchten die Prüms wie andere Winzer auch vor allem um die in Jahrhunderten von Menschen unberührte Wasserversorgung ihrer Rieslingstöcke.


VON THOMAS HOLL
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Rhein Zeitung, 23.4.2011

"Bürgeranwalt": Internet-Petition klappt gut

Rheinland-Pfalz - Er ist der "Bürgeranwalt" von Rheinland-Pfalz: Dieter Burgard kümmert sich seit fast genau einem Jahr um politische Sorgen im Land.

... Mitte März ging das Projekt online. Wie ist es angelaufen?
Burgard: "Wir hatten praktisch um Mitternacht die erste Petition - zum Hochmoselübergang. Die hat heute schon gut 1200 Mitzeichner. Und auch das Diskussionsforum ist eröffnet. Das Interessante war, dass wirklich sehr viele aus Rheinland-Pfalz, aus der ganzen Bundesrepublik, aus Amerika, aus England, aus Frankreich mitgezeichnet haben. Ich habe das mal überflogen: Ungefähr 60 Prozent der Mitzeichner kommen aus der Region, aus den Nachbardörfern, und 40 Prozent sind überregional." ...


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Eifelzeitung, 20.4.2011

Hochmoselübergang wird teurer als geplant

Auch der umstrittene Hochmoselübergang wird mehr als die geplanten 400 Millionen Euro kosten. Hinter vorgehaltener Hand sprechen Experten in den beteiligten Behörden von Kosten von weit über einer Milliarde Euro. Der Hochmoselübergang wird natürlich von den Befürwortern schön geredet und in Wirklichkeit ist das Ding ein Relikt aus Zeiten des Kalten Krieges. ...


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TAZ, 12.4.2011

Wo Buddha wie Bacchus grinst

Traben-Trarbach ist eine typische weinselige Mosel-Kleinstadt. Doch sie hat zwei Besonderheiten: Jugendstil und viele Buddhas

... Traben-Trarbach liegt nicht weit entfernt vom 360 hohen Moselsporn, wo die umstrittene Hochmoselbrücke geplant ist. Sie wird für ein paar Minuten Fahrtverkürzung noch mehr Lärm und Belastung in die weltbekannte Rieslingregion bringen. Eine Attacke auf die Idylle. ...


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Frankfurter Rundschau, 11. April 2011

Rot-Grün verhandelt in Mainz

In Rheinland-Pfalz beginnen heute Koalitionsgespräche / Grünen-Votum einstimmig

... Das Haupt-Streitthema der Verhandlungen dürfte das Projekt der Hochmosel-Brücke bei Wittlich werden, für das während der Gespräche ein Bau- und Vergabestopp gilt. Diese Unterbrechung sei "ein sehr gutes und ernstzunehmendes Zeichen", sagte Lemke. Das insgesamt 330 Millionen Euro teure Großprojekt müsse juristisch und verkehrstechnisch überprüft werden. Dass die SPD dem Baustopp nur als taktisches Manöver zugestimmt hat, glaubt Lemke nicht. "Ich glaube nicht, dass die SPD uns da linken will."


VON JOACHIM WILLE

TAZ, 11. April 2011

Grüne und SPD stoppen Brückenbau

In Mainz beginnen die rot-grünen Koalitionsverhandlungen. Die CDU warnt wegen des Baustopps der Hochmoselbrücke vor Regressforderungen.

... Als ersten Erfolg für sich konnten die Grünen dabei ein Moratorium für den umstrittenen Bau der Hochmoselbrücke verbuchen. Für die Dauer der an diesem Montag beginnenden Koalitionsverhandlungen jedenfalls würden "keine weiteren Bauaufträge vergeben und bei den Arbeiten im Bauabschnitt 2 keine neuen Fakten geschaffen", ließ die SPD nach dem letzten Sondierungsgespräch verlautbaren. ...


VON KLAUS-PETER KLINGELSCHMITT
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DER TAGESSPIEGEL, 9. April 2011

Kampf um die Hochmoselbrücke

Grüne in Rheinland-Pfalz einstimmig für Koalitionsverhandlungen mit der SPD / Großprojekte könnten Einigung verhindern

... Die Angst, dass er die Grünen über den Tisch ziehen könnte, ist daher groß. Nicht nur bei der grünen Basis, auch bei den Gegnern der großen Brückenbauvorhaben in Rheinland-Pfalz. Sie hoffen alle auf die Grünen, sie sind schließlich angetreten, um die umstrittenen Projekte zu verhindern: Einmal die Mittelrheinbrücke zwischen Sankt Goar und Sankt Goarshausen, aber auch die Hochmoselbrücke, die zwischen Ürzig und Rachtig das romantische Moseltal durchschneiden soll. ...


VON MARION MÜCK-RAAB
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Deutschlandfunk, 7. April 2011

Risse im Beton

In Rheinland-Pfalz haben die Grünen die SPD zwar nicht überholt, zwingen aber die geschwächte SPD unter Kurt Beck in eine Koalition. Kompromisse müssen geschlossen werden, doch eine Brücke gibt es, über die kein Grüner gehen will: den umstrittenen Hochmoselübergang.

... Auch unter Rot-Grün wird aus den Betonbergen an der Autorennbahn keine neue Grünanlage werden. Ob aber der Beton für die umstrittene Moselbrücke angerührt wird, darf getrost bezweifelt werden. Einen sichtbaren Erfolg muss Beck den grünen Betonskeptikern schon gönnen, wenn er mit ihnen regieren will. Und das will er - daran gibt es bis jetzt keinen Zweifel. ...


Von Ludger Fittkau
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Frankfurter Rundschau, 7. April 2011

Sie nennen sie "Monster"

160 Meter hoch soll die Hochmoselbrücke werden, fast zwei Kilometer lang und vier Spuren breit. Die Wut ihrer Gegner ist riesengroß. Seit dem Wahlsieg der Grünen wächst die Hoffnung der Winzer auf einen schnellen Tod des Projekts.

... Die Gegner befürchten die Zerstörung einer einzigartigen Kulturlandschaft. In einer großen Schleife windet sich die Mosel zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach nämlich um den 360 Meter hohen Moselsporn. An seinen Hängen wachsen einige der besten Rieslinge Deutschlands. Auf seinem Rücken erholen sich Wanderer und Mountainbiker. Die Trasse aber würde das Plateau längs durchschneiden, um dann beim „Zeltinger Himmelreich“ auf 16 Meter breiten Stelzen das Tal zu kreuzen. Von unten kein schöner Anblick. „Die Übernachtungszahlen werden in den Keller stürzen. Hier kommt doch keiner mehr hin“, fürchtet Markus Reis, der Inhaber des „Zeltinger Hof“. ...


VON KARL DOEMENS
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Trierischer Volksfreund, 6. April 2011

Grüne und SPD vereinbaren Baustopp für Hochmoselübergang

Der Bau des Hochmoselübergangs im Kreis Bernkastel-Wittlich ist vorerst gestoppt, neue Aufträge werden nicht vergeben. Das haben die Spitzen von SPD und Grünen bei ihrem zweiten Sondierungsgespräch beschlossen. Jetzt bringen die Grünen einen Kompromiss ins Gespräch - ohne Brücke.

... Jutta Blatzheim-Roegler, über die Landesliste neu gewählte Landtagsabgeordnete der Grünen aus Bernkastel-Kues und Pro-Mosel-Mitgründerin, sagte: "Die Übereinkunft mit der SPD zum Baustopp hat uns sehr gefreut und macht es nun einfacher." Ein möglicher Kompromiss aus Sicht der Grünen: Es sei vorstellbar, den ersten Bauabschnitt westlich der Mosel von der A 1 bis nach Platten zu Ende zu bauen. Die Brücke würde dann wegfallen - und, so die Vision, es wäre Geld für andere umweltverträglichere Projekte frei.


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Berliner Zeitung, 5. April 2011

Mitten durch das Himmelreich

Die seit Jahrzehnten geplante Hochbrücke über die Moselschleife zerstört eine Landschaftsidylle, sagen die Baugegner.
Und bedroht einige der besten Riesling-Lagen Deutschlands, fürchten die Winzer.
Sie alle hoffen, dass die Grünen bei den Koalitionsverhandlungen von Rheinland-Pfalz den Ausstieg aus dem Mammutprojekt erreichen können

... Kaum waren die Stimmen ausgezählt, gingen bei J.J. Prüm die ersten Mails von Kunden aus den USA und Belgien ein, die gratulierten. Winzerkollege Ernst Loosen, der seine vielfach prämierten Rieslinge vorwiegend ins Ausland verkauft, wurde in der vergangenen Woche auf einer Weinmesse von seinem finnischen Agenten mit Fragen bombardiert ...


VON KARL DOEMENS
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Rhein-Zeitung, 31. März 2011

Am Hochmoselübergang knistert es

Rheinland-Pfalz - Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gießt aus dem fernen Brasilien Öl ins rot-grüne Koalitionsfeuer: Bei einer Auslandsreise stellt er plötzlich den umstrittenen Hochmoselübergang zur Disposition, den die rheinland-pfälzische SPD seit Jahren ebenso vehement fordert wie er von Grünen bekämpft wird.


VON URSULA SAMARY
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heise online, 27.3.2011

Was war. Was wird.

Wochenschau von Hal Faber

... Sie (de Wahlprüfscheine) gibt es auch für Rheinland Pfalz, wo eine Deutsche Weinkönigin gegen den Schutzpatron der Frisöre antritt. Mittendrin bei dieser Wahl ist Brücke 21: Der weinpanschende Hochmoselübergang, der quasi umsonst aus Mautgeldern entstehen soll. ...


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Deutschlandradio, 23. März 2011

Nicht nur für Winzer ein Ärgernis

In Rheinland-Pfalz soll bald eine gewaltige Brücke über das Moseltal führen, erste Bauarbeiten haben schon begonnen. Der Hochmoselübergang ist zwar nicht ganz so berühmt, wie "Stuttgart-21", der Widerstand gegen die Brücke ist dennoch beachtlich.

... Für manchen Wein-Kritiker ist das einer der besten Rieslinge der Welt, für Manfred Prüm geht es auch um den Tourismus und die Schönheit des Moseltals: "Das wär ein Jammer, wenn dadurch eine Ecke so verunstaltet würde, vor allem durch so ein Riesenmonstrum!" ...


VON GERWALD HERTER
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DIE WELT, 21.3.2011

Eine Brücke spaltet das Moseltal

Längst überfälliger Fortschritt oder ein ökologisches Desaster? Der geplante "Hochmoselübergang" wird zum Wahlkampfthema in Rheinland-Pfalz

... Gerade hat Albert de Villaine, der auf seiner Domaine Romanée-Conti die besten Burgunderweine der Welt produziert, in einem offenen Brief vor dem "ökologischen, kulturellen und ökonomischen Desaster" gewarnt, welches durch die Brücke heraufbeschworen würde. Für die internationale Weinwelt ist die Mittelmosel so etwas wie der Heilige Gral des Rieslings. Und dort soll dieses Monsterbauwerk hineingewuchtet werden? Die Weinwelt steht Kopf. An der Mosel ist es ruhig. Es kommt sehr darauf an, ob man diese Gegend von außen oder von innen betrachtet. Die jeweiligen Bilder sind kaum zur Deckung zu bringen. ...


VON ECKHARD FUHR
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DER SPIEGEL, Nr. 11/14.3.11

Interview mit Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin

... In Rheinland-Pfalz wie in Sachsen-Anhalt wollen wir zum Beispiel Geld in die Hand nehmen, um Betriebe in abgelegenen Regionen besser an Breitbandverbindungen anzuschließen, statt es frür symbolische Brrücken rüber Rhein und Mosel zu verschwenden. ...


Rhein-Zeitung, 25.2.2011

Eveline Lemke (Grüne) bekämpft neue Verkehrswege aus Beton

In der Bevölkerung ist der Wunsch nach Mitsprache bei Entscheidungen, die ihr persönliches Lebensumfeld betreffen, so groß wie selten.

... Der Blick auf die Logik des Scheiterns von Großprojekten zeigt: Wo über die Köpfe der Menschen hinweg regiert wird, schlägt Unmut schnell in Protest um. Deshalb muss Politik mit Augenmaß und Fingerspitzengefühl handeln, dann können auch große Projekte Segen bringen!

VON EVELINE LEMKE
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DER SPIEGEL, Nr. 8/21.2.11

Frevel am Fluss

Die Moselbrücke schafft kuriose Fronten im Landtagswahlkampf. SPD und CDU stehen geschlossen gegen Grüne, Winzer und internationale Weinfreunde.

... Renommierte Weinkritiker wie der Brite Hugh Johnson nutzen jede Gelegenheit, um den Stopp des Brückenbaus zu verlangen. Im vorigen Jahr traf er sich mit einigen Kollegen, den Moselwinzern und Grünen wie Joschka Fischer zu einer "Protestverkostung" in einem Berliner China-Restaurant, um in der Bundesrepublik für Aufmerksamkeit für den Skandal in der Provinz zu sorgen (SPIEGEL 14/10). ...

VON RALF BESTE

Rhein-Zeitung, 31.1.2011

"Grün bewegt" viel Volk in die Bildungsstätte

... Claudia Roth wehrt sich gegen den Vorwurf, die Grünen seien die "Gegen-Partei" und Politik-Verweigerer. "Wer gegen den Hochmoselübergang und die Mittelrheinbrücke ist, ist kein Verweigerer. Das Verhindern dieser Brücken ist vielmehr Zukunftspolitik." ...


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5vier.de, 20.1.2011

Aktuelles: Hochmoselübergang - "Die Menschen sind zutiefst traurig"

Andreas Gniffke im Gespräch mit Dr. Elisabeth Reis

... Entsprechend verunsichert sind viele Menschen, wenn wir versuchen Aufklärungsarbeit zu leisten. Viele reagieren völlig verständnislos, wenn wir Ihnen zum Beispiel vorrechnen, dass die prognostizierten Fahrzeitvorteile für die Bewohner des Moseltals oder für die europäische Verbindung eine reine Illusion sind. ...


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5vier.de, 14.1.2011

Hochmoselübergang - Mit Stahlbeton durch den Würzgarten

... Der in Beton gegossene Anachronismus scheint kaum aufzuhalten zu sein. Warum ausgerechnet in Zeiten leerer Kassen und der allgemein verkündeten Krise ein derartiges Megaprojekt mit aller Gewalt durchgesetzt werden soll, ist schwer nachzuvollziehen. 5vier.de hat hierzu ein ausführliches Gespräch mit Dr. Elisabeth Reis geführt, die im Namen der Initiative "Pro-Mosel" beim Petitionsauschuss des Bundestags eine von rund 24.000 Bürgern unterschriebene Petition mit dem Ziel eines sofortigen Baustopps eingebracht hat. Auch mit dem Landesministerium ist ein Gesprächstermin vereinbart, beide Gespräche werden in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. Zu Wort kommen sollen aber auch die Befürworter des Projekts; so könnte ein Forum für den Austausch von Argumenten für und gegen die Notwendigkeit eines immensen Eingriffs in eine historische Kulturlandschaft von Weltruf entstehen. Für einen Bau dieser Größe muss es sehr gute Gründe geben, ansonsten wäre es tatsächlich das von Stuart Pigott benannte "Verbrechen".

VON ANDREAS GNIFFKE
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Pirmasenser Rundschau, 12.1.2011

Sogar der Kölner Dom hätte darunter Platz

In diesem Jahr soll der Bau der 158 Meter hohen Moselbrücke bei Zeltingen beginnen
Umstrittenes Großprojekt

... Die Kritiker halten den Bau aber nicht nur für schädlich, sondern nachgerade für überflüssig. Schließlich sei das Rhein-Main-Gebiet bereits an die Nordseehäfen über bestehende Fernstraßen angebunden, wie etwa die A 61 aus Richtung Venlo oder die A 4 aus Richtung Aachen. Eine bessere Anbindung des Moseltals wiederum sei wegen der nach Ansicht der Gegner ungünstigen Streckenführung der neuen Verkehrsachse nicht gegeben. ...


Das Parlament, 3.1.2011

Gegen eine neue Moselbrücke

... Auf riesigen Stelzen führt eine massive Autobahnbrücke über das grüne Moseltal hinweg. Ein grässlicher Anblick für Katharina Prüm, eine schlanke Frau mit Pferdeschwanz und wachen Augen. Das Bild ist nur eine Fotomontage. Bislang. Denn die Bauarbeiten an der neuen Bundesstraße 50, die nicht nur die Mosel, sondern auch das Tal überqueren soll, haben bereits begonnen. 160 Meter hoch und neun Kilometer lang soll die Brücke werden, vierspurig, mit 16 Meter breiten Pfeilern. Der Hochmoselübergang will Eifel und Hunsrück verbinden, ein Entwurf aus den 60er Jahren. Die Trassen sollen oberhalb der besten Weinlagen an der Mosel verlaufen, für die Deutschland in der ganzen Welt bekannt ist. ...


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Der Feinschmecker, 1/2011

Die Narren aus Mainz

Weinpapst Hugh Johnson:
Was die Brückenbauer an der Mosel zerstören werden

...
Das Moseltal ist ein goldenes Land, verträumt und leise. Es lockt Tausende an, hypnotisiert sie, während das friedliche Wasser under den Booten hindurchzieht oder an den Tischen vorbeifließt, an denen sie ihren Wein trinken. Die Weinwelt kennt viele romantische Landschaften, viele verführerische Winkel. Keiner aber kommt an die Schönheit und Ausdruckskraft der Mosel heran. Das Bild, das Ausonius im 4. Jahrhundert zeichnete - goldene Trauben, im stillen Fluss gespiegelt, - hat bis heute nichts von seinem Zauber verloren.
Das sind der Ort, die Geschichte, die Kultur und die Schönheit, welche die Narren aus Mainz zerstören wollen. Wenn Sie, die Winzer und die Weinenthusiasten, nicht kämpfen, wird alles von den Rädern der Baumaschinen zermalmt.


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Luxemburger Wort, 13. November 2010

Wichtige Verkehrsachse oder Betonmonster?

Das große Bauvorhaben, zwischen Zeltingen-Rachtig und Ürzig (bei Wittlich) eine gewaltige Brücke durch die Mittelmoselweinregion zu ziehen, erregt jenseits der Grenze die Gemüter. Der sogenannte Hochmoselübergang ist ein umstrittenes Verkehrsprojekt. Die Befürworter sehen darin den Anschluss der Region an die Ballungsräume in Belgien und der Nordseehäfen in den Niederlanden an das Rhein-Main-Gebiet. Die Gegner der vierspurigen Brücke, die nicht allein den Fluss überspannen soll, sondern gleich das ganze Moseltal, wollen nicht, dass diese Brücke, die in einer Länge von 1,7 Kilometern mitten durch das Weinbaugebiet führt, der Tourismusregion schadet.

... Der Bundesverband deutscher Prädikatsweingüter (VDP) befürchtet für seine VDP-Mitgliedsgüter in Bernkastel, Graach, Wehlen und Zeltingen-Rachtig Auswirkungen durch dieses Bauwerk wie den Kollaps der Ökostruktur, eine nachhaltige Störung der Wasserversorgung sowie des Kleinklimas und irreparable optische Eingriffe in das Moseltal. ...
VON ERWIN ESLY


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Trierischer Volksfreund, 23. Oktober 2010

Stuttgart-21-Schlichter rät zum
Dialog beim Hochmoselübergang

Mainz. (red) Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geißler empfiehlt, dass sich auch an der Mosel Gegner und Befürworter des geplanten Hochmoselübergangs zusammensetzen und Gespräche führen. Dieses Verfahren müsse transparent sein, sagte Geißler im SWR. Unterdessen nutzten die Gegner von Stuttgart 21 die erste Runde der Schlichtung zu einer Abrechnung mit der Deutschen Bahn und der Landesregierung. Am Samstag wird es die erste Doppel-Demonstration von Gegnern und Befürwortern des Projekts in Stuttgart geben.


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Genuss online, 22. Oktober 2010

Die unbeschwerte Leichtigkeit des Weins

Ein entsetzlicher Fehler: die Moselbrücke

Eine zeitgenössische Geschichte über die Mosel und den Wein wäre nicht komplett, ohne dass man eine himmelschreiende Bausünde anprangerte, welche zurzeit in Arbeit ist: die Moselbrücke bei Ürzig. ...
Wir hoffen inständig, dass durch die bei der Errichtung der Moselbrücke entstehenden Bodenverdichtungen "nur" ein paar Hektar der zurzeit besten Weinlagen der Welt zerstört werden. Die einmalige Landschaft wird ihr Gesicht jedoch ganz sicher für immer verlieren.


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DIE ZEIT, Nr. 42/14.10.2010

Der kleine Bruder wird zu groß

Partner oder Konkurrenten? Wie die SPD auf den Höhenflug der Grünen reagiert.

Ulrike Höfken, Bundestagsabgeordnete der Grünen, kann für ihre Heimat, das SPD-regierte Rheinland-Pfalz, praktisch im Schlaf solche Pharaonengröber aufzöhlen. Vom Freizeitpark am Nürburgring, über das 4-Sterne-Schlosshotel in Bad Bergzabern im Wahlkreis von Ministerprösident Kurt Beck bis zur geplanten 300 Millionen € teuren. Hochmoselbrücke. Gegen all diese Projekte machen die Grünen mobil - auf Kosten der SPD. "Früher hatte Kurt Beck für uns nur Verachtung übrig", erinnert sich Höfken. "Da hieß es: Wir lassen uns von der Mopsfledermaus doch nicht die Arbeitsplötze kaputt machen!" Gut möglich,dass die Mopsfledermaus nun Becks Arbeitsplatz rettet. Wenn er nömlich bei der Landtagswahl im Frühjahr die absolute Mehrheit verliert - und starke Grüne ihm dann zur Seite springen.


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Augsburger Zeitung / Allgäuer Zeitung, 8. Oktober 2010

Angst um den Riesling

Winzer Kämpfen gegen eine Riesenbrücke über die Mosel. Die Reben bekommen durch den Bau angeblich nicht mehr genug Wasser.

... 2000 Jahre lang haben die Winzer ihre Reben mühselig gepflegt und behütet. 2000 Jahre lang hat die rötliche Erde die Trauben genährt. Nun fürchten die Weinbauern um die Zukunft ihrer kostbaren Kulturen. Planierraupen schlagen schneisen in die Landschaft. ...
"Helft uns im Kampf gegen die Brücke", appellieren die Winzer auf jeder Rielingflasche an ihre Kunden. Bei ihrer Landesregierung stoßen ihre Argumente auf taube Ohren. Der Mainzer Verkehrsminister Hendrik Hering verteidigt das Bauprojekt mit stoischer Ruhe. Es sei beschlossene Sache.

VON STEPHANIE ROTH

ZEIT ONLINE vom 7. Oktober 2010

Politiker, hört auf uns!

In Hamburg droht dem Senat wegen seiner Kulturpolitik eine Klage der Bürger. Wie in Stuttgart ignorieren Politiker den Zorn des Volkes. Damit machen sie einen Fehler. Ein Kommentar

... Fragt sich, wie lange man in einer Demokratie mit solch repressivem Gebaren durchkommt. Landauf landab verschärft sich der Konflikt zwischen Politikern und Bürgern. Es geht um Beschlüsse, die als absurd empfunden werden: Man denke an die Dresdner Waldschlösschenbrücke, die Moselquerung, die Leipziger Paulinerkirche, ganz zu schweigen vom schwelenden Unmut über Hartz IV. ...

VON EVELYN FINGER
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SPIEGEL ONLINE vom 5. Oktober 2010

Protest gegen Großprojekte

Barrikadenrepublik Deutschland

Brücke übers Moseltal - Aufstand der Idyllenschützer

... Die Grünen, die nicht im Landtag sitzen, und Umweltschützer lehnen den Bau als unnötigen Eingriff in die Natur ab. Weinexperten aus der ganzen Welt bangen um den Wasserhaushalt der berühmten Riesling-Lagen. Für die Brücke müsste Wald gerodet werden, der als Wasserspeicher für die Reben dient. Anwohner kritisieren den "massiven Eingriff in das Landschaftsbild" und fürchten um Einnahmen aus dem Tourismus. ...

VON SEBASTIAN FISCHER, ANNA FISCHHABER, ANDREAS GRIEß, BJÖRN HENGST, FABIAN REINHOLD UND HENDRIK TERNIEDEN
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Neues Deutschland vom 6. September 2010

Streitobjekt Moselbrücke

Verkehrsprojekt in Rheinland-Pfalz sorgt seit Jahren für Aufregung

... Brückenkritiker führen nicht nur ästhetische Bedenken oder Sorgen um römische Kulturdenkmäler und seltene Tier- und Pflanzenarten an, die vom Bau verdrängt würden. Sie befürchten, dass die Brücke Gäste etwa aus Benelux vergrault, die hier seit langem Erholung suchen. ...

VON HANS-GERD ÖFINGER
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Trierischer Volksfreund vom 19. August 2010

Moselfahrt aus Brückenkummer

In Ürzig hat Renate Künast erneut Stellung gegen den Hochmoselübergang bezogen. Die bündnisgrüne Fraktionschefin im Bundestag sah sich den Standort der Brücke vom Ausflugsschiff aus an.

18 000 Unterschriften gegen die Brücke überreicht symbolisch in einem Weingut die Bürgerinitiative Pro Mosel an Künast. Eigentlicher Empfänger der Botschaft ist Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Den fordert Künast auf, kein Geld mehr für das Projekt bereitzustellen. 330 Protestballons - insgesamt kostet die B 50 neu 330 Millionen Euro - für Ramsauer sowie für Ministerpräsident Kurt Beck und seinen Verkehrsminister Hendrik Hering (SPD) gibt es noch dazu. Die Ballons sind mit dem Aufdruck und der Aufforderung "(Er)Sparen wir uns den Hochmoselübergang" versehen. Der Flugrichtung nach zu urteilen, sind die Ballons Richtung Berlin unterwegs. Ob die Botschaft dort ankommt, ist nicht bekannt. ...

VON HARALD JANSEN

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FAZ, 8. August 2010

Wo Verbindungen trennen

Ob am Rhein oder an der Mosel: Über die Brückenprojekte ist überall entschieden. Doch der Protest hält an, und die Gegner haben noch Hoffnung.

... Doch wer schon neuen Straßen skeptisch gegenübersteht, lehnt neue Brücken rundweg ab. Sie ziehen nach Ansicht der Kritiker nicht nur mehr Verkehr an, sondern bedrohen ganze Uferlandschaften und verändern historisch gewachsene Landschaftsbilder unwiderruflich. ...

VON OLIVER BOCK

Handelsblatt, 2. August 2010

Sparpolitik zwingt Bund zu Baustopp

Schlechte Nachrichten für die Bauwirtschaft: Ein interner Vermerk des Verkehrsministeriums belegt, dass der Bund bis auf weiteres keine neuen Straßen, Schienen und Wasserwege mehr bauen will. Die Branche ist alarmiert - und schlägt vor, die Autofahrer zur Kasse zu bitten.

... Galten früher Investitionen in Beton als Rechtfertigung, um neue Schulden aufzunehmen, so gilt dies nicht mehr. Ramsauer darf nur noch zehn Mrd. Euro in die Verkehrswege investieren - wozu auch die Pflege der rund 100 000 Kilometer Bundesstraßen, Fernstraßen und Autobahnen gehört. Zu wenig, um noch großartig neu zu bauen. Also passiert, was Experten seit langem fordern: Der Bund stopft lieber Schlaglöcher, anstatt noch ein Dorf an die Autobahn anzuschließen.

VON DANIEL DELHAES

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Handelsblatt, 2. August 2010

Ökonomen entzaubern öffentliche Investitionen

Die Schuldenbremse zerstört einen der ältesten Glaubenssätze der Politik. Dieser lautete: Investitionen fördern Wachstum und Beschäftigung. Daran melden die Beamten im Bundesfinanzministerium von Wolfgang Schäuble nun Zweifel an.

... Derzeit berechnet das Verkehrsministerium alle geplanten Infrastrukturprojekte neu. Schon jetzt zeigt sich: Etliche lohnen sich nicht mehr und wurden bewusst "schöngerechnet": Die Kosten waren zu niedrig, der Nutzen war zu hoch angesetzt. Das sichert zwar die Zustimmung im Parlament, garantiert aber auch, dass die Projekte doppelt oder dreimal so teuer werden wie geplant und am Ende nicht genutzt werden.

VON DONATA RIEDEL UND DANIEL DELHAES

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Die Rheinpfalz, 22. Juli 2010

"Schluss mit größenwahnsinnigen Monsterprojekten"

Interview: Heiner Monheim, Trierer Professor für Raumentwicklung, fordert eine radikale Abkehr von der bisherigen Verkehrsplanung

... Im Prinzip müsssen sehr viele Straßenbauprojekte gestoppt werden, natürlich zuerst die besonders umstrittenen wie der Hochmoselübergang oder die geplante Mittelrheinbrücke bei St. Goar. ...
Künftig muss die Bestandspflege Priorität haben, zumal viele Straßen und Brücken in einem desolaten Zustand sind. ...

VON CHRISTIAN KELLER

DER SPIEGEL, Nr. 29 / 19.7.10

Ende eines Sommermärchens

Die rot-grünen Erfolge der vergangenen Wochen haben dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel unerwartet Aufwind verschafft. Doch dem sprunghaften Parteichef stehen schwierige Entscheidungen bevor - und aus den grünen Partnern könnten bald gefährliche Rivalen werden.

... In Rheinland-Pfalz starten die Grünen als außerparlamentarische Opposition und attackieren schon jetzt umstrittene Großprojekte der regierenden SPD wie den Nürburgring und die Moselhochbrücke. ...

VON CHRISTOPH HICKMANN u. RALF BESTE

Wanderlust, Nr. 4 / August 2010

Riesling in Gefahr

Zugebaut: Eine riesige Brücke soll das Moselpanorama zerschneiden.

... Nicht nur die Vogelwelt ist dadurch bedroht: "Durch das verkehrskonzeptionell und wirtschaftlich umstrittene Projekt könnte die renommierteste Steillagen-Rieslingmeile der Welt durch Störungen im Wasserhaushalt gefährdet werden", so Elisabeth Reis von der Initiative "Pro-Mosel".


Chrismon PLUS rheinland 07/2010
Evangelische Monatszeitschrift

Brückenbau bleibt umstritten

Der Hochmoselübergang soll Eifel und Hunsrück verbinden - Weinkenner fürchten um den Riesling

... Neben der Brücke steht auch der Streckenverlauf in der Kritik. Ein zwanzig Kilometer langer Abschnitt der vierspurigen Schnellstraße soll quer durch das Hochplateau weltberühmter Weinberge verlaufen. Die Befürchtung: Durch eine tief in den Boden eingelassene Straßentrasse werde das Mikroklima der umliegenden Weinberge gestört und den Reben das Wasser abgegraben. Selbst Beobachter der "New York Times" und des "Wall Street Journals" äußerten sich skeptisch und fürchten um die Qualität des hochgeschätzten Mosel-Rieslings. ...
VON THOMAS BECKER


Capital 07/2010

Seid ihr verbrückt?

Mosel. Eine gewaltige Autobrücke soll sich schon bald quer durch das Riesling-Idyll erstrecken. Internationale Kritiker und Weinliebhaber sind entsetzt, die Mosel-Winzer hingegen kümmert das wenig. Sie sind mit sich selbst beschäftigt. Psychogramm einer Provinz von Weltgeltung

... Der Plan löst Empörung aus. Seit Monaten. Überall auf der Welt. Renommierte Weinpublizisten und Weinliebhaber von New York über Sydney bis nach Tokio regen sich lautstark auf. Eine Weltbürgerinitiative gegen eine Brücke in der deutschen Provinz. ... die meisten Bauern wollen einfach nur ihren Wein verfeinern - und in Ruhe gelassen werden.
Doch so einfach ist das nicht. ...
VON MARKUS BRÜGGE


Fachzeitschrift Kulturpolitische Mitteilungen (KuMi)

Heft 129 II/2010:»Kulturnation« - »Staatsnation«


Süddeutsche Zeitung, 20. Juni 2010

Baukulturbombe

Minister Ramsauer will Städtebauförderung drastisch kürzen

... Der Tourist wundert sich auch über die breitspurigen und ins Nichts führenden Straßen, die für potentielle Industrie- und Gewerbegebiete notwendig schienen. ... Allein die umstrittene B 50 Hochbrücke über die Mosel bei Ürzig, die die besten, weltweit hoch geschätzten Rieslingweinlagen gefährdet, soll 300 Mio Euro kosten. Dieses Bauprojekt galt dem Ministerium bisher als Konjunkturfördermaßnahme.
VON IRA MAZZONI


Neue Zürcher Zeitung, 15. Juni 2010

Proteste von Umweltschützern an die falsche Adresse

... 40 Jahre alt ist das Projekt. Die künftige Brücke wird Teil der europäischen West-Ost-Achse sein. Sie verbindet die niederländischen und belgischen Nordseehäfen mit Südwestdeutschland, mit der Schweiz, Österreich, Ungarn und Tschechien. ... Der gesamte Durchgangsverkehr soll aus dem Moseltal verbannt und über die klassische Kulturlandschaft hinweggeführt werden. ... befindet sich der Weinbau an Mosel und Rhein auf dem Rückzug ... Die Kunstbauten an den Hängen drohen mit der Zeit einzustürzen ... Die Forschungsanstalt Geisenheim ... prognostiziert das Auslaufen des Rieslinganbaus ... Der Weinkenner und Schriftsteller Hugh Johnson muss sich nur noch eine Weile gedulden. Dann kann er den geliebten Riesling vielleicht auch beim Winzer im heimischen Essex beziehen.
VON GERD KOLBE


(Anm.: Moselriesling als Auslaufmodell?)

Rheinischer Merkur, 27. Mai 2010

Musikfestivals - So klingt das Land

... Noch mehr bekümmert den Regionalpatrioten (Hermann Lewen) ein anderer Stilbruch: der geplante Hochmoselübergang bei Ürzig, ein 160 Meter hohes, 1,7 Kilometer langes Betonungetüm. Eine Schnellstraße soll dort das Auge beleidigen, wo eine Fülle von Konzerten einen Kontrapunkt zur Alltagshektik setzt. Der rheinland-pfälzische Landesvater Kurt Beck verspürt wenig Lust auf eine Diskussion von Dresdner Ausmaßen. "Es wird ja so getan, als ob wir die Mosel überdachen würden", bespöttelte er die Brücken-Kritiker. Sein Grußwort zum Festival tönt versöhnlicher: "Musik hilft uns, dass unsere Welt liebens- und lebenswerter wird", philosophiert er. Der Betonkoloss passt nicht zu den fein strukturierten Weinen. Aber in einem Land, in dem Bach und Buddha zusammenfließen, ist das wohl kein Argument.
VON CHRISTIANE FLORIN


BEELD, 26. Mai 2010

Wijnopstand tegen MOEZELBRUG

Bij onze oosterburen groeit het protest tegen de bouw van een enorm viaduct over de rivier de Moezel. ...


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FOCUS, 22. Mai 2010

Gefecht um die Mosel

Die Mainzer Landesregierung verteidigt die geplante Riesenbrücke, die Gegner hoffen auf den Rechnungshof

... In Zeiten der Finanzkrise sei die Vergabe öffentlicher Mittel für dieses Bauwerk unverantwortlich, argumentieren die Initiatoren der örtlichen Bürgerinitiative. ...


Darmstädter Echo, 15. Mai 2010

Abschied von der Mosel-Idylle

Verkehr - Vorbei an berühmten Riesling-Lagen soll bald eine 160 Meter hohe Straßenbrücke bei Ürzig den Fluss überspannen

International bekannte Weinkenner wie der Brite Hugh Johnson und sein in Deutschland lebender Landsmann Stuart Pigott sind längst auf den Barrikaden. Ihre fassungslose Frage: Wie kann ein Staat wie Deutschland ohne Not das Ansehen und womöglich auch die Qualität eines Teils seiner besten Riesling-Weinberge aufs Spiel setzen? Die Mosel lebe vom Wein und den Touristen; diese beiden seien auf lange Sicht die Säulen des wirtschaftlichen Gedeihens der Region.


Aachener Nachrichten, 7. Mai 2010

Bekannte Weinexperten sind auf den Barrikaden

Zwischen den Weinorten Ürzig und Rachtig soll eine Fernstraßen-Brücke die Mosel überspannen. Anwohner und Winzer halten das für überflüssig und absurd.

... International bekannte Weinexperten wie der Brite Hugh Johnson und sein in Deutschland lebender Landsmann Stuart Pigott sind längst auf den Barrikaden. Ihre fassungslose Frage: Wie kann ein Staat wie Deutschland ohne Not das Ansehen und womöglich auch die Qualität eines Teils seiner besten Riesling-Weinberge auf's Spiel setzen? Die Mosel lebe vom Wein und den Touristen. Diese beiden seien auf lange Sicht - also nachhaltig - die Säule ihres wirtschaftlichen Gedeihens. ...
VON WALTER SCHMIDT


FOCUS, 29. April 2010

Klöckner dafür, Winzer enttäuscht

Die CDU-Politikerin Julia Klöckner spricht sich für den umstrittenen Moselübergang aus. Die Bürgerinitiative und viele Winzer sind enttäuscht.

Julia Klöckner, Spitzenkandidatin der CDU bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im kommenden Jahr, bleibt auf Parteilinie. Die Staatssekretärin im Bundesverbraucherministerium hatte sich viele Monate nicht zu der umstrittenen Planung der Moselbrücke bei Bernkastel-Kues geäußert...
VON BEATE SCHINDLER


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NWZ online, 24. April 2010

Brücken-Schatten fällt auf Mosel-Wein

Auf jeden Fall verändert sich das Landschaftsbild. Seit 2000 Jahren wird dort Wein angebaut.

Winzer und Wein-Genießer schlagen Alarm: Der von ihnen als brutal empfundene Brückenschlag durch die 2000 Jahre alte Kulturlandschaft bei Ürzig, zwischen Bernkastel und Traben-Trabach, könnte zu Image-Schäden und möglicherweise Qualitätseinbußen nahe der Brücke führen.
VON RÜDIGER ZU KLAMPEN


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FAZ, 21. April 2010

Zwanzig Minuten gegen zweitausend Jahre

Warum können Politiker nicht von irrwitzigen Plänen Abstand nehmen? Die beabsichtigte Hochbrücke bei Ürzig ist ein monströses Projekt. Sie wird die Kulturlandschaft des Moseltals zerstören.

Doch weder diese Monsterkosten noch die Erinnerung daran, dass das Vorhaben auf kurzsichtige Pläne der verkehrssüchtigen sechziger Jahre zurückgeht, irritieren die Politiker. Gar nicht zu reden davon, dass dieselben Politiker bei anderen Gelegenheiten die Verlagerung des Warentransports auf die Schiene propagieren. Räder müssen rollen - und sei es über die Asche einer Kulturlandschaft.
VON DIETER BARTETZKO


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evangelisch.de, 16. April 2010

Geplante Brücke über die Mosel stößt auf Widerstand

Im idyllischen Moseltal zwischen Bernkastel und Traben-Trarbach ist neuer Streit ausgebrochen. Es geht um den Bau einer gigantischen, 158 Meter hohen Brücke, unter die sogar der Kölner Dom passen würde.

... Nach den Worten der grünen Bundestagsabgeordneten Ulrike Hoefken aus Bitburg kämpfen Menschen seit Jahrzehnten gegen das "ökologisch verheerende, ökonomisch unsinnige und obendrein hässliche" Projekt. Der Bau sei von der Landesregierung an den Haushaltsvereinbarungen vorbei mit dem Versprechen einer privaten Finanzierung durchgedrückt worden, die jedoch - mangels interessierter Investoren - nie zustande kam, lauten die Vorwürfe der Abgeordneten. Stattdessen müssten jetzt die Steuerzahler für die Zerstörung des Kulturerbes zahlen. ...


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Sächsische Zeitung, 17.April 2010

Schatten überm Moselriesling

So wie in Dresden über die Waldschlößchenbrücke wird bei Ürzig über die Hochmoselbrücke gestritten. Sie bedroht eine uralte Weinlandschaft.

... "So einen Einschnitt in eine uralte Weinlandschaft würde man in Regionen wie Burgund oder Bordeaux niemals zulassen", sagt Prinz zur Lippe. Er ist Mitglied im Verband deutscher Prädikatsweingüter (VDP) ...
VON INES EIFLER


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DIE ZEIT, 15. April 2010

Erkenne die Lage!

Eine riesige Moselbrücke soll gebaut werden, um Hunsrück und Eifel zu verbinden. Das Projekt würde einige der berühmtesten Weinlagen gefährden und schönste Landschaften verschandeln

Es ist eine gespenstische Zeitreise zurück in eine Epoche, als man in Westdeutschland glaubte, die Zukunft durch Beton gestalten zu können. ...
VON IJOMA MANGOLD


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BILD, 14. April 2010

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Frankfurter Rundschau, 14. April 2010

Joschka Fischer kämpft um Weinberg

Johnson und Robinson sind eigens aus England eingeflogen, ein Fernsehteam der BBC ist ihnen auf den Fersen. "Ich reise nach Deutschland, um die deutschen Medien im Kampf gegen die Moselbrücke wachzurütteln", hat Robinson vor ihrer Abreise bei Twitter gemeldet.
VON KARL DOEMENS


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DIE WELT, 13. April 2010

Das Himmelreich aus Beton - bald an der Mosel

An der Mosel bei Ürzig soll eine gewaltige Brücke gebaut werden. Seit 40 Jahren wird um das Bauwerk gestritten. Jetzt sind die Arbeiten in Gang. In Berlin haben Winzer, internationale Weinexperten und Weinliebhaber wie Joschka Fischer nun gegen "das Monster" protestiert - und dazu Riesling getrunken.

... Ein Monstrum, sagen die Kritiker über die Brücke. Ein Scheusal. Eine Schande. Eine zum Himmel schreiende Dummheit. ...
VON HOLGER KREITLING


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Süddeutsche Zeitung, 13. April 2010

Wermutstropfen im Edelriesling

Eine gigantische Brücke soll die Weinbrge an der Mosel queren

... Kunden in aller Welt hätten das Problem längst begriffen, sagt Loosen, der seinen Wein meist exportiert. "Die Fragen mich überall: Was zur Hölle macht ihr da?" ...
VON MICHAEL BAUCHMÜLLER


Saarbrücker Zeitung, 13. April 2010

Geplante Mosel-Brücke gefährdet die besten Weinlagen der Welt

Experten und Umweltschützer schlagen Alarm: Die geplante Groß-Brücke über die Mosel bedroht eine der besten Weinlagen der Welt. Selbst Joschka Fischer schaltet sich ein.

... Die Kritiker sagen, das teure "Monstrum" schlage eine Schneise durch eines der reizvollsten Moseltäler; es nütze niemandem, der Bau werde auch den Wasserhaushalt der Böden und damit den Wein verändern. Und Touristen, von denen die Region lebt, schrecke die Brücke nur ab. ...
VON HAGEN STRAUß


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SPIEGEL ONLINE, 12. April 2010

Kampftrinken gegen Kurt Beck

Der Protest von Winzern gegen den Bau einer Mosel-Hochbrücke hat Berlin erreicht. Britische Weinkritiker und eine schwarz-grüne Allianz von Politikern und Publizisten trafen sich zum Kampftrinken in einem China-Restaurant. Als Hauptfeind wurde die SPD-Landesregierung in Mainz ausgemacht.

Zu der scharfen südchinesischen Küche passen die fruchtigen Riesling-Weine überraschend gut. Bei "Zeltinger Sonnenuhr" und "Graacher Himmelreich" sitzen der ehemalige Straßenkämpfer Joschka Fischer und der ehemalige Kohl-Berater Michael Stürmer einträchtig zusammen. Beide staunen zwar über das Zustandekommen der schwarz-grünen Allianz beim Chinesen, aber keinem ist sie peinlich. Auch der Rest der Gäste ist bunt gemischt. Genauso wie Peter Limbourg, der konservative Chefredakteur des Nachrichtensenders N24, haben sich die grüne Fraktionsvorsitzende Renate Künast und mehrere ihrer Parteifreunde zum Kampftrinken in Wilmersdorf eingefunden.
VON RALF BESTE


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Trierischer Voksfreund, 12. April 2010

Widerstand gegen Hochmoselübergang: Ein später Bärendienst

Reichlich spät regt sich der Widerstand der so genannten Weinpäpste Pigott, Johnson und Robinson gegen den Bau des Hochmoselübergangs, mit dem die A 60 in Richtung Rhein-Main-Region verlängert werden soll.

... Die Brücke mag groß, teuer und hässlich sein. Sie überspannt aber nicht die gesamte Mosel zwischen Trier und Koblenz, sondern eine Stelle zwischen Ürzig und Zeltingen. ...
VON LARS ROSS


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Trierischer Voksfreund, 12. April 2010

Joschka Fischer sieht edle Tropfen in Gefahr

Lange Zeit ist von Joschka Fischer nichts mehr zu sehen und zu hören gewesen. Jetzt steht der Mann ausgerechnet in einem wenig noblen China-Restaurant namens "Hot Spot" in Berlin-Charlottenburg und umklammert fest sein Weinglas - um gegen den Hochmoselübergang zu protestieren.

... Doch jetzt hilft nur noch die bundespolitische Mobilisierung: Joschkas Aura und Renates Vehemenz. Der "Riesling als deutsches Flagschiff" müsse bewahrt werden, wettert Künast auf Deutsch und Englisch in die Mikrofone. Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) habe nicht "den Mut zu sagen, ich schütze die Region mal". ...
VON HAGEN STRAUß


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Nikos Weinwelten, 12. April 2010

Petition und Protest gegen Moselbrücke in Berlin

International Riesling Rescue: Die Petition für den Baustopp des Hochmoselübergangs - Protest-Veranstaltung mit Renate Künast, Jancis Robinson, Hugh Johnson, Stuart Pigott, Ernst Loosen, Katharina Prüm und Joschka Fischer in Berlin. VDP fordert Tabuzonen für das aktive Weinkulturerbe Deutschlands

... Auch der Bundesverband der VDP Prädikatsweingüter fordert eine politische Neujustierung zur Sicherung hochkarätiger Weinbergslagen. VDP-Mitgliedsgüter sehen im Bereich Bernkastel, Graach, Wehlen und Zeltingen durch den Bau der B 50 die Existenz ihrer Weinberge in Gefahr. Deshalb fordern die VDP Prädikatsweingüter Tabuzonen für das aktive Weinkulturerbe Deutschlands. ...


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TAZ, 9. April 2010

Albtraum fürs Himmelreich

Winzer und Weinexperten wehren sich gemeinsam gegen eine gigantische Brücke über die Mittelmosel. Jetzt soll eine Petition den Riesling in letzter Sekunde retten.

... Sie alle befürchten zudem einen drastischen Rückgang der Besucherzahlen an der Mittelmosel: Unter einer Brücke mit permanentem Lastwagenverkehr werde doch kein vernünftiger Mensch mehr seinen Urlaub verbringen wollen, argumentieren sie. Schon heute müssten Hoteliers in ihren Prospekten auf die Großbaustelle hinweisen. ...
VON KLAUS-PETER KLINGELSCHMITT


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DER TAGESSPIEGEL / Die Dritte Seite, 9. Apr. 2010

Weine, Mosel, weine!

Sie nennen es "das Monster". 160 Meter hoch, 1,7 Kilometer lang und wie mit dem Lineal durch die Landschaft gezogen. Nicht irgendeine Landschaft, sondern das Moseltal. Hier soll eine Autobrücke entstehen, quer durch die Spitzenlagen des deutschen Rieslings. Wie ein 40 Jahre altes Verkehrsprojekt den Zorn der Weinwelt weckt

... Die Wahrheit an den Moselhängen. Die Wahrheit im Mainzer Ministerium. Sie scheinen sich schwer miteinander zu vertragen. Vielleicht dient es der Wahrheitsfindung, einen kleinen Abstecher in die Stadt Trier zu unternehmen. Da sitzt Heiner Monheim, Professor für angewandte Geografie, Raumentwicklung und Landesplanung, ...
VON WOLFGANG PROSINGER


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FAZ, 8. Apr. 2010

Unreinen Wein eingeschenkt

Wie ein Minister einen Brückenbau versucht

WIESBADEN, 7. April. Ehrfürchtig pries der rheinland-pfälzische Weinbauminister Hendrik Hering jüngst das segensreiche Wirken des "Dear Mr. Johnson" für das Land der Rüben und Reben. In wohlgesetzten englischen Worten würdigte der SPD-Politiker am 11. Dezember 2009 in einem Brief an Hugh Johnson dessen Verdienste um den deutschen Wein ...
VON THOMAS HOLL

DER SPIEGEL, Ausgabe 14 / 2010

Kampf um das Himmelreich

Eine Gruppe internationaler Weinkritiker protestiert gegen den Bau einer Hochbrücke über die Mosel. Sie sehen die beste Riesling-Lage der Welt bedroht.

Das 270-Millionen-Euro-Projekt, von dem sich die Verantwortlichen „positive Impulse” für Wirtschaft und Tourismus versprechen, wäre nicht nur ein Schönheitsfleck beträchtlichen Ausmaßes. Die Talbrücke bedroht auch die Existenz einiger der besten Weißweinlagen der welt.
VON RALF BESTE

nikos-weinwelten.de, 26. Feb. 2010

Gewaltiger Eingriff in die Ökostruktur des Moseltales

Georg Mauer in einem offenen Brief an Minister Hering

Sie als Weinbauminister verantworten politisch den Erhalt und die Pflege der weltbekannten Rieslinglagen von Rhein, Mosel und Nahe und der entsprechenden Kulturlandschaft.
Sehr geehrter Herr Minister, ich bin nicht bereit, mich mit meiner Fachkompetenz und Leidenschaft für Rieslingwein ehrenamtlich in den Dienst Ihres Ministeriums zu stellen, wenn die Ressourcen deutscher Weinkultur derart missachtet werden.

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HUGH JOHNSON in decanter.com, Februar 2010

Diese irrsinnige, destruktive und überflüssige Straße

ist dabei, den historisch bedeutsamsten Abschnitt Europas schönster Flusslandschaften zu ruinieren - für immer ...

... die Straße läuft entlang des Bergrückens der Côte d'Or von Burgund, 100 Meter von der Weinlagen von Vosne-Romanée, Chambolle-Musigny und Gevrey-Chambertin entfernt.
... Als Liebhaber des Burgunder haben Sie noch nichts davon gehört? Kein Wunder, denn dies wird auch nicht passieren. Nicht in Frankreich. Aber es geschieht in der Mittelmosel, in Deutschland, in den besten Riesling-Weinlagen unseres Planeten - den schieferhaltigen Hängen von Wehlen, Graach, Ürzig und Zeltingen.

decanter.com (englisch)

FOCUS, Ausgabe 1 / 2010

Prachtvolles Monster

Extrem hoch, extrem lang - und ziemlich umstritten:
Eine neue Brücke über die Mosel erzürnt die Winzer.

"Wer wird hier in Zukunft noch Urlaub machen?", fragt der Weinbauer Markus Berres aus Ürzig. Das "Monster" sei ein "Super-GAU" für das Landschaftsbild", schimpft er.
...
Wenig filigran deutet sich an, was nach dem Wunsch der Mainzer Landesregierung bis 2016 an der Mittelmosel entstehen soll.

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Vinum Nummer 12-2009, Ausgabe D. Seite 10

«Barbarische Brücke»

Der Ton im Disput um die neue Moselbrücke wird härter. Der rheinland-pfälzische Wirtschafts-, Verkehrs- und Weinbauminister Hendrik Hering gerät unter Beschuss.

Kürzlich war die jahrzehntelang geplante, mal verworfene und jetzt doch in Angriff genommene Hochbrücke über die Mosel bei Ürzig (VINUM 7-8 /2009 und VINUM 1 / 2003) sogar dem ZDF in der Sendung «Frontal» einen kritischen Beitrag wert. Weltweit gibt es Proteste gegen die 170 Meter hohe und 1,7 Kilometer lange Brücke über das Moseltal. Für Kritiker ist sie «ein Wahnsinnsprojekt, das eine Kulturlandschaft zerstört» (Winzer Ernst Loosen), eine «lausige, verrückte Autobahn auf Stelzen» (Hugh Johnson), «barbarisch und überflüssig» (Ecovin-Mitglied Rudolf Trossen).


Rhein-Zeitung, 18.11.2009

Hochmoselübergang: Gegner hoffen noch Bauwerk stoppen zu können

Region Mittelmosel/Zeltingen- Die Gegner der Hochmoselbrücke lassen nicht locker: Noch immer sehen sie eine Chance, das Mammut-Projekt zu stoppen.

Ein Argument: Mit der Brücke habe die Mosel keine Chance, als Weltkulturerbe anerkannt zu werden.

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Wine-Times, 04.11.2009

Irrsinns-Brücke über die Mosel soll nun doch gebaut werden

Protest kommt nicht nur von Prüm. Loosen und Molitor, sondern aus der ganzen Welt

... Viele Prominente stellten sich schon in den Dienst der guten Sache, allen voran der wohl prominenteste Wein-Autor der Welt Hugh Johnson, der im September sogar extra an die Mosel reiste um seinem Unmut Ausdruck zu verleihen. Weiters Jancis Robinson, Stuart Pigott und viele andere. ...

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DER FEINSCHMECKER 11/2009

Schatten über der Mosel

Eine riesige Straßenbrücke bedroht eine kostbare Kulturlandschaft mit einigen der berühmtesten Riesling-Lagen Deutschlands. Winzer und Weinfreunde Protestieren - wohl leider vergebens

Ein Postkartenpanorama bietet sich bei Ürzig hoch oben in den Weinbergen: die Moselschleife zwischen Bernkastel und Traben-Trarbach mit weltberühmten Lagen wie dem Ürziger Würzgarten, der Wehlender Sonnenuhr oder dem Graacher Himmelreich. ...


Focus 40 / 2009

Haarige Milliarden-Geschenke

Unsinnige Projekte kommen die Steuerzahler teuer zu stehen

... "Die höchste Brücke Europas" über die Mosel zu bauen, war in den 70er Jahren die ehrgeizge Idee der zuständigen Straßenbaubehörde. "40 Jahre später mitten in einer Wirtschaftskrise an dem Projekt festzuhalten, nur weil gerade Geld aus Berlin fließt", hält selbst der Chef von Deutschlands größtem Weinabfüller, Michael Willkomm von der Weinkellerei Peter Mertes, für absurd. "Die Vorzeichen sind doch heute völlig andere, aus ökologischer und ökonomischer Hinsicht." ...

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tacheles-regional.de, 22. Sept. 2009

Moseltal ist Hinterland zum Airport Hahn/Hunsrück

Richard Pestemer

Hugh Johnson: Hartnäckiger Protest kann erfolgreich sein!

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Der Deutsche Weinbau / Nr.19, 18.09.2009

Mosel: gegen Hochmoselübergang

... Hugh Johnson und Stuart Pigott. Sie sprechen sich nicht nur vehement gegen die Brücke aus, die mit ihrer Höhe und Länge die Weinkulturlandschaft sozusagen in zwei Hälften teile, sondern auch gegen den weiteren Ausbau über den "Moselsporn", der oberhalb weltberühmter Lagen von Rachtig, Zeltingen und Graach verläuft. ...


"Ich rufe zum Aufstand auf!"

Video-Interview mit Stuart Pigott gegenüber Captain Cork

Deutschlands prominentester Weinkritiker Stuart Pigott über den radikalen Widerstand gegen die geplante Moselbrücke bei Ürzig, über Deutschlands Demokratiedefizite, über Winzer, die sich kaufen lassen und die Möglichkeit, Puppen von Kurt Beck zu verbrennen.

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Verkehrs-Rundschau, 13.07.2009

Milliardenloch bei Mauteinnahmen

Berlin. Im Bundeshaushalt tut sich ein neues Milliardenloch als Folge der Wirtschaftskrise auf. Nach Berechnungen des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) bleiben die Mauteinnahmen um bis zu einer Milliarde Euro hinter der Etatplanung zurück. Ursprünglich wollte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) durch die im Januar in Kraft getretene Mauterhöhung in diesem Jahr mit rund fünf Milliarden Euro 45 Prozent höhere Einnahmen erzielen als 2008. Um diese Zielmarke zu erreichen, hätten bis Ende Mai 2,2 Milliarden Euro in die Kassen der Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft fließen müssen. Tatsächlich waren es jedoch nur 1,8 Milliarden Euro. „Setzt sich diese Entwicklung fort, werden im Bundeshaushalt zum Jahresende zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro fehlen“, sagte BGL-Hauptgeschäftsführer Karlheinz Schmidt. Das Bundesverkehrsministerium hat inzwischen eingeräumt, dass die Einnahmen bislang hinter den Planzahlen zurückgeblieben seien. Als Grund für die negative Entwicklung gilt der Einbruch im Transportgewerbe. ... (jök)

Vinum, Nr. 7-2009

Beton- und Autobahnbrückentourismus?

Kommentar zur B 50 neu

... ein alter Zopf, der irgendwann in den 60er Jahren ersponnen wurde. Angesichts der Bodenversiegelung, Bedrohung grosser Weinbergslagen, des Eingriffs in ein Ökosystem und nicht zu vergessen der Menschen, die künftig unter Sichtbeton leben müssen, klingen die Argumente aus den Behörden wie ein schlechter Witz. Das Monstrum solle dem Tourismus und der Wirtschaft der Region dienen. Beton- und Autobahnbrückentourismus? Bisher hatte man sich an der Mosel an einer weltweit einzigartigen Weinkulturlandschaft erfreuen können. Aber vielleicht erkennt die UNESCO ja auch eine vierspurige Fahrbahn als Weltkulturerbe an? ...


Vinum, Nr. 7-2009

Gewaltiges Monstrum

Interview mit Ernst Loosen

... Das Ganze in einer der allerschönsten Landschaften Deutschlands - schlimmer kann man die Region nicht verschandeln. Angestossen wurde das Projekt schon in den 60er Jahren und Anfang der 70er Jahre. Das waren andere Zeiten, und es hatte damals vermutlich auch militärische Gründe. Heute sind diese Voraussetzungen nicht mehr gegeben.



Werner Elflein über die Zerstörung der Graacher Schanzen

Werner Elflein über die Zerstörung der Graacher Schanzen

... In der Realisierung sieht das dann so aus, dass Bauarbeiter vor einigen Tagen mit dem Abbruch von Teilen der Graacher Schanzen begonnen haben. Um spontane Proteste aus der Bevölkerung zu vermeiden, geschah dies (ganz im Stile der kulturpolitischen Bankrotteure der rheinland-pfälzischen Landesregierung) ohne jegliche Vorwarnung. ...

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Trierischer Volksfreund, 2009

Weinwelt hoch über der Mosel

Bis zu zehn Prozent weniger Gäste sind laut eines Gutachtens die Folgen des Baus des Hochmoselübergangs bei Zeltingen-Rachtig für die Orte mit Sichtkontakt auf die Brücke. Ein Wein-Erlebniszentrum soll diesen Rückgang mehr als nur kompensieren.

Zeltingen-Rachtig. Die das Moseltal überspannende Brücke bei Zeltingen-Rachtig und Ürzig gibt es bisher nur als Plan oder in Simulationen. Die negativen Folgen der rund 160 Meter hohen Brücke sind ebenfalls bereits simuliert worden und sollen durch ein Erlebniszentrum Weinwelt am Brückenkopf hoch über dem Moseltal mehr als nur wettgemacht werden.
...
Im Jahr 2000 kam das Europäische Tourismus-Institut Trier zum Ergebnis, dass mit einem Rückgang der Gästezahlen im "engeren mittleren Sichtbereich der Brücke in einer Größenordnung von bis zu zehn Prozent gerechnet werden" müsse. Dies könnte mehr als kompensiert werden, wenn eine Erlebnis- und Freizeitwelt mit überregionaler Ausstrahlungskraft errichtet werde, stellte das Institut 2001 fest. Es gelte, die Qualitäten der Mosel gebündelt zu kommunizieren und somit neue Gäste zu gewinnen. Schließlich fehle der Region ein Symbol, in dem sich die Einzigartigkeit widerspiegelt, heißt es im Gutachten der Touristiker. Wie solch eine Weinwelt aussehen soll, was dort wie präsentiert wird und wo der Komplex entstehen soll, ist derweil noch offen. ...


Die besten Lagen der Mosel sind in Gefahr

Interview mit Ernst Loosen auf captancork.com

... Die Brücke soll bei Ürzig, also an einer der schönsten Stellen an der Mosel, den Fluss überqueren. Ausgerechnet dort, wo der Wein am besten wächst. Das ist ein Wahnsinn...

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Spitzenwinzer sprechen sich gegen B50 und Hochmoselübergang aus

Pressemitteilung von Sarah Washington

Ernst Loosen, Markus Molitor, Katharina & Manfred Prüm, Johannes Schmitz, Willi Schaefer und Rudolf Trossen, weithin geschätzte Weinproduzenten, sagen hier, warum sie den Bau des Hochmoselübergangs sowie den B50neu-Trasse so entschieden ablehnen!

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Internationaler offener Brief an Angela Merkel

den Bau des Hochmoselübergangs betreffend

24. April 2009 - von Sarah Washington

Bundeskanzlerin Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

Sehr geehrte Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel, ... (weiterlesen)


Der Wochenspiegel Bernkastel schreibt am 06.05.2009
www.wochenspiegellive.de

Artikel

Tacheles Regional, 24.01.2009

Wie lange soll der Steuerzahler noch bluten für eine Flughafenruine?

Heide Weidemann

Schon längere Zeit steht der Hahn unter Druck, weil die Fraport nicht länger seine roten Zahlen ausgleichen will. Und dass man in Frankfurt ehrlichen Herzens auf den Hahn als künftigen Frachtflughafen vor allem für den Nachtfrachtflug setzt, war immer schon fraglich.

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BRF.online (Belgischer Rundfunk), 18.12.2008

Kein Ausbau der A60 Prüm-Belgien

Der Ausbau der A 60-Autobahn zwischen Prüm und der belgischen Grenze ist endgültig vom Tisch. Wie der Südwestrundfunk auf Anfrage im zuständigen Mainzer Verkehrsministerium erfahren hat, bleibt dieser Abschnitt auch nach der Fertigstellung des Hochmoselübergangs ein Nadelöhr zwischen dem belgisch-niederländischen Raum und dem Rhein-Main-Gebiet. Die A60 ist zwischen den Anschlussstellen Prüm und Winterspelt nur als zweispurige Bundesstraße ausgebaut. Gegen eine Erweiterung spricht aus Mainzer Sicht das geringe Verkehrsaufkommen. ...


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Tacheles Regional, 17.12.2008

Hochmoselübergang: Bund und Land verschleudern Steuermittel!

Ulrike Höfken

Statt die vielen maroden Straßen im Land zu sanieren, nutzt Tiefensee die Mehreinnahmen aus der LKW-Maut, um seinen Parteifreunden in den Ländern Weihnachtsgeschenke zu bereiten. Mit der Fianzierungszusage über 250 Mio. Euro für den Streckenabschnitt der B50-neu, der auch den Hochmoselübergang beinhaltet, hofft die Landesregierung, ihre Subventionspolitik des zur Zeit unwirtschaftlichen Flughafens Hahn doch noch rechtfertigen zu können.

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Tacheles Regional, 17.12.2008

Augen zu und durch
Regierung klammert sich an B 50 neu

Heide Weidemann

Anfang Dezember hat Winfried Hermann, der verkehrspolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Bundesminister Tiefensee über seinen parlamentarischem Staatssekretär Achim Großmann einen Appell übergeben. Darin bitten stellvertretend für viele Menschen, die hier wohnen und arbeiten oder die Region ansonsten zu schätzen und lieben gelernt haben, Dr. Manfred und Dr. Katharina Prüm vom Weingut J. J. Prüm in Bernkastel-Kues Wehlen, der weltbekannte Weinbuchautor Stuart Pigott, der international bekannte Verkehrsexperte Prof. Dr. Heiner Monheim und der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Prof. Dr. Hubert Weiger, um nur einige zu nennen, den Minister um ein persönliches Gespräch. Sie äußern das dringende Bedürfnis, ihm die vielfältigen Probleme der geplanten B 50 neu eingehend darzulegen.

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Trierischer Volksfreund, 24.11.2008

"Kosten und Risiken sind zu hoch"

In einem Interview mit dem TV kritisiert Michael Willkomm, geschäftsführender Gesellschafter der Weinkellerei Peter Mertes GmbH & Co.KG (der achtgrößte Weinkellereibetrieb dieser Art weltweit) die Pläne für die Moselüberquerung der B50 neu.

Zwar sei eine Verbindung des Rhein-Main-Gebietes mit den Nordseehäfen wichtig, doch in der jetzt geplanten Form eher ein Nachteil für die Region. Durch die Schleife über Ürzig / Zeltingen-Rachtig ergebe sich ein Umweg von 9 Kilometern, was die Strecke für viele hier ansässigen Betriebe unattraktiv mache.

Willkomm: "Die Linienführung stammt aus den 70er Jahren. Damals war es vielleicht eine Meisterleistung von Ingenieuren, eine 144 Meter hohe Brücke zu bauen. Das darf aber kein Grund sein für solche massiven Eingriffe, wie sie derzeit geplant sind."

Die lange Bauzeit sowie der ungünstige Streckenverlauf auf einem sehr schmalen Plateau oberhalb vieler berühmter Weinberge zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach würden Tourismus und Weinbau und damit die wirtschaftliche Lage der gesamten Region belasten.


Zeitschrift Vinum, Nummer: 1-2003, Ausgabe D. Seite 16

Ein Moloch bedroht die Mosel

Rudolf Knoll

An der Mittelmosel geht das Gespenst vom neuen Hochübergang um. Winzer und Naturbewusste sind aufgeschreckt und fragen sich: Wie sieht die Zukunft im deutschen Prestige-Anbaugebiet aus? 1,7 Kilometer lang ist das Ungetüm. Es stützt sich auf elf riesige Beine, 157 Meter hoch über dem Tal. Zwischen Zeltingen-Rachtig und Ürzig soll es die Mittelmosel überspannen. Vielen Winzern graust vor der feindlichen Übernahme. Sie fürchten fatale Folgen für Deutschlands Prestige-Weinanbaugebiet. ...


Hier ein Artikel aus dem Wittlicher Wochenspiegel vom 26.01.2000

Artikel

Zum Anhörungsverfahren ein Artikel aus dem Trierischen Volksfreund

Artikel

zuletzt geändert am 01.03.2010 - verantwortlich für den Inhalt: Georg Laska © 2009
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