Fragen für Interessierte

1. Der angestrebte Bau des Hochmoselübergangs / B50neu wird damit begründet, dass der Ausstieg zum jetzigen Zeitpunkt zu teuer würde. Sollte eine ökonomisch verantwortliche Entscheidung nicht eher an den zu erwartenden Gesamtkosten, bzw. den noch zukünftig zur Fertigstellung eines Projekts notwendigen Ausgaben orientiert werden?
2. Ist Ihnen bekannt, dass man für den Hochmoselübergang bereits jetzt statt 330 Mio. € von 400 Mio. € geplanten Baukosten ausgeht und das Risiko einer Erhöhung auf über eine Milliarde besteht?
3. Hat die Frage nach den Gesamtkosten bei den Koalitionsverhandlungen überhaupt eine Rolle gespielt, und wenn ja, welche Zahlen wurden Ihnen von der alten Landesregierung genannt?
4. Ist geklärt worden, wer die zu befürchtenden Mehrkosten trägt: der Bund, das Land oder die beteiligten Baufirmen?
5. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis des Projekts liegt laut neuem offiziellem aber schon von der Realität überholten Gutachten bei nur noch 1,8. Gibt es eine Ausstiegsstrategie wenn durch die absehbare Erhöhung der Kosten dieses Verhältnis unter 1 sinkt?
6. Sind Ihnen die großen Risiken für weitere Kostensteigerungen im Projekt bekannt? Die gewaltigen Brückenpfeiler sollen ausgerechnet im bekanntermaßen außerordentlich instabilen Untergrund des Ürziger Geröllhangs befestigt werden. Dies ist zudem die einzige Stelle im Moseltal zwischen Trier und Cochem mit einer 400m tiefen Verwerfung die bis ins Moseltal reicht. Ist Ihnen bekannt, dass zu diesem Problem nicht einmal ein unabhängiges, geologisches Gutachten existiert?
7. Ist Ihnen bekannt, dass zu dem Gesamtprojekt B50neu, dem sogenannten "Europäischen Lückenschluss", auch der Bauabschnitt III (Longkamp bis Hunsrückhöhenstraße) gehört, der aufgrund sehr höher ökologischer Risiken nicht einmal planfestgestellt ist?
8. Am 7. Mai 2011 wurden auf der Homepage von Eveline Lemke die Kosten für den Ausstieg aus dem Bau des Hochmoselübergangs mit 94,8 Mio. € beziffert. Finden Sie die dort gemachten Annahmen plausibel? Unsere Berechnungen gehen von Ausstiegskosten in Höhe von 27,1 Mio. € aus. Diese Kosten würden durch ausbleibende Schäden im Tourismus und Weinbau schnell amortisiert. Der Landeszuschuss von 20 Mio. würde auch eingespart, genauso wie die vielen kostspieligen Versuche, die Gemeinden hier durch Kompensationsmaßnahmen zu entschädigen und weiter ruhig zu halten.
9. Ist Ihnen bekannt, dass die offizielle aber in den Grundannahmen schon überholte Verkehrsprognose für die Hochmoselbrücke 13.000 Fahrzeuge pro Tag sind? Der Straßenquerschnitt ist dagegen für 50.000 bis 70.000 Fahrzeuge pro Tag geeignet.
10. Ist Ihnen klar, dass Sie mit Ihrer Zustimmung mitverantwortlich werden für dieses unseriös geplante Bauvorhaben, das nicht nur diese, sondern durch die damit weiter vergrößerte Staatsverschuldung, Unterhaltskosten sowie langfristige Schäden auch folgende Generationen belasten wird?