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Leserbrief-Archiv

Hier finden Sie (fast) alle Leserbriefe, die bisher im Trierischen Volksfreund zum Thema B 50 neu veröffentlicht worden sind. Auf dieser Seite finden Sie die älteren und kleineren Leserbriefe. Aktuelle Leserbriefe finden Sie auf der Leserbriefe-Seite.

Auf folgender Seite kann man einen Leserbrief an den Trierischen Volksfreund schicken.

Ganzseitige Anzeige im Trierischen Volksfreund vom 13./14. Nov. 1999

721 Unterzeichner hatten sich dieser Aktion angeschlossen.

Ältere Leserbriefe

Kleinere Leserbriefe


Was nützt die direkte Verbindung?

Zum Bericht »Hans Gaß servierte Spaghetti-Plan« (Planung zum Neubau der B 50) diese Lesermeinung:

Es ist erstaunlich und erschreckend zugleich, wie leichtfertig und gedankenlos Landschaft und Natur - und damit Basis für Weinbau und Tourismus - im Raum Zeltingen-Rachtig-Wehlen-Graach-Bernkastel nachhaltig und unwiederbringlich geschädigt werden sollen.

Sieht man diese Planen, dessen Existenzberechtigung letzlich aus solchen Projekten resultiert, vielleicht noch nach, so sollten die verantwortlichen Politiker eigentlich eher das Allgemeinwohl auch für zukünftige Generationen im Auge behalten! Vielleicht ist es aber auch nur schwer vorstellbar, welche Auswirkungen der Bau der vierspurigen Schnellstraße B 50 neu haben wird: Die Region um Rachtig/Zeltingen/Graach wird ja nicht nur durch eine riesige Brücke beeinträchtigt - gleichzeitig wird die B 50 neu auf einer Länge von zehn Kilometern etwa entlang des jetzigen Moselhöhenwanderweges geführt.

Sie zerschneidet damit einige der schönsten Wanderwege an der Mittelmosel. Glaubt man den Verkehrsprognosen, so würden im Jahr 2008 zirka 500 Lkw pro Stunde (!) oberhalb beziehungsweise direkt vorbei an Rachtig, Zeltingen und Graach von Dover nach Frankfurt donnern und ihren Schmutz und Lärm auf die benachbarten Weinberge, Wälder und Ortschaften rieseln lassen...

Man braucht sich nur die einige einige Wochen alten Bilder von der Brenner-Autobahn in Erinnerung zu rufen: Vielleicht bekommt die neue Hochbrücke ja eine Aussichtsplattform mit Blick auf das darunterliegende Moseltal.

Aber welcher vernünftige Urlauber möchte schon unterhalb einer stark befahrenen vierspurigen Schnellstraße beim Wein sitzen, wandern und sich erholen? Was nützt den Rachtigern, Zeltingern und Graachern eine direkte Autobahnverbindung von Dover nach Frankfurt?

Auch in den umliegenden Ortschaften wird es keine Entlastungen durch die neue Schnellstraße geben: Laut Auskunft des Straßen- und Verkehrsamtes Trier wird beispielsweise für Traben-Trarbach »eine Entlastung gering sein«! Von Vorteil wäre die neue Verbindung vielleicht für Berufspendler, die aufgrund des vermutlich verringerten Fremdenverkehrs »freigesetzt« werden.

Aber insgesamt paßt der Neubau der B 50 zu den sonstigen Planungen in der Region: Der neue Ferienpark sollte am besten gleich möglichst nahe an die Schnellstraße gebaut werden.

Um die heimische Wirtschaft vollends zu zerstören, fehlt dann nur noch ein Factory Outlet Center in Sichtweite der Mosel-Hochbrücke...

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Verfehlte Verkehrspolitik

Zum Leserbrief von Dr. Dieter Schnitzius (TV vom 18. September) zum Thema Neubau der Bundesstraße 50 mit Hochmoselübergang diese Reaktion:

Herr Dr. Schnitzius wird sicher seine guten Gründe dafür haben, daß er weder auf meine Argumente eingeht noch stichhaltige eigene Argumente vorbringt. Statt dessen verwendet er altbekannte Schlagworte wie »verbesserte Verkehrsbedingungen«, »Globalisierung« und ähnliches. Ein Seitenhieb auf den öffentlichen Dienst darf natürlich auch nicht fehlen.

Genauso gedankenlos wie bei den Planungen zur B-50-Schnellstraße mit Hochmoselübergang wird auch hier von angeblichen Forderungen gesprochen. Die Interessen der Mittelmosel-Regionsind jedoch oftmals nicht dieselben Interessen, wie sie vielleicht Herr Dr. Schnitzius im Blickfeld hat. Allein der Forderung nach verbesserten Verkehrsbedingungen ließe sich fragen, warum man in den letzten Jahrzehnten ein gut ausgebautes Eisenbahnnetz - auch im Bereich Hunsrück-Mosel-Eifel - einer drastischen Erweiterung del Lkw-Verkehrs geopfert hat. Auch weiterhin soll anscheinend nur an den Folgen einer verfehlten Verkehrspolitik herumgedoktert werden.

Demgegenüber waren die übrigen Reaktionen auf meinen Leserbrief durchweg zustimmend und enthielten dieselbe Skepsis und Befürchtungen gegenüber den geplanten Straßen- und Brückenbauten! Dies spiegelt sich auch in der ausführlichen und objektiven Berichterstattung der Mittelmosel-Zeitung wider. Wer die Diskussion aufmerksam verfolgt, wird bemerken, daß Ablehnung und Skepsis gegenüber den Planungen aus allen Bevölkerungs- und Berufsgruppen kommen: Allein zum Abschnitt Wittlich-Platten liegen bei der Bezirksregierung Trier mehr als fünfzig Einwendungen vor!

Welcher Winzer vor Ort und welcher Vermieter von Ferienzimmern in Zeltingen oder Graach hat schon Interesse an einer Globalisierung der Touristen- und Warenströme direkt von West- nach Osteuropa über seine Weinberge, die Dörfer und das Feriengebiet Moseltal hinweg...

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Organisierter Verkehrsinfarkt

Zur B 50 neu mit Hochmoselübergang diese Leserzuschrift:

Da soll also, nach dem Willen emsiger Planer und Politiker, in absehbarer Zeit auch durch den Raum Südeifel, Mittelmosel und Hunsrück eine sogenannte Lebensader des Fortschritts betoniert werden.

Ein lärmender stinkender Lindwurm, der Tag un Nacht niemals mehr Ruhe geben wird. In Gang gehalten durch schlecht bezahlte, oftmals übermüdete Kapitäne der Landstraße, die sich durch Europa quälen.

Die »just in time« die Häfen in Holland und Belgien mit der Mainmetropole und den Verkehrszentren Süddeutschlands auf dem kürzesten Weg verbinden. Damit wird Verkehr magisch angezogen.

Transportiert werden Waren, die eine funktionierende Bahn zu einem gewichtigen Teil übernehmen könnte. Ökonomisch und ökologisch fortschrittlich. Transportiert werden zum Beispiel Nordseekrabben zum Puhlen durch miserabel entlohnte Arbeiterinnen nach Polen, Portugal und Marokko. Oder Milch nach Griechenland, die, dort zu Yoghurt und Käse verarbeitet, wieder in deutschen Supermarktregalen landet, natürlich per Lastwagen.

Das alles wird von Politikern vorangetrieben, die nicht einmal mehr das Geld zur überfälligen Sanierung des vorhandenen Straßennetzes aufbringen und sich deshalb - ungeachtet der Mißbilligung des Landesrechnungshofs in die Hände privater Finanzierer begeben. Aber an den Kassenhäuschen dieses Bauwerks werden noch unsere Enkel ihren Obulus zum Wohle des Investors entrichten.

Es gibt unserer Auffasung nach in dieser Gesellschaft und mit dem vorhandenen Geld Wichtigeres zu regeln, als in einem Bundesland, das schon heute über das dichteste Verkehrsnetz in Deutschland verfügt, neue und zudem privat vorfinanzierte Straßen zu bauen.

Wählerinitiative Lebendige Demokratie
Hans Jörg Dröschel
Morbach


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Es bleiben Schlagworte

Zum Aubau der A 60 und B 50 neu diese Meinung:

»Alle Jahre wieder« - so könnte man die Berichte zum Ausbau von A 60 und B 50 neu kommentieren. Aber auch durch noch so häufige Wiederholung werden die Behauptungen mancher Politiker nicht glaubwürdiger. Vielmehr bleiben sie leere Schlagworte wie »Globalisierung«, »Strukturverbesserungen« und so weiter.

Vor allem sollten sich auch Politiker an rechtsstaatliche Regeln halten. Die B 50 neu ist erst in der Planung. Das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt Platten-Longkamp wird erst im Frühjahr 1999 eingeleitet! Eine Entscheidung über den tatsächlichen Ausbau der B 50 neu sollte also zunächst noch offen sein, sofern diese Genehmigungsverfahren überhaupt einen Sinn haben!

Im übrigen müßte der Ausbau der B 50 neu wahrscheinlich schon längst aus Geldmangel gestorben sein. Der neue Bundesverkehrsminister Müntefering hat sich vor wenigen Tagen gegen privat finanzierte »Maut-Straßen« ausgesprochen.

Auch im Kommentar des TV werden Umwelt- und Landschaftszerstörung durch den B 50-Ausbau wieder einmal verharmlost. Selbst laut Auskunft des Projektbüros Wittlich ist neben der B 50 neu »eine erholsame Wanderung stark eingeschränkt«. Auch der Zubringerverkehr im Einzugsbereich der B 50 neu wird nach entsprechenden Prognosen eher zu- als abnehmen.

Daß es auch anders geht, zeigt die Reaktivierung der Hunsrückbahnstrecke Langenlosheim-Morbach. Dank weitsichtiger Unternehmer können Güter demnächst umweltfreundlich aus dem Hunsrück nach Frankfurt und Paris transportiert werden.

Bei Investitionen von nur 18 Millionen Mark - gegenüber vorsichtig geschätzten 165 Millionen Mark allein für die geplante Moselbrücke.

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Der Hunsrück hat Nachholbedarf

Zum Leserbrief von Dr. Belitz aus Traben-Trarbach, der sich gegen den Bau der B 50 neu/ Hochmoselübergang ausgesprochen hatte, schreibt dieser Leser:

Über den Bau wichtiger Straßen kann man sich streiten. Am Ende gesehen hat jeder recht. Persönlich gesehen wohnt Dr. Belitz an einem ruhigen Fleck. Die Stadt selbst hat mit einem Schwer- beziehungsweise Durchgangsverkehr wenig Berührung. Die Bemängelung bezieht sich deshalb auf einen gewohnten Wanderweg, der sich über die Höhen oberhalb Traben-Trarbachs erstreckt

Durch den Bau der B 50 neu soll dieser Weg eingeschränkt werden. Auch ich persönlich bin diesen interessanten Weg zigmal gegangen. Mit seiner Ansicht hat Dr. Belitz voll und ganz recht. Aber wem hilft das schon? In Bernkastel dagegen sieht das Verkehrsbild ganz anders aus. Nicht nur, daß der stark angewachsene Schwerverkehr von Belgien kommend Richtung Frankfurt bei Witlich das Ende der Autobahn findet, so wird dieser dann in das Moseltal durch das Nadelöhr Bernkastel zum Hunsrück geleitet.

Und hier besteht sowieso schon ein starker Verkehr durch die vielen großen Weintransporter im Zusammenhang mit den hiesigen Weinkellereien. Ob sie von der Obermosel oder aus der Pfalz kommen, so ist auch deren Rückweg vorgezeichnet. Zusätzlich der Abtransport des fertigen Weines, ohne Bahn-Anbindung. Hinzu kommt noch ein Haufen Schulbusse, hin und zurück zweimal täglich. Und all diese, ohne den Normalverkehr, passieren den Brückenkopf in Kues. Dieser Verkehr schränkt nicht nur Wandergebiete ein, sondern auch Wohngebiete. Daß der Bau der B 50 neu nicht aufzuhalten ist, wird durch die günstige Hunsrücklage mit dem Flughafen Hahn erzwungen werden. Und damit auch die Finanzierung.

Die Entwicklung bringt's automatisch. Zudem hat der gesamte Hunsrück gegenüber anderen Gebieten einen Nachholbedarf. Neue Arbeitsplätze werden entstehen. Das ist nur mit einem günstigen Verkehrsnetz erreichbar. Das Allgemeinwohl ist wichtiger als das Leben einzelner.

Felix Kuhn
Bernkastel-Kues


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Hochmosel-Übergang verlagert die Probleme

Zum weiteren Ausbau der A 60 und B 50 und diversen Leserbriefen:

Da ich im Leserbrief von Herrn Kuhn mehrmals direkt angesprochen werde, möchte ich dazu gern Stellung nehmen. Leider bringt Herr Kuhn in seinem Leserbrief zur B 50 neu und zum Hochmoselübergang einiges durcheinander. Natürlich wird nicht »ein Wanderweg oberhalb Traben-Trarbachs« beeinträchtigt. Vielmehr geht es um die Schädigung von Landschaft und Tourismus im Bereich Rachtig, Zeltingen, Wehlen und Graach. Anscheinend ist Herr Kuhn »diesen interessanten Weg« noch nicht oft genug gegangen. Auch Traben-Trarbach leidet unter Schwerlastverkehr, der eigentlich von einer Kurstadt ferngehalten werden sollte. Herrn Kuhn ist anscheinend nicht bekannt, daß auch Traben-Trarbach eine bedeutende Großkellerei beherbergt. Allerdings dürfte der Hochmoselübergang bestenfalls für eine Verlagerung der Probleme in die umliegenden Gemeinden ergeben. So würde Lkw-Verkehr mit dem Ziel Traben wahrscheinlich über Ürzig und Kröv umgeleitet werden, Lkw-Verkehr mit dem Ziel Kues würde verstärkt Wehlen beeinträchtigen.

Zudem ist es unwahrscheinlich, daß beispielsweise Kieslaster zwischen Hunsrück und Wittlich zweimal täglich eine Maut, die laut Minister Brüderle deutlich »unter 75 Mark« liegen soll, für die Brückenbenutzung zahlen werden. Beim regionalen Lkw-Verkehr wird es also kaum eine Entlastung für die Moselgemeinden geben. Vielmehr wird die B 50 neu zusätzlichen Fernverkehr in die Region ziehen, der jedoch Moseltal und Hunsrück zum reinen Transitgebiet degradiert.

Um den Lkw-Verkehr zu verringern, müßte die Eisenbahn gestärkt werden. Statt Milliarden in den Autobahnbau zu investieren müßten vorhandene Bahngleise und Trassen erneuert und wiederbelebt werden. Herr Kuhn beklagt die fehlende Bahnanbindung: Hat er sich für den Erhalt der vorhandenen Bahnstrecken ebenso eingesetzt wie für den Autobahnbau? Im übrigen könnte man allein mit den für den Hochmoselübergang verplanten Millionen für jeden betroffenen Mosel- und Hunsrückort mindestens eine Umgehungsstraße bauen!

Glücklicherweise scheint man mittlerweile auch in Bonn an der bisherigen Verkehrsplanung Zweifel bekommen zu haben. Der TV meldete am 13. Januar, daß die A 60 zwischen Prüm und Belgien wegen zu geringen Verkehrsaufkommens »vorläufig nicht vierspurig ausgebaut wird«. Für Planer und Befürworter von B 50 neu/A 60 muß das ein herber Schlag sein. Eine Straße, die man anscheinend doch mehr benötigt, ist für sie bestimmt noch schlimmer als die durch den Bau zu erwartenden Zerstörungen.

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Dauerlärm im Moseltal

Zu den Leserbriefen zum Thema »Hochmosel-Übergang« von Dr. Hans-Jürgen Belitz und Felix Kuhn diese Meinung:

Die Fortführung der A 60/B 50 über die Mosel wird in der Tat die Verkehrsbelastungen in den Städten Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach, die zum großen Teil durch die angesiedelten Gewerbebetriebe und Schulzentren bedingt sind, nur im unbedeutenden Maße mindern können.

Dieser kleine Vorteil wird aber erkauft durch eine unverhältnismäßig starke Belastung der Orte Ürzig, Erden, Rachtig, Zeltingen und Graach.

Abgesehen von dem enormen Grundstücksverbrauch und der Zerstörung von Naherholungsgebieten, wird die Lärmbelästigung wohl die schlimmste Belastung für die Anliegerorte bedeuten. Vor allem in Ürzig, Rachtig und Erden wird abwechselnd je nach Windrichtung ständig der Lärm der vorbeifahrenden Fahrzeuge zu hören sein.

Durch diesen Dauerlärm wird die Wohnqualität in diesen Orten sehr gemindert, die Grundstücke werden an Wert verlieren. Hinzu kommt ein spürbarer Rückgang des Fremdenverkehrs und damit einer bedeutenden Einnahmequelle der Region.

Dies alles auf den Altären der Götzen »Mobilität« und »time is money« zu opfern, halte ich für unverantwortlich gegenüber der ohnehin schon gebeutelten Natur und den betroffenen Menschen.

Daß meine Befürchtungen der Lärmbelästigung zutreffend sind, kann jeder in dem in einem Talkessel liegenden Eifelort Glees nachprüfen. Glees liegt etwa zwei Kilometer Luftlinie von der in einem anderen Tal verlaufenden A 61 entfernt, dazwischen ein etwa 50 Meter höher gelegenes Plateau. Bei entsprechender Windrichtung ist der Lärm in Glees so stark, daß man meint, die Autobahn verliefe direkt am Ort vorbei.

So wird es auch nicht möglich sein, den Lärm der Hochbrücke über die Mosel von den Orten Ürzig, Rachtig und Erden fernzuhalten. Zudem wird auch von der weitergeführten Straße, zum Beispiel bei Ostwinden, der Lärm ins Moseltal und damit bis nach Bernkastel-Kues getragen.

Nikolaus Krämer
Zeltingen-Rachtig


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Nicht nachgedacht

Zum Thema »A 60/B 50 NEU« die folgende Zuschrift:

Bundesautobahnen und Bundestraßen gehören zum Fernstraßennetz unseres Landes. Insofern muß bei der Planung einer solchen Straße einen Radius von 200 Kilometer berücksichtigt werden, um dem Nimbus einer Fernstraße gerecht zu werden.

Quid demonstrandum est: Ein Lkw-Fahrer kommt künftig aus Richtung Belgien und will in den Rhein-Neckar-Raum, zum Beispiel nach Heidelberg. Er kann über die A 1/62 nach Landstuhl und dann auf die A 6 fahren oder er wählt die künftige B 50 NEU, zahlt Maut, und ist dafür zehn Minuten später am Ziel, spart aber - zugegeben - ganze 18 Kilometer Fahrstrecke (errechnet mit Microsoft AutoRoute Express).

Welch Wunder doch die Politiker und Verkehrsplaner unserer Zeit mit unseren Steuergeldern vollbringen! Ganz zu schweigen von der »wundervollen Landschaft«, die sie unseren Kindern und Enkeln rauben; schade nur, daß sich diese »Räuber« nicht schon jetzt vor dem Gericht unserer Kinder verantworten müssen.

Über die zukunftsgerecht Alternative haben diese »Räuber« scheint's nie nachgedacht. Die Finanzplätze Frankfurt und Luxemburg sowie die Universitätsstädte Frankfurt, Mainz und Trier mit einer schnellen S-Bahn umweltgerecht zu verbinden, ist für sie reine Utopie, obwohl es so einfach wäre.

Beispielsweise ab Wittlich über die alte Bahntrasse nach Lieser - hier eine neue Strecke bis Morbach - dann unter Nutzung der alten Hochwaldbahn (mit einem Schlenker über den Flughafen Hahn) bis nach Kirchberg, von dort mit einer neuen Spange nach Bad Sobernheim zur doppelspurigen Nahebahnstrecke, die über Bad Kreuznach direkt nach Mainz und somit in den Rhein-Main-Raum führt - mit direktem Anschluß an den Rhein-Neckar-Raum. Lkws beziehungsweise deren Aufbauten können dank moderner Modultechnik zeitsparend und umweltschonend mit der Bahn transportiert werden, von mir aus auch nachts!

Karl-Gustav Kwasny
Ürzig (Höhe)


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Parallelen zur B50

Zum Bericht von Andreas Jacob über den »Moselaufstieg« bei Trier (TV vom 10. März)

In ihrem interessanten Bericht über den Moselaufstieg bei Trier lassen sich einige Parallelen zum Hochmoselübergang der B 50 bei Zeltingen erkennen.

Die vor allem betriebswirtschaftlich orientierte Contra-Argumentation von Redakteur Dieter Lintz ließe sich nahtlos auch auf den Schnellstraßenausbau der B50 anwenden.

Auch hier werden die bisher veranschlagten 500 Millionen Mark durch die üblichen Preissteigerungen, zusätzliche Vrkehrsanbindungen sowie im Gegenzug erforderliche verkehrsberuhigende Maßnahmen leicht auf 600 bis 700 Millionen Mark anwachsen. Dem stehen immense Umweltschäden in der Region und ein nur sehr geringer wirtschaftlicher Nutzen für den Transitverkehr zwischen Antwerpen und Warschau gegenüber. In einer Informationsveranstaltung des für die Planungen verantwortlichen Projektbüros Wittlich in Longkamp wurde erneut deutlich, welche Lasten und Nachteile auf die Anwohner der B50 neu durch den Schnellstraßenausbau zukommen: Schädigung von Landwirtschaft und Weinbau, weniger Urlaubsgäste, Verlust oder Entwertung von Bauland, zusätzlicher Lkw-Verkehr und Dreck in der Bauphase, Belastungen durch erhöhte Steuern und Maut, fehlende Mittel für die Instandhaltung vorhandener Straßen.

Trotz dieser Belastungen wird beispielsweise den Longkampern ein ortsnaher B50-Anschluß verwehrt und Monzelfeld, als B50-ferne Gemeinde, kommt in den »Genuß« zusätzlichen Durchgangsverkehrs.

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Zu hohe Belastungen

Zum Artikel »BUND Beton-Orgie über dem Moseltal« (TV vom 26. März)

Der BUND und andere Natur- und Umweltschutzverbände lehnen zu Recht den geplanten Hochmoselübergang ab, denn erstens ist kein ausreichender Verkehrsbedarf zu erkennen und zweitens sind die Belastungen für Landwirtschaft, Wein- und Fremdenverkehrswirtschaft wie Wald und Ökologie zu hoch und überwiegend nicht auszugleichen.

Auch finanziell ist dieses Vorhaben höchst fragwürdig, denn bei allgemein leeren Kassen will sich hier das Land mit 51,5 Millionen Mark beteiligen, die dann für andere Vorhaben fehlen. Auch hier kann der Auffassung von Herrn Heinz (MdL) nicht gefolgt werden, daß diese zusätzliche Verkehrsinfrastruktur die wirtschaftliche Entwicklung voranbringen soll - eine häufig verwendete, aber nie exakt bewiesene Floskel, die möglicherweise dazu dienen soll, eigene privatwirtschaftliche Interessen dahinter zu verbergen.

Rainer v. Schütz
Langsur


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Schanzen in Gefahr

Zum Bericht über die Vermessung der »Graacher Schanzen« TV vom 12. April diese Zuschrift:

Dankeschön für ihren interessanten Bericht über die »Graacher Schanzen« - eines der fast vergessenen Festungsbauwerke in unserer Region.

Leider wird nicht erwähnt, daß das Kulturdenkmal und die daran vorbeiführenden Wanderwege in akuter Gefahr sind, unwiederbringlich zerstört zu werden:

Die geplante Trasse der vierspurigen Schnellstraße B 50 neu soll die »Graacher Schanzen« im Bereich des »Moselhöhen-Wanderweges« queren. Laut schriftlicher Auskunft des Leiters des Projektbüros Wittlich, Karl-Heinz Bastgen, vom Oktober 1998 wird das Kulturdenkmal »über ein entsprechend breites Brückenbauwerk wiederhergestellt und in Verbindung mit einer Wildbrücke über die B 50 neu hinweggeführt«.

Sollte die B 50 neu tatsächlich in Bau gehen, so wäre das Gebiet um die »Graacher Schanzen« wohl kaum noch ein attraktives Ziel für Wanderer und Touristen.

Dies bestätigt auch Herr Bastgen, der zur Zerschneidung des beliebten »Moselhöhen-Wanderweges« und zur Querung der Wanderroute Bernkastel-Trarbach verharmlosend ausführt, daß »neben einem solchen Verkehrsweg eine erholsame Wanderung stark eingeschränkt ist«.

Im Bereich der »Eisernen Weinkarte« soll der traditionsreiche Wanderweg durch ein Brückenbauwerk mit dichtem Lkw-Verkehr unterführt werden. Dies wäre nicht nur für die zukünftig erhoffte Belebung des Fremdenverkehrs ein herber Schlag.

Auch die bisher schon wegen der besonders schönen Landschaft und Natur in unsere Region reisenden Urlauber werden uns fernbleiben und den direkten Weg über die B 50 neu in andere, ruhigere Urlaubsgebiete nutzen.

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Keine Arbeitsplätze durch B 50 neu

Zum Artikel »Protest gegen Monstrum« (TV vom 12. April) schreibt dieser Leser:

Die Arbeitsgruppe »Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung« mit ihrem Vorsitzenden Karl-Gustav Kwasny muß man in ihrem Bemühen, sachliche Aufklärung über das Projekt »B 50 neu« zu verbreiten, kräftig unterstützen, ist doch der Kenntnisstand in den direkt betroffenen Dörfern Platten, Ürzig, Zeltingen-Rachtig, Longkamp und Kommen erschreckend gering.

Viele Menschen haben keine Ahnung, was die geplante Streckenführung an Belastungen für Mensch und Natur mit sich bringen.

Und das für Millionen nicht vorhandener Steuergelder! Die Transitstrecke wird keine neuen Arbeitsplätze schaffen.

Das Ruhrgebiet, das über die größte Schnellstraßen und Autobahndichte Mitteleuropas verfügt und zudem einen gut ausgebauten öffentlichen Verkehr aufweist, hat seit mehr als dreißig Jahren die höchste Arbeitslosenquote in Deutschland.

Im Planfeststellungsverfahren, das im Mai 1999 vorgelegt werden wird, werden die betroffenen Gemeinden und ihre Bürger zur Stellungnahme aufgefordert. Viele Bürger sind sich dessen gar nicht bewußt, welche Mitspracherecht Sie und Ihre Gemeinde haben. Die Behörden binden uns das nicht auf die Nase.

Schlafende Hunde soll man bekanntlich nicht wecken. Wer aber den Termin jetzt verschläft, darf sich später nicht wundern, wenn ihm künftig nachts die Brummis den Schlaf rauben.

Christa und Rolf Bielenstein
Longkamp


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Idylle wird zerstört

Zum Artikel über die »Graacher Schanzen« (Trierischer Volksfreund vom 12. April) diese Zuschrift:

Mit Freuden lasen wir den Artikel über das Interesse an den historischen Graacher Schanzen. Eventuell möchte man diese Attraktion jetzt auch touristisch nutzen. Wir wissen die Schönheit dieser Landschaft schon seit Jahren sehr zu schätzen. Beim Wandern unterhalten wir uns oft mit großstadtmüden Gästen, die die Ruhe, frische Luft und das herrliche Panorama auf dem Berg genießen. Das Zusammenspiel von Wein, Landschaft und Kultur ist sicher der Zukunftstourismus der Mosel.

Doch die Idylle trügt! Ist sich die Region nicht im klaren, daß diese Anlage ebenso wie die beliebten Wanderwege von Bernkastel nach Traben-Trarbach, Wolf, Zeltingen und Longkamp auf der Trasse der A 60/B 50 neu liegt. Zwar werden »Hindernisse« unter- oder übertunnelt, aber welcher erholungssuchende Gast möchte neben einer autobahnähnlichen Straße spazieren gehen. Sollte das Straßenprojekt verwirklicht werden, kann sich die Gemeinde Graach die sicher gut gemeinte Investition für die Beschilderung sparen.

Monika und Walter Frank
Bernkastel-Kues


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Geld sinnvoller einsetzen

Zum TV-Artikel »Protest gegen 'Monstrum'« vom 12. April diese Zuschrift:

Es grenzt für mich schon an Gigantismus, für den Ausbau der B 50 (neu) von Altrich über einen 13 Meter hohen und etwa 100 Meter breiten Damm durch die Wittlicher Senke, mehreren Tunnelbauwerken, das »Monstrum« einer mautpflichtigen Hoch-Moselbrücke und die Durchschneidung wertvoller Naherholungsgebiete bis hin nach Longkamp rund eine halbe Milliarde Mark auszugeben; davon könnten 1000 Einfamilienhäuser zu je 500 000 Mark gebaut werden. Und dies in Zeiten leerer Kassen, in der Bund und Länder eigentlich jede Mark zweimal umdrehen sollten, bevor sie sie ausgeben. Mit diesem Geld könnten wesentlich sinnvollere Objekte finanziert werden, wie seit langem dringend notwendige Ortsumgehungen, der Bau und die Unterhaltung von Kindergärten und Jugendeinrichtungen und zwingend notwendige Erhaltungsarbeiten im bestehenden Straßennetz. Dies würde unsere Region »vorwärts« bringen!

Nikolaus Krämer
Zeltingen-Rachtig


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Planungen stoppen

Zum Bericht »7,5 Millionen mehr für kaputte Straßen« (TV vom 3. April):

Verkehrsminister Bauckhage will die Mittel für den Landesstraßenbau um sage und schreibe 7,5 Millionen DM erhöhen. Damit sollen »die schlimmsten Fahrbahnschäden« behoben werden. Laut Bauckhage besteht ein »ungeheurer Nachholbedarf im Landesstraßenbau«, aber es stehen »immer weniger Mittel« zu Verfügung.

Kein Wunder, denn für viele Jahre werden die vorhandenen Mittel in Bau- und Instandhaltung der B 50 neu zwischen Wittlich und Rheinböllen fließen.

Da das überflüssige und für unsere Region schädliche Projekt vom Bund nicht voll finanziert wird, muß das Land allein für die geplante Moselbrücke mindestens 33 Millionen der veranschlagten 165 Millionen DM selbst tragen. Dabei sind die üblichen Kostensteigerungen sowie zu erwartende Ausfälle durch zu geringe Mauteinnahmen und sicherlich recht bald fällige Sanierungskosten infolge von Belastungen durch Lkw, Frost- und Streusalzschäden noch nicht berücksichtigt. Insgesamt wird das Projekt B 50 neu sicherlich die Milliarden-DM- (wenn nicht sogar Milliarden-Euro-)Grenze überschreiten!

Dies alles sowie die wesentlich kostengünstigeren und umweltschonenderen Alternativvorschläge zur B 50 neu sollte auch Bauckhage kennen. Als Minister für Wirtschaft und Weinbau, der er ja ebenfalls ist, müßte er Schaden von Land und Menschen fernhalten und vor allem im Interesse des Fremdenverkehrs die Planungen für die B 50 neu umgehend stoppen lassen!

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Aufschrei vermißt

Zum Artikel »BUND: Beton-Orgie über dem Moseltal« (TV vom 26. März):

Die gewählte Überschrift müßte ergänzt werden um »Grund-Orgie in der Wittlicher Talsenke«; denn wie sollte man das Vorhaben der Straßenbauverwaltung anders nennen, einen Damm von mehreren Kilometern Länge und einer Höhe bis zu 16 Metern zwischen Platten und Wengerohr aufzuschütten? Woher kommt das ganze Material? Da wird doch irgendwo noch mehr Natur zerstört?

Sowohl dieser gigantische Damm als auch die fürchterliche Moselbrücke sowie die Fortführung der Trasse zur B 327 haben - wenn überhaupt - doch nur als Gesamtheit einen Sinn. Deshalb wäre es mehr als folgerichtig, für die gesamte Maßnahme auch nur ein Planfeststellungsverfahern zu betreiben. Daß die Planungsbehörde das nicht tut, hat nur den einzigen Sinn und Zweck, die Bevölkerung zu verdummen und vor vollendete Tatsachen zu stellen. Was ich vermisse, ist ein Aufschrei der Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden von Altrich über Platten, Wengerohr, Ürzig, Rachtig, Erden, Zeltingen, Graach, Longkamp bis Kommen. Oder fühlen sich die Bewohner dieser Orte, die die Last dieses ebenso gigantischen wie überflüssigen Projekts einst zu tragen haben, als willenlose Opfer, die auf dem Altar des angeblichen Fortschritts geschlachtet werden?

Nikolaus Krämer
Zeltingen-Rachtig


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Bahn ist Mahnung genug

Zum geplanten Hochmoselübergang diese Zuschrift:

Seit fast 20 Jahren kommen wir zweimal im Jahr für zwei Wochen nach Ürzig. Wir sind entsetzt, daß eine alte Kulturlandschaft dem Verkehr geopfert werden soll.

Sind die stillgelegten Bahnstrecken in der Region denn nicht Mahnung genug, wie schnell als nötig angesehene Verkehrslinien überflüssig werden? Die Natur erobert aber eine gigantische Betonbrücke nicht so schnell zurück wie eine stillgelegte Bahnlinie.

Doch vielleicht schielen die Gemeinden Ürzig und Zeltingen auch auf eine bessere Anbindung ihres synthetischen Feriendorfes oberhalb von Machern - aber Masse heißt nicht immer Klasse.

Ingrid Kalkühler-Hoffmann
Witten


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Falsche und schädliche Schlüsse

Zum Bericht »CDU: Straßen sind in desolatem Zustand« im Trierischen Volksfreund vom 17. Mai meint dieser Leser:

Mit ihrer Aktion »Mehr Geld für unsere Straßen« scheint die CDU zunächst durchaus auf dem rechten Weg zu sein. Die im Bericht genannten Baumaßnahmen - von der L 43 bei Minderlittgen bis zur L 141 bei Salmtal - müßten sicherlich dringend durchgeführt werden. Daß die Gelder für wichtige Ortsumgehungen fehlen, ist sehr bedauerlich. Leider zieht die CDU aus der Misere völlig falsche und sogar schädliche Schlüsse. Sie versucht, den in Rheinland-Pfalz im Vergleich zu anderen Bundesländern vergleichsweise gut ausgebauten öffentlichen Personennahverkehr gegen den notwendigen Landesstraßenbau auszuspielen. Beide Bereiche sind jedoch für den Bürger zumindest gleich wichtig. Wesentlich sinnvollere Einsparmöglichkeiten gäbe es bei den Fernstraßen.

Hier will das Land Milliarden Mark »verpulvern«, die letzlich nur dem überregionalen Durchgangsverkehr und nicht den Regionen zugute kommen. Das gravierendste Negativbeispiel ist der geplante Ausbau der B 50 zu einer vierspurigen Autobahn mit immensen Schäden für Natur und Tourismus in Hunsrück und Moseltal. Nur um ein angebliches Versprechen eines früheren Bundeskanzlers an Belgien einzuhalten und nur um einige »Nutznießer« zu befriedigen, werden eklatante Umweltzerstörungen und noch leerere Kassen in Kauf genommen.

Mit den eingesparten Geldern für die B 50 neu könnte der Etat für unsere Landesstraßen in den nächsten zehn Jahren jährlich verdoppelt, wenn nicht gar verdreifacht werden!

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Etwas gegen das Verkehrschaos tun

Zur Verkehrssituation in Bernkastel-Kues schreibt dieser Leser:

Manchmal ist es wirklich schwierig, keine Satire zu schreiben. Jetzt sollen also künstlich erzeugte Engstellen an Ortseinfahrten beseitigt werden. Aber warum so ängstlich? Im Bernkasteler Umfeld bieten sich da doch ganz andere Möglichkeiten, die auch richtig ins Geld gehen.

Vorschläge: Den Kreisel an der Zeltinger Brücke auf den in Europa üblichen Standard zu bringen. Den stromab gelegenen, nur 2 Meter breiten Gehweg der neuen Bernkasteler Brücke so zu verbreitern, daß ihn Fußgänger und Kinder mit ihren Fahrrädern gleichzeitig benutzen können. Das verlangt nämlich die Straßenverkehrsordnung.

Und wenn dann noch etwas Geld übrig ist, die Mülheimer Brücke rund 150 Meter stromab zu verlegen, daß sie auch noch die B 53 überbrückt, und so den Eifel-Hunsrück- und Mosellängsverkehr kreuzungsfrei ermöglicht.

Je älter ich werde, um so mehr gewinne ich den Eindruck, die Experten haben zunehmend den »Tunnelblick«, sie sehen nicht mehr rechts und links. Deswegen ist es wichtig, daß sich der Bürger einmischt, ebenso, daß sich die Bürgervertreter deutlich dagegen wehren, sich sagen zu lassen, »bei Verkehrsmaßnahmen habt Ihr zwar nichts zu sagen, Ihr könnt zwar Eure Meinung kundtun, aber entscheiden tun andere.«

Gerherd Lenssen
Bernkastel-Kues


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Autowahn muß gestoppt werden

Zum Artikel »Schub für Fremdenverkehr und Gewerbe« vom 25. Mai diese Leserzuschrift:

Die in dem Artikel genannten Zahlen zeigen die Sinnlosigkeit des Projektes B 50 neu. Ist es wirklich nötig, daß eine mehrere Millionen Mark teure Straße, die eine Naturlandschft zerstört, gebaut werden muß, damit sich der mehrere hunderte Kilometer lange Weg von Lüttlich nach Rheinböllen um 26 Kilometer, beziehungsweise 15 Minuten verkürzt?

Sollte man nicht in der Zeit der immer knapper werden ökologischen Ressourcen (und öffentlicher Mittel) sich darauf beschränken, vorhandene Straßen auszubauen, zumal laut Statistik etwa die Hälfte der Lkw-Fahrer ja nicht schneller sondern billiger unterwegs sein will, indem sie die Mautstelle Moselbrücke umfahren. Damit ist ein Aspekt der Planung, die zügigere Abwicklung des Güterverkehrs, schon verfehlt, da ein Großteil der LKW nach wie vor über die vorhandenen Moselübergänge fahren wird, während der andere Teil stinkend und lärmend auf der Brücke im Stau steht, da es nach der Studie beim Übergang von der vierspurigen Brücke auf die zweispurige Straße kommt.

Der Lärm, der von der Brücke durch das Tal schallt, wird kein Schub für den Fremdenverkehr sein. Denn die Gäste, die hier ihren Urlaub verbringen, tun dies nicht, um autobahnähnliche Straßen zu bestaunen, sondern um die Landschaft zu genießen.

Zusätzlich muß man den enormen Landschaftsverbrauch dieser Straße berücksichtigen, da sie über den schmalen Bergrücken zwischen Zeltingen und Longkamp führt, der als Erholungsgebiet nicht nur für die Feriengäste, sondern auch für die Einheimischen sehr beliebt ist. Nachdem man wohl den Wald auf der Zeltingen gegenüberliegenden Höhe für das Feriendorf opfern will, soll nun auch noch ein weiteres Waldareal zerstört werden.

Die Schäden durch Landschaftsverbrauch, Lärm- und Abgaseemissionen sowie durch Gift- und Gefahrstoffe, die durch Unfälle freigesetzt werden können, lohnen nicht die Zeitersparnis, die den Steuerzahler noch teuer zu stehen kommen. Daher sollte im Interesse von Einheimischen und Feriengästen dieser Autowahn gestoppt werden.

Matthias Schömann-Finck
Zeltingen-Rachtig


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»Feigheit« der Politiker deutet auf Umdenken

Zum Bericht über das TV-Forum zum Hochmoselübergang:

Das Fernbleiben der eingeladenen Landes- und Bundespolitiker kann auch »positiv« bewertet werden: Anscheinend fehlen den Befürwortern der B 50 neu stichhaltige Argumente, um in einer mit Fachleuten besetzten Diskussionsrunde bestehen zu können. Ein Besucher des Forums nannte es »Feigheit vor dem Feind«. Die Politiker-Zurückhaltung könnte aber auch auf ein beginnendes Umdenken hindeuten. Vermutlich will man sich während der zur Zeit laufenden Überarbeitung der Bedarfspläne für Bundesfernstraßen und vor allem auch in Hinblick auf die anstehenden drastischen Einsparungen nicht öffentlich zu einem so umstrittenen Projekt wie die B 50 neu äußern.

Das Bundesministerium für Verkehr teilte mir dazu im April mit, daß »abschließende Aussagen zu einzelnen Projekten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden können«. Selbst Straßenplaner Hans Gaß meinte während des TV-Forums: »Verkehrspolitik ändert schon mal die Meinung.« Auch die Verschiebung der Offenlegung der fertigen Pläne für den Bauabschnitt Platten-Longkamp »wegen der bevorstehenden Wahlen« deutet darauf hin, daß der aus den 70er Jahren fortgeschriebene Bedarfsplan ernsthaft überdacht werden soll. Aber - wenn nicht vor Wahlen, wann sonst sollten brisante Themen öffentlich diskutiert werden?

Der Ürziger Ortsbürgermeister Arno Simon erfuhr von seinem Winninger Kollegen, daß man den Lärm von der dortigen Autobahnbrücke - trotz wesentlich größerer Entfernung zwischen Ort und Brücke als in Ürzig - Tag und Nacht in Winningen hört. Nach Arbeiten an der Brücke wurde in Brückennähe Rostschutzfarbe im Most festgestellt. Außerdem wird der Winninger Yachthafen wegen der Brücke weniger genutzt als gehofft.

Nach Aussage des BUND-Verkehrsexperten Jupp Trauth ist der geplante Streckenverlauf der B 50 neu nach EU-Recht gesetzeswidrig, da er durch ein besonders geschütztes Naturschutzgebiet führen soll. Die EU-Richtlinie FFH (Flora-Fauna-Habitat) wurde von Deutschland verspätet umgesetzt.

Zur Privatfinanzierung und zur Erhebung einer Maut meinte Planer Hans Gaß: »Ob das klappt, weiß niemand.« Das bedeutet, daß man zur Zeit plant und Steuergelder für Grundstücksaufkäufe ausgiebt, ohne eine gesicherte Finanzierung vorweisen zu können. Karl-Gustav Kwasny von der Arbeitsgruppe »Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung« forderte dazu auf, möglichst viele Einwendungen gegen den Planfeststellungsentwurf an die Bezirksregierung in Trier zu schicken. Jeder Bürger, der den Bau der Autobahn B 50 neu zwischen Platten und Longkamp einschließlich der Moselbrücke ablehnt, ist dazu berechtigt - egal ob er in Ürzig oder weiter entfernt wohnt oder ob er als Urlauber an die Mosel kommt!

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Wo waren die Macher?

Zum TV-Forum »Hochmoselübergang« in Ürzig diese Zuschrift

Burgen, Schlösser, Kirchen, Rathäuser und Brücken sind Bauwerke, die Kultur und Zeitgeist ihrer Erbauer widerspiegeln. Durch geschichtliche Ereignisse haben viele eine Bedeutung bekommen, die ihre Namen durch die Jahrhunderte hat fort leben lassen.

Wenn wir uns nun anschicken, eine Brücke zu bauen, die an Ausmaß und Kosten ein »Jahrhundert-Bauwerk« zu werden verspricht, so halte ich es wohl für angebracht, die Bürger, deren Kultur und Zeitgeist mit eingebracht werden sollen, in die Planung einzubeziehen, zumal sie, entsprechend der Größe und Bedeutung des Bauwerks über Jahrzehnte geht und geschichtliche Ereignisse wie die Wende, die Konferenz von Rio und der Regierungswechsel dem ursprünglichen Planungsauftrag wesentlich andere Vorgaben erteilen.

Daß eine Tageszeitung ein Forum zum Thema organisiert, ist ein Lichtblick in einer Zeit zunehmender, durch vielerlei Enttäuschungen bedingter Politikverdrossenheit.

Sie wurde auch hier wieder geschürt, weil trotz qualifizierter Besetzung des Podiums, auf der einen Seite der weitsichtige Stratege, auf der anderen Seite der erfahrene Taktiker dazu die unterste Ebene der betroffenen Entscheidungsträger, jedoch die mit dem geringsten Einfluß.

Wo waren die Macher, welcher Ausrichtung auch immer, die im Herbst den Auftrag bekamen unser Schicksal zu gestalten? Haben sie sich beim anstrengenden Wahlkampf so verausgabt, daß sie dem Wähler nicht mehr Rede und Antwort stehen können, oder sind sie sich ihres Mandates so sicher daß sie es nicht mehr brauchen? War die Veranstaltung der Auftakt zu einer neuen demokratischen Diskussion oder nur ein letztes Aufbegehren der unmittelbar Betroffenen? Wird die Brücke von Ürzig schon vor ihrem Bau zum Hambacher-Schloß an der Mosel?

Erich Gauer
Sprecher für die Region Hochwald
im Regionalverein Eifel-Mosel-Hunsrück
Morbach


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Es ist noch lange nicht zu spät

Zur Diskussion um den Hochmoselübergang

Wer sich mit den Planungen zur B 50 neu etwas genauer beschäftigt, merkt schnell, wie unsinnig das Ganze ist. Daß kein Befürworter glaubhafte Argumente für den Bau vorbringen kann und folglich kein Politiker an einer Expertendiskussion teilnimmt, überrascht nicht

Selbst die Wittlicher Christdemokraten preisen in ihrer aktuellen Wahlwerbung den Bau der A 60, fordern den Lückenschluß der A 1 in der Eifel, erwähnen aber mit keinem Wort die B 50 neu.

Wie das große Interesse am TV-Forum und an der Informationsveranstaltung mit dem Bundestagsabgeordneten Albert Schmidt zeigt, ist der Kampf der Elke Kiltz gar nicht so allein. Die Mainzer Politiker, die beim Bundesverkehrsminister die Klinke putzen, um ihm glaubhaft zu machen, die Region warte auf diese Straße, müssen sich überlegen, ob sie sich noch Volksvertreter nennen dürfen. In eine Bürgerbefragung sprachen sich nämlich 80 Prozent der Zeltingen-Rachtiger gegen das Projekt aus, der Ürziger Gemeinderat sogar einstimmig. Wen, wenn nicht das Volk, vertreten die Landespolitiker dann?

Es kommt immer wieder das Argument, die Bürger, die den Bau befürworteten, blieben zu Hause und mischten sich nicht in die Diskussion ein, weshalb ein falsches Bild entstehe. Das richtige Bild ist, daß zwar die meisten dagegen sind, aber immer noch glauben, wegen der bereits weit fortgeschrittenen Planung sei das Projekt nicht mehr zu stoppen. Die Zeit war jedoch noch nie so günstig dafür wie heute!

Die neue Bundesregierung überarbeitet derzeit den Bundesverkehrswegeplan. Dabei wird auch die B 50 neu hinsichtlich ihrer Notwendigkeit überprüft werden. Auch bedeutet das Ergehen eines Planfeststellungsbeschlusses nicht, daß sofort die Bagger anrollen. Für die Alternativstrecke zwischen Mülheim und Monzelfeld besteht seit fast zwei Jahren Baurecht, um die Planungen der B 50 neu nicht zu stören, ist dort allerdings bis heute noch nichts geschehen.

Letzendlich wird der BUND gegen den bevorstehenden Planfeststellungsbeschluß für den ersten Bauabschnitt Verbandsklage erheben.

Es ist also noch lange nicht zu spät, diese Gigantomaniegelüste einiger weniger zu verhindern, der Widerstand muß nur laut genug sein.

Thomas Braun
Wittlich-Wengerohr


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Auf Dauer zahlen wir doppelt und dreifach

Zum TV-Forum in Ürzig zum Hochmoselübergang diese Leserzuschrift:

Wenn man sich mal vorstellt, daß ein LKW die Umwelt 17 mal mehr pro Tonne und Kilometer belastet und Kosten für die Allgemeinheit verursacht als vergleichsweise die Bahn, daß ein LKW zirka 30 mal mehr Schäden an Straßen und Gebäuden verursacht als ein PKW, daß ein Liter Benzin mehr als 10 000 Liter Luft verpestet, muß das wohl jedem zu denken geben.

Als Beispiel: Würde man die Bundesrepublik luftdicht abschotten, hätten wir, bedingt durch Verbrennung fossiler Stoffe, zu wenig Sauerstoff zum atmen und würden ersticken.

Unsere Politiker reden immer wieder davon, Güter auf die Bahn zu bringen. Vernünftig, denn es macht keinen Sinn, wie von Seiten der Befürworter der Brücke bei Ürzig argumentiert, Güter von Antwerpen zum Hahn zu transportieren, um diese anschließend mit dem Flugzeug in die globalisierte Wirtschaftswelt zu transportieren.

Mit Steuer-Millionen für Brücken- und Autobahnbau und der weiteren Verlagerung von Frachtgüter auf die Straße, werden die Verluste der Bahn noch größer, welche aber vom Staat, also von uns Bürgern bezahlt werden müssen.

Ebenso wird das Verkehrsaufkommen für die B 50 neu nach neuesten Gutachten nur noch 17 700 Fahrzeuge (also weit weniger als bisher angenommen) betragen, was für die Maut-Finanzierung eine erhebliche finanzielle Deckungslücke darstellt, die später ebenso vom Steuerzahler gedeckt werden muß.

Rechnet man all diese Kosten mit ein, denn sie müssen ja irgendwie bezahlt werden, zahlen wir für diesen auf Dauer zementierten ökonomischen Unsinn doppelt und dreifach. Abgesehen davon würde damit zusätzlich eine versteckte Kaufkraftabschöpfung stattfinden. Geld, das dem Bürger zum Konsumieren fehlt.

Aber was macht das schon (ironisch)? Der Bürger wird eh nur mit 50 bis 60 Prozent Steuern, Gebühren und Abgaben belastet!

Wer jetzt noch davon spricht, man wolle die wirtschaftliche Entwicklung der Region verhindern und mit Globalisierung argumentiert, ist nicht fähig, über das geplante Brückengeländer hinweg zu schauen.

Hans-Joachim Selzer
Bernkastel-Andel


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Banale Ursache

Zu den Leserbriefen »Wo waren denn die Macher?« vom 5./6. Juni und »Es ist noch lange nicht zu spät« vom 7. Juni diese Zuschrift:

Die in den Leserbriefen erhobenen Vorwürfe, daß beim TV-Forum zum Thema »Hochmoselübergang« kein Bundes- und Landespolitiker anwesend war, hat eine banale Ursache. Weder mein Parteifreund und Landtagsabgeordneter Alex Licht aus Brauneberg, noch ich als zuständiger Wahlkreisabgeordneter des Bundestages waren vom TV zu dieser Veranstaltung eingeladen. Ich bedauere dies sehr, weil damit keine Gelegenheit bestand, die Notwendigkeit des vierspurigen Ausbaus der B 50 mit Hochmoselübergang als eine der wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen unserer Region zu begründen.

Die Tatsache aber, das Vertreter der SPD-geführten Bundes- und Landesregierung trotz Einladung nicht erschienen sind, sollte bei nächster Gelegenheit einer Bewertung unterzogen werden.

Peter Bleser, CDU
MdB


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Märkte für Bauern gehen verloren

Zum Artikel »Bauern sorgen sich um ihre Existenz«, TV vom 16. Juni und »Neue Hoffnung für die Landwirte" vom 19. Juni diese Zuschrift.

In Altrich, Platten und Wengerohr bahnt sich das an, wovor Professor Monheim beim TV-Forum zur Autobahn B 50 neu in Ürzig gewarnt hatte. Durch geringfügige Korrekturen meinen die dortigen Landwirte, ihre Betriebe retten zu können.

Nach nur einem Gespräch im Mainzer Ministerium äußert sich der Sprecher der betroffenen Landwirte, Werner Görgen, wie ein Regierungssprecher. Görgen und seine Kollegen erhoffen sich von den Autobahnen A 60 und B 50 neu »die Erschließung von Märkten sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen«. Haben sie dabei bedacht, daß Autobahnen im allgemeinen zwei Richtungen haben und daß Autobahnen vor allem für den Durchgangsverkehr gebaut werden? Vermutlich gehen durch den Autobahnausbau sogar Märkte für deutsche Landwirte verloren. Professor Monheim warnte vor Kompromissen. Wer sich darauf einläßt, hat verloren! Eine gerechtere Verteilung der für Ausgleichsflächen benötigten landwirtschaftlichen Flächen wäre vielleicht möglich.

Doch welche Ausgleichsflächen wollen Politiker und Planer für verbrauchte Natur und Landschaft, für herrliche Ausblicke und touristische Attraktionen, für nicht mehr gefragte Gewerbegebiete abseits der Autobahn und für Wohngebiete lärmgeschädigter Bürger ausweisen? Soll vielleicht Ürzig um einen Kilometer moselabwärts verlegt werden? Wohin sollen die lärmgeschädigten Longkamper umgesiedelt werden?

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Ziel: Aktive Landwirtschaft erhalten

Zum Leserbrief vom 23. Juni »Märkte für Bauern gehen verloren« von Dr. Hans-Jürgen Belitz:

Wer der Meinung ist, man könnte dieses Projekt durch reines Hinhalten und Betroffenheit stoppen, der wird sich am Ende irren.

Wenn ich meine politische Arbeit der letzten Jahre Revue passieren lasse, so wurden verschiedene Varianten der Trassenführung der A 60 und B 50 neu diskutiert und auch vorgestellt. Aber ich hatte alle diese Jahre die Ernsthaftigkeit vermißt, in der die Räte dieses Thema behandelt haben.

Vielfach hörte man: »Wenn sie jemals gebaut werden sollte, wird uns kein Zahn mehr schmerzen«. Und, daß diese Trasse nur zum Durchgangsverkehr genutzt wird und daß sich an geschaffenen Gewerbeflächen keine Betriebe ansiedeln, daß die Trasse keine Impulse für den Fremdenverkehr schafft was für den Raum von Wichtigkeit wäre. Diese Behauptung kann man mit vielen artgleichen Projekten widerlegen. Es ist gut zu wissen, daß man sich um die Reize der Landschaft sorgt, sie ist einzigartig, das stellt niemand in Abrede. Aber sind es nicht gerade unsere Landwirte und Winzer, die diese einzigartige Landschaft pflegen und Jahr ein und aus dazu beitragen. Es ist schade, daß man sich nur dieser Berufsgruppe zugetan zeigt, wenn man sie auf ein Schild heben kann, um Interessen durchzusetzen, die mit Landwirtschaft und Weinbau nichts zu tun haben. Wer aus der Industrie kommt, weiß, daß wir Arbeitsplätze brauchen. Wir leisten uns die höchsten Lohnnebenkosten und sind gezwungen zu rationalisieren und Arbeitsplätze einzusparen um dem Wettbewerb standzuhalten.

Dies erfordert wieder neu Märkte zu erschließen und Arbeitsplätze zu schaffen. In unserem Gespräch in Mainz, haben wir darauf hingewiesen, daß Landwirtschaft nicht nur grüne Wiesen und Weinberge bedeutet sondern viel mehr. Sie ist der größte Produzent an Sauerstoff und dazu Leben in unseren Dörfern. Boden kann nur dann Sauerstoff produzieren, wenn er Bewirtschaftung erfährt und nicht zu Brachflächen umgeplant wird.

Aktive Landwirtschaft bedeutet einen ökologischen Ausgleich. Das kann nur erreicht werden, mit dem Ziel, aktive Landwirtschaft zu erhalten. Ein ansehnliches Landschaftsbild bedeutet auch Platz für eine landwirtschaftliche Produktion. Boden ist nicht vermehrbar, sondern wir haben ihn von unseren Kindern geliehen. Politik ist ein Weg mit vielen Kompromissen und Facetten. Wir wollen mit diesen Gesprächen in diese Richtung etwas erreichen, wer nichts in Gang setzt, der hat sich schon mit der vorgegebenen Situation bereits abgefunden.

Werner Görgen
Platten


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Kreative Lösungen statt Beton

Zum Thema »Bahnanschluß für Flughafen Hahn« (TV vom 19. Juli):

Die geplante Reaktivierung des Bahnanschlusses zum Flughafen Hahn ist ein Schritt in die richtige Richtung und steht im Einklang mit der Sanierung der Bahnstrecke Morbach-Langenlosheim. Man könnte zwar darüber streiten, ob es ökonomisch sinnvoll ist, in relativ enger Nachbarschaft gleich mehrere »Großflughäfen« zu fördern. Aber die Bahnanbindung des Hahn ist zumindest erheblich umweltfreundlicher als ein hochsubventionierter Ausbau der B 50 zu einer milliardenteuren Autobahn.

Durch den Bahnanschluß werden die umliegenden Hunsrück- und Moselgemeinden und das Straßennetz wirklich vom Schwerlastverkehr entlastet. Die unselige B 50 wird noch überflüssiger als sie es ohnehin schon ist. Die Verwirklichung der Pläne der Hahn-Betreiber sollte jedoch nur ein erster Schritt sein. Weitere Verbesserungen - die Reaktivierung vorhandener Strecken und der Neubau notwendiger Anbindungen - müssen folgen. Kreative Lösungen statt noch mehr Beton sind gefragt. Hoffentlich setzt sich diese Einsicht auch im Mainzer Verkehrsministerium durch, denn es ist doch höchst widersinnig, wenn sich unser Landesvater damit brüstet, Vorreiter bei der Übernahme von Kosten für den Bau von Fernstraßen zu sein, für die der Bund zuständig ist. Und das in einem Bundesland mit der zweithöchsten Neuverschuldung unter den westlichen Bundesländern.


Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach

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Einwendungen erheben

Zum Artikel »Stoßdämpfer-Test« für die Rollende Redaktion (TV vom 18.8.1999) diese Lesermeinung

Als ich den Bericht über den Zustand der Ortsdurchfahrt Salmrohr und den Hinweis auf die dringende Sanierungsbedürftigkeit weiterer Ortsdurchfahrten gelesen habe und den Leserbrief von Karl-Gustav Kwasny »Von der Entwicklung überholt« zur B 50 neu, habe ich mich Folgendes gefragt: Wäre es bei den ohnehin knappen Landesmitteln nicht notwendiger und sinnvoller, statt mit der geplanten Anschubfinanzierung für den Hochmoselübergang dem Bund 70 Prozent der voraussichtlichen Gesamtkosten von 287 Millionen, also über 57 Millionen (!), zu schenken, endlich das bereits vorhandene Straßennetz zu sanieren und um einige - preiswertere Ortsumgehungen - zu ergänzen. Was ist wichtiger: dem Transitverkehr eine »Überflugmöglichkeit« zu schaffen, oder dem Regionalverkehr verkehrssichere Straßen zu erhalten? Es fehlen Millionen für die Instandsetzung unserer Straßen (vgl. TV vom 22. April 1999). Daß die Landesregierung angesichts dieser Situation unser Geld in solchen Summen in eine Bundesstraße investiert, ist ein Hohn.

Bei einem desolaten Straßennetz in der Fläche werden dort Arbeitsplätze wegen der schlechteren Erreichbarkeit vernichtet.

Daß die B 50 neu der Region Arbeitsplätze bringen soll, ist durch nichts bewiesen und nur ein »Ver-Sprechen«. Die B 50 neu wird - im Gegenteil - viele Arbeitsplätze in der Landwirtschaft, im Weinbau und Fremdenverkehrsgewerbe in den betroffenen Gemeinden vernichten!

Deshalb sollten alle, auch die Bürger von Salmrohr usw. nach Eröffnung des Planfeststellungsverfahren zur B 50 neu Einwendungen gegen diese Projekt erheben.

Nikolaus Krämer
Zeltingen-Rachtig


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Werfen Sie den Spaten hin!

Zum Artikel »Der Wirtschaftsminister wirft den Spaten hin« vom 17. August, diese Leserzuschrift

Herr Wirtschafts- und Verkehrsminister Bauckhage; Herr Staatssekretär Diller!

Wie schön, daß Sie an diesem Tage, der Ihnen statt muffeliger Bürostunden einen Ausflug in die Eifel auf Kosten des Steuerzahlers beschert hat, auch meiner gedenken. Sie vergessen nur aufzulisten, was allein die »so bedeutsame Handlung« uns Steuerzahler gekostet hat: Zahlreiche Sekretärinnen schreiben Einladungen, nichtgenannte Arbeiter errichten mehrere Fahnenmasten, Helfer kaufen Spaten ein, die Hohen Herren und eine Dame lassen sich an den Handlungsort fahren. Kosten des geschätzten Arbeitsausfalls dieser Persönlichkeiten? Der zusätzlich zum üppigen Gehalt gezahlten Spesen? Des Umtrunks? - auch all derer, die im Hintergrund als wichtige Persönlichkeiten an diesem so symbolträchtigen Akt teilnehmen? Der Steuerzahler wird's schon richten!

Ob der den im gleichen Atemzug genannten Neubau der B 50 überhaupt will, wenn er erfahren könnte, was ihn das kostet? Und wo sind in den Ballungsräumen, die bereits über viele Autobahnanschlüsse verfügen, die versprochenen Arbeitsplätze? Diese Regionen würden mit unseren Verhältnissen gerne tauschen.

Herr Verkehrsminister, werfen Sie den Spaten hin! Der geplante Neubau der B 50 belastet die nächste Steuergeneration in unverträglichem Maße! Die Landesregierung hat versprochen, den Haushalt zu konsolidieren. Sorgen Sie dafür, Straßen so in Schuß gehalten werden, daß sich die Verkehrsteilnehmer nicht auf lauter Flickwerk um Kopf und Kragen fahren! Aber unbezahlbare Neubauten sind wohl wichtiger als der Erhalt eines sicheren Verkehrsnetzes.

Viele Grüße aus Longkamp, dem Ort, der sich zur Zeit bei der Landesregierung um die Anerkennung als Fremdenverkehrsort bemüht, dem die gleiche Landesregierung in 160 Meter Abstand zum Ort und durch ihre gesamte Gemarkung hindurch den Lärm und Schmutz einer autobahnmäßig geplanten B 50 zumutet.

Na denn, laßt uns neue Prospekte drucken, in Longkamp enstehen künftig neue Arbeitsplätze im Tourismusbereich!

Christa und Rolf Bielenstein
Longkamp


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500 Prozent mehr Lkw

Zur Berichterstattung über den Neubau der Bundesstraße 50 sowie den Hochmosel-Übergang erreichte uns folgende Lesermeinung:

In den jüngsten Äußerungen von Planern und Politikern zur B 50 neu könnte man bei gutem Willen leichte Zweifel an der Durchsetzbarkeit des Vorhabens erkennen.

Der Mainzer Verkehrsausschuß vermeidet es, betroffenen Bürgern vor Ort Rede und Antwort zu stehen. Stattdessen wird eine freundliche Einladung »auf sicheren Boden« in Mainz ausgesprochen.

Doch leider sind manche Planer und Politiker in ihren Äußerungen nicht immer ehrlich, beziehungsweise sie »vergessen« es, den Bürger über unangenehme Fakten zu informieren.

So behauptet beispielsweise Minister Bauckhage, daß die Ortsdurchfahrt Traben-Trarbach durch die B 50 neu entlastet würde.

Sieht man sich die offiziellen Verkehrsuntersuchungen zu den Planungsunterlagen genauer an, so ergibt sich für die ausgebaute L 187 zwischen Trarbach und Longkamp sogar eine Zunahme um 200 Fahrzeuge pro Tag allein durch den Zubringerverkehr zur B 50 neu!

Vergleicht man die Zahlen dieser Verkehrsprognose mit den Ergebnissen der letzten amtlichen Verkehrszählung von 1997, so würde allein der Lkw-Verkehr durch Trarbach und Kautenbach bis zum Jahr 2015 um sage und schreibe 500 Prozent zunehmen.

Für die B 53 zwischen Traben-Trarbach und Kinheim sagen die Planer Entlastungen von 600 Fahrzeugen pro Werktag voraus. Dabei wird verschwiegen, daß man zuvor das Verkehrsaufkommen auf circa 10 000 Fahrzeuge pro Tag (davon circa 800 Lkw) hochgerechnet hat.

Die Offenlegung der Pläne ab dem 4. Oktober sollte von jedem Bürger - egal, ob mehr oder weniger stark betroffen - zur eingehenden Prüfung genutzt werden. Einwendungen und Proteste können in beliebiger Form an die Bezirksregierung geschickt werden.

Für Traben-Trarbach stellen sich beispielsweise Fragen nach dem Ausgleich für Einbußen im Tourismus durch verstärkten Lkw-Verkehr und durch Zerstörung traditionsreicher Wanderwege (Abtragung der »Graacher Schanzen«), Fragen nach dem Ausgleich für Verluste bei Geschäften und Märkten (direkter Weg vom Hunsrück in die »Kaufstadt Wittlich«), Fragen nach dem Ausgleich für eine weitere Abwertung des Gewerbegebietes Mont Royal (ohne Autobahnanschluß), Fragen nach der unsicheren Finanzierung bei fehlenden Steuergeldern für den Unterhalt vorhandener Straßen und Fragen nach den zu erwartenden Mautgebühren (zwei Mark oder vierzig Mark oder ?).

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Nichts als leere Floskeln

Zur Berichterstattung über den geplanten Neubau der Bundesstraße schreibt dieser Leser:

Schöne neue Welt! Die Planungs-Unterlagen zur B 50 neu auf CD-Rom herauszubringen und damit gleichzeitig riesige Papierberge zu vermeiden, ist für die Bürokratie sicherlich revolutionär. Den ersten Schritt in eine neue Ära haben die befragten heimischen Politiker aber offensichtlich verpaßt, werfen sie doch weiter mit leeren Floskeln und vagen Behauptungen als Begründung für die angebliche Notwendigkeit der Baumaßnahme um sich.

Was soll man sich unter einer »gewissen Konkurrenz« zwischen den Flughäfen Frankfurt und Brüssel vorstellen? Welche ganz konkreten Auswirkungen werden denn auf »die Entwicklung der Region und die Arbeitsplätze« erwartet? Und wie die angebliche Entlastung von Ortsdurchfahrten berechnet wird, hat Herr Dr. Belitz in seinem Leserbrief vom 2. September dargelegt.

Es ist schon sehr bedenklich, wenn sich gerade politische Entscheidungsträger ihre Meinung nicht aus der Abwägung von Fakten, sondern auf Grundlage gebetsmühlenartig wiederholter, haltloser Argumente bilden.

Thomas Braun
Wittlich-Wengerohr


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Allein der Beweis fehlt

Zur Berichterstattung über den geplanten Neubau der Bundesstraße 50 folgende Lesermeinung:

In der Bibel sagt der Prophet Jeremia (11/15): »Was macht mein geliebtes Volk in meinem Hause? Sie treiben lauter Bosheit und, . . . wenn sie übel tun, sind sie guter Dinge darüber.«

Worte der Mahnung an die Politiker und die Verantwortlichen für den geplanten autobahnähnlichen Ausbau der B 50 neu; insbesondere die mit einem »C« wie christlich im Parteinamen sollten in ihren Entscheidungen dem großen »C« huldigen. Doch gerade die sind »guter Dinge darüber«, daß die autobahnähnliche B 50 neu gebaut werden könnte.

Um dies zu untermauern, spritzen Sie mit abgedroschenen Phrasen nur so um sich: »Wichtig für das Zusammenwachsen Europas / Ortschaften werden vom Verkehr entlastet/Entwicklung der Region« (Marita Sehn/FDP) und schließlich, wenn nichts mehr geht, kommt die allheilige Segnung: »Arbeitsplätze in der Region!« Das ist wie Weihwasser, allein der Glaube hilft!, Beweise Fehlanzeige! Prof. Dr. Monheim konnte beim TV-Forum in Ürzig mittels seiner Untersuchung beweisen, das die Ortschaften durch den Zubringerverkehr z. B. zur B 50 neu in kürzester Zeit eine Verkehrsexplosion erleiden, Mautumfahrungen nicht eingerechnet!

Am Ruhrgebiet - höchste Autobahndichte in Europa - läßt sich geradezu genial beweisen, welch einen Aufschwung eine Region durch eine Fernstraße nimmt, die Menschen von dort sind ein Großteil der Urlauber, die wir begrüßen dürfen, weil sie Entspannung, Ruhe und pure Natur suchen.

Wenn Fernstraßen Arbeitsplätze schaffen, dann gibt es dort auch keine Arbeitslosen. Leider beweisen die aktuellen Zahlen das genaue Gegenteil! Bis hierher dumm gelaufen für die Politiker.

Und es kommt besser, man kann schon jetzt berechnen, wieviele Betriebe in der Landwirtschaft, im Weinbau und im Fremdenverkehr dank der B 50 neu vernichtet werden. Also keine neuen Arbeitsplätze, sondern nur neue Arbeitslose, von denen einige wenige einen minderwertigen Arbeitsplatz (sozialer Abstieg) auf dem Hahn finden könnten.

Europa schaffen wir nicht durch Fernstraßen, sondern im Kopf eines jeden Europäers, doch dazu braucht es soziale Sicherheit und nicht sozialen Abstieg.

Jeremia (11/19): »Denn ich war ein argloses Lamm gewesen, das zur Schlachtbank geführt wird, und wußte nicht, daß sie gegen mich beratschlagt und gesagt hatten: Laßt uns den Baum in seinem Saft verderben und ihn aus dem Lande der Lebendigen ausrotten, daß seines Namens nimmermehr gedacht werde.«

Karl-Gustav Kwasny
Vorsitzender der AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung
Ürzig


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Hochmosel-Überwahnsinn

Zur Berichterstattung über den geplanten Neubau der Bundesstraße 50 folgende Lesermeinung:

Im Moment des Schreibens kann ich auf saftig grüne Bäume und Wiesen blicken, Weinberge bis an die Waldgrenze, die im Sonnenschein unseren goldenen Rebensaft hervorbringen, der wohl unbestreitbar zur Existenzgrundlage unserer Wein- und Ferienorte geworden ist. Doch was wird hiervon in absehbarer Zeit noch erwähnenswert und repräsentativ im Sinne von Wohnqualität, Weinanbau und Tourismus sein? Wieder einmal konnte ich in einer Ihrer Ausgaben einen erschreckenden Bericht über die B 50 neu lesen. Dieser Artikel hat mir erneut eine Hilfe hinsichtlich Zukonftsorientierung gegeben. Denn: In meinen künftigen Lebensplanungen hat meine Heimat stark an Qualität verloren.

Doch dies scheint nur einem Bruchteil der hier lebenden Bevölkerung wirklich bewußt zu sein. Wenn man überhaupt auf Kenntnis dieses Wahnsinnsprojekts stößt, dann bekommt man meist folgenden Kommentar: »Es ist eh zu spät - was soll ich denn daran ändern . . ?« Erschreckend, in einer Demokratie - andererseits auch verständlich, denn wie undurchschaubar und verborgen geschehen diese Planungen. Ich selbst mußte mich erst informieren, um das Ausmaß nur annähernd verstehen zu können.

Seit nunmehr vielen Monaten versucht die »AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung«, die Bevölkerung zu informieren und gegen dieses Landschaftsverbrechen vorzugehen. Leider mußten wir feststellen, wie hilflos und unbeachtet unsere Argumentation teilweise blieb. Auch auf der Basis gesunden, logischen Menschenverstandes gewachsene Darlegungen blieben oft nur belächelt und unverstanden. Womöglich müssen erst ein Betonpfeiler so hoch wie vier Kirchen im Vorgarten stehen und 30 000 Pkw und Lkw über die so beliebte Ferienwohnung donnern, bis man die Hände aus dem Schoß nimmt.

Wenn wir noch länger mit Nichtstun beschäftigt sind, dann bleibt uns nur noch, nach einer geeigneten Ausrede für unsere Kinder und Enkelkinder zu suchen, warum wir damals, in den 90-ern, nichts gegen den Hochmosel-Überwahnsinn und die falschen Versprechungen getan haben. Vielleicht erscheint mit den Akten auf der CD-Rom auch ein »historischer Bildband der Mittelmosel«, damit wir wenigsten in Bytes unsere Heimat erhalten haben.

Marco Schmitz
Ürzig


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Behördenwillkür und Verschwendung

Zum Thema B 50 neu diese Lesermeinung:

Im Zusammenhang mit dem sich leider deutlicher abzeichnenden Bau der B 50 neu muß ich einige Anmerkungen machen.

Angesichts der Verkehrsplanung in der Moselregion muß man sich fragen, wie zielgerecht, ökonomisch und ökologisch sinnvoll die Verkehrsplanung von Politikern und Behörden ist. Es kann nicht sein, daß während die B 50 neu schon als Damoklesschwert über uns schwebt, in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren auf der Strecke, die nun die B 50 neu ersetzen soll, vier Umgehungsstrassen gebaut wurden, nämlich Klausen, Osann-Monzel, Maring-Noviand und Monzelfeld. Um eine gute Verbindung herzustellen müßte man also nur noch das »Nadelöhr« Mülheimer Berg überbrücken. Zum Beispiel mit einer, schon viel diskutierten, Kriechspur für Lkw.

Ich frage nun, wie kann es sein, daß erst Millionen für eine durchgehende, nicht von Ortsdurchfahrten gestörte Eifel-Hunsrück Verbindung ausgegeben werden, deren Optimierung nur noch eine recht kostengünstige Kriechspur von Mülheim bis Monzelfeld wäre, wenn schon im Raum steht, daß man das »Problem« mit einem gigantischen autobahnähnlichen Bauwerk lösen will? Ist es vorausschauend und wirtschaftlich geplant, wenn die schönen, teuren Ortsumgehungen verwaisen, weil die Leute, die in Klausen von der Autobahn 1 abfahren, sowieso nur noch die sind, die in die Orte wollen. Beweist es Fingerspitzengefühl und gesunde Kalkulation wenn gute aber teure Straßen gebaut werden, deren Nutzungsende absehbar ist? Ist es clever, einer mautpflichtigen, 15 Minuten ersparenden, staugefährdeten Brücke ein gut ausgebautes Netz an bestehenden Bundesstraßen entgegenzustellen, die zum Umfahren der Mautstelle einladen? Wäre es nicht sinnvoller, eine Kriechspur für LKW am Mülheimer Berg zu errichten, was billiger und ökologischer wäre, zumal man dieses Projekt ja schon diskutiert hat und es wohl schnell fertigzustellen wäre?

Ich finde alle diese Punkte zeigen Konzeptlosigkeit und fehlenden Weitblick bei den Verantwortlichen, die unsere Steuergelder, unsere Umwelt und somit unsere Gesundheit und Lebensqualität zu verwalten haben. Schon aus Protest gegen diese Behördenwillkür und Verschwendung sollten sich alle Bürger gegen Projekte wie die B 50 neu wehren. Dem ist noch anzufügen, daß immer mehr und immer breitere Straßen den Autowahn letztlich fördern, da sie zur munteren Raserei animieren, anstatt mit ein paar Staus für einige Denkpausen zu sorgen.

Matthias Schömann-Finck
Zeltingen-Rachtig


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Infrastruktur für Arbeitsplätze

Zum Bericht über die B 50 neu (TV vom 8. Oktober) diese Lesermeinung:

Bereits der von Herrn Kwasny getätigte Ausspruch eingangs des Artikels zeigt, daß die »AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung« wohl nur zur Formulierung provokativer Phrasen im Stande ist, harte Fakten aber offensichtlich (bewußt?) nicht würdigt.

Wie ist es anders zu erklären, daß als bestehende Verbindungen in den Rhein-Main-Raum die Autobahnen A 3 und A 61 genannt werden, die in keinem direkten räumlichen Zusammenhang mit der Region stehen? Auch Herrn Kwasnys Einschätzung, der Neubau der B 50 werde sich nachteilig auf die Immobilienpreise auswirken, entspricht sicher nicht dem üblichen Trend der Verteuerung von Grund und Boden nach Anbindung strukturschwacher Regionen an urbane Ballungsräume. Die isolierte Betrachtung des Arbeitsmarktes (»Wer hat hier in der Umgebung von Ürzig und Erden etwas mit Flugzeugen zu tun«) mag mit Kwasnys kurzsichtigen Betrachtungsweisen zusammenhängen.

Zum Erhalt und zur Verbesserung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit der Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen bedarf es auch einer entsprechenden Infrastruktur. Der Flughafen Hahn ist eine große Chance für die Region. Dort werden definitiv Arbeitsplätze geschaffen, ohne eine überregionale Verkehrsanbindung wird die für den regionalen Arbeitsmarkt dringend benötigte Größenordnung aber nicht zu erreichen sein. Den Bau einer so wichtigen Straße wie der B 50 neu zu blockieren hieße nicht Fortschritt sondern Rückschritt. Ich denke, dies wäre wohl nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger unserer Region.

Ralf M. Engel
Brauneberg


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Widerstand ist nicht zwecklos

Zum Thema B 50 schreibt diese Leserin:

Herr Schömann hat in seinem Leserbrief recht, und so argumentieren der BUND und die AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung ja auch ganz entschieden: Die Alternativen zur Querung des Moseltales sind vorhanden, zum Teil mit einem Bruchteil der Kosten für die B 50 neu herzustellen. So beispielsweise das erwähnte Nadelöhr, Aufstieg von Mühlheim nach Monzelfeld.

Das ist sogar noch schlimmer als Matthias Schömann es schildert: Über den Bau der Kriechspur von Mülheim nach Monzelfeld wird nicht nur diskutiert, er ist bereits genehmigt und zwar seit 1997. Warum ist sie nicht längst gebaut? Vielleicht, weil es dann noch weniger Befürworter der B 50 neu und des Hochmoselübergangs gäbe? Aber warum sind Matthias Schömann und offensichtlich auch Christian Meier in seinem Kommentar »Schadensbegrenzung« so wenig zuversichtlich, daß dieses Machwerk noch zu verhindern ist?

Vielleicht kriegen wir ja noch einmal einen neuen Verkehrsminister? Und sind nicht aller guten Dinge drei? Wir leben in einem Rechtsstaat. Das heißt, nicht nur Bürger, auch Behörden sind an Recht und Gesetz gebunden. Und geltendes Recht ist, daß Straßenbauer unsere Landschaft und die Natur nicht nach Belieben verbrauchen dürfen. Den Schaden, den sie anrichten, müssen sie wieder gutmachen, in den sogenannten Ausgleichsmaßnahmen. Ist das nicht möglich, muß die Wichtigkeit der Straße die Zerstörung rechtfertigen.

Matthias Schömann macht doch deutlich, daß es für die Querung des Moseltales Alternativen gibt. Und die als wichtigster Grund betonte Notwendigkeit der Fernstraßenverbindung von Belgien in den Rhein-Main-Raum ist an den Haaren herbeigezogen, weil schon heute dreifach vorhanden.

Fazit: Wenn eine Klage notwendig wird, werden die Straßenbauer es schwer haben, nachzuweisen, daß ihr Bauwerk unverzichtbar ist.

Heide Weidemann
Erden


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Fakten statt leerer Versprechungen

Zum Leserbrief von Herrn Engel (TV vom 11. Oktober) folgende Anmerkung:

Herr Engel bringt in seinem Leserbrief so einiges durcheinander. Zunächst einmal ist die Autobahn 60/Bundesstraße 50 neu von Anfang an als Transitstrecke geplant. So bezeichnet Verkehrsminister Hans-Artur Bauckhage die B 50 neu und den Hochmosel-Übergang als »Teil der großräumigen europäischen West-Ost-Achse, die den niederländischen und belgischen Raum mit dem Rhein-Main-Gebiet und Südwestdeutschland verbindet.« Nach Auskunft des Bundesverkehrsministeriums soll sie primär dazu dienen, Verkehre von den Rheinautobahnen A 3 und A 61 zu verlagern. Eine regionale Bedeutung wird nur attestiert, um Werbung für das Projekt zu machen.

Auch die Thesen, die Herr Engel als »harte Fakten« deklariert, stimmen so nicht. Faktum ist, daß genau diese Behauptungen seit langem gleich mehrfach wissenschaftlich widerlegt sind. So kommt beispielsweise die Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung (das heutige Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung) in Bonn in einer aufwendigen Untersuchung zu dem Ergebnis, daß in einem Land, das mit einer solch dichten Fernstraßen-Infrastruktur ausgestattet ist, wie es in der Bundesrepublik der Fall ist, neuer Straßenbau nur noch zu Verlagerungen, nicht aber zu den vielfach beschworenen »Positiven Impulsen« führt. Straßenbau ist nach dieser Studie nur noch für die Erreichbarkeit von Bedeutung. Daß angesichts der starken naturräumlichen Eingriffe gegenüber einer minimalen Verbesserung der Erreichbarkeit die gesamte A 60/B 50 neu nicht zu rechtfertigen ist, hat der Deutsche Verband für Angewandte Geographie nachgewiesen.

Letztendlich belegt eine Studie der Deutschen Straßenliga, daß die Beschäftigungseffekte von Verkehrsinvestitionen pro 100 Millionen investierte Mark beim Autobahnbau mit Abstand am Geringsten (1201 Arbeitsplätze pro Jahr) und bei Verkehrsberuhigungs-Maßnahmen am Höchsten (2573 Arbeitsplätze pro Jahr) sind.

Auch die Arbeitsplatzzahlen am Flughafen Hahn sind mit Vorsicht zu genießen. Wie viele entstehen wirklich neu? Es ist bereits vorgekommen, daß der Trierische Volksfreund über »neue« Arbeitsplätze in einem neu angesiedelten Unternehmen berichtet und ein paar Seiten weiter in einer kurzen Notiz die Schließung eines Werkes eben dieses Unternehmens an einem anderen Ort erwähnt.

In dieser Diskussion sollte man sich mit den wirklichen Fakten beschäftigen und nicht die leeren Versprechungen der Politiker wiederholen. Davon werden deren Aussagen auch nicht richtiger.

Thomas Braun
Wittlich-Wengerohr


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Traurige Liste der Planungsbehörde

Zum Thema B 50 und der Beteiligung der Politiker an Informationsveranstaltungen schreibt dieser Leser:

Warum möchte der Abgeordnete Peter Bleser extra eingeladen werden? Die Info-Termine der »AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung« zur B 50 neu sind seit langem bekannt, und Herr Bleser hätte wie jeder interessierte Bürger teilnehmen und sich zu Wort melden können.

Es wäre sicher sehr interessant, Herrn Blesers Meinung zur B 50 neu nach Offenlegung der Planungsunterlagen zu hören. Als Bundestagsabgeordneter kennt er wahrscheinlich den gesamten Text. Insbesondere würde mich interessieren, wie er die in den amtlichen Planunterlagen zugegebene Zerstörung von Landschaft und Natur, die Schädigung von Weinbau und Tourismus, die Verseuchung von Luft und Wasser und die Vertreibung vieler geschützter und ungeschützter Tierarten rechtfertigen will.

Nicht etwa eine »parteiische« Umweltschutzorganisation listet die gefährdeten Tierarten auf, sondern diese traurige und beschämende Liste wurde von der Planungsbehörde selbst erstellt. Angefangen bei der seltenen Wildkatze, über Rebhuhn und Feuersalamander bis zum Schwarzspecht leben im Mosel/Hunsrück-Bereich der B 50 neu-Trasse mehr als zwanzig landes-und bundesweit gefährdeten Tierarten - ganz abgesehen von den »weniger bedeutenden« Arten. Laut amtlichen Bericht sind diese Tiere »besonders empfindlich gegenüber straßenbedingten Störungen sowie der Zerstörung ihrer Lebensräume und durch Verkehrstod gefährdet«.

Nochmals: Es wäre sicherlich interessant, die Rechtfertigungen von Bundestagsmitglied Peter Bleser und von anderen Politikern zu hören.

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Tourismusfeindlich

Zum Leserbrief von Ralf M. Engel, (TV, 11. Oktober) diese Leserzuschrift:

In einer Studie »Tourismus in Deutschland«, kam der Studienkreis für Tourismus in Starnberg bereits 1992 zu dem Ergebnis, daß »gesunde Luft und saubere Umwelt« die Wunschliste des Deutschland-Urlaubers anführen. Landschaftserhaltung und Naturerlebnis sind für die Gäste wichtiger als preisgünstige Angebote.

Bei einem Touristikforum in Bernkastel waren die Touristiker sich einig, daß der Urlauber seine Urlaubsregion als Ganzes und möglichst naturnah erleben will. Der anwesende Minister Bauckhage bezeichnete den Tourismus als Jobmaschine Nr. 1. Er mußte sich von der anwesenden Dozentin allerdings belehren lassen, daß das beste Buchungssystem nichts nützt, wenn das Produkt nicht stimmt. Gleichzeitig teilt uns unser Minister in seiner Werbebroschüre der B 50 neu seine Fiktion der blühenden Landschaften durch Neuansiedlung von Handwerk und Industrie mit. Wer die Autobahnen Richtung Osten fährt, kann auf den weithin sichtbaren Werbeplakaten für Gewerbeansiedlungen entnehmen, welchen Traum schon andere träumen.

Wer sich wie Herr Engel im vermeintlich brückenfernen Brauneberg harter Fakten rühmt und andere als provokative Phrasendrescher bezeichnet, muß sich allerdings fragen lassen, wo er seine Meinung abgeschrieben hat. Wer sein Haus direkt neben einer autobahnähnlichen Brücke hat und von Urlaubern lebt, hat keinen Wertverlust, keine gestörte Optik, keine zusätzliche Lärmbelästigung?

Wenn man die Entwicklung des »Hahn« betrachtet so kann alles Positive nur begrüßt werden. Zum Erhalt und zur Verbesserung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit zerschneidet man eben nicht eine gewachsene Urlaubsregion durch eine Autotrasse, sondern geht mit ihren Ressourcen sorgsam um.

Personen wie Herr Kwasny, die parteilos und ohne persönlichen Vorteil Zivilcourage zeigen, und sich gegen eine scheinbar übermächtige Behörden wehren, sind in der heutigen Zeit nur noch selten zu finden. Persönliche Diffamierungen, wie in besagtem Artikel, sind im politischen Alltagsgeschäft eher die sanfte Variante. Die Mittel, die mündige Bürger noch haben, sollten sie auch nutzen. Wenn sie sich durch die B 50 neu geschädigt sehen, erheben sie ihre schriftlichen Einwendungen. Nur wer sich bewegt, bewegt etwas. Noch ist der Bau der B 50 neu mit Hochmoselübergang zu stoppen.

Ralf Schmidt
Hotel Ürziger Rotschwänzchen
Ürzig


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Störender Lärmteppich

Zu dem Bericht über die Sitzung des Stadtrats (Trierischer Volksfreund vom 5. Oktober) schreibt dieser Leser:

Im Artikel »Jeder Meter ist wichtig« vom 5. Oktober bleiben leider zwei in der Ratssitzung angesprochene Aspekte unberücksichtigt.

Zum einen liegt der Grund für den nicht vorhandenen Lärmschutzdamm im Hofflürchen darin, daß man in Bombogen zwischen Lärmschutz und schädlichen Einflüssen auf das Mikroklima durch einen Wall abwägen mußte und sich daher gegen den Lärmschutz entschieden hat.

Zum anderen kann ich als Anwohner der Bahntrasse den (in der Berichterstattung unerwähnt gebliebenen) Einwand Michael Wagners nur bestätigen, daß eine kurzzeitige Überschreitung der Lärmgrenzwerte durch verbeirauschende Züge weitaus weniger störend empfunden wird als der andauernde »Lärmteppich« einer stark befahrenen Straße, selbst wenn dieser Lärm unterhalb der hohen Grenzwerte liegt.

Dieses persönliche Empfinden wird durch zahlreiche empirische Untersuchungen in ganz Deutschland bestätigt.

Thomas Braun
Wittlich-Wengerohr


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Wunderbare Akustik und gesunde Luft

Zur Berichterstattung über den geplanten Neubau der B 50 diese Leserzuschrift:

Hiermit möchte ich mich bei den Mainzelmännchen und Berlinern schon im Voraus für die tolle Straße (B 50 neu), welche unsere Region (unter anderem auch die Schäferei) Europa so viel näher bringt (Luftlinie circa 300 bis 400 Meter laut Plan), bedanken.

Ganz besonders möchte ich mich für die wunderbare Akustik, die gesunde Luft, deren Qualität sicherlich deutlich steigen wird und natürlich auch für die einzigartige, landschaftliche Gestaltung, denn wer hat schon eine vierspurige Straße vor der Haustür, bedanken.

Ich freue mich, daß Land und Bund keine Mühen und vor allem auch keine Kosten (mehrere 100 Millionen) scheuen, um die Attraktivität unsere einzigartigen Wald- und Wiesenlandschaft zwischen Traben-Trarbach, Graach, Ürzig und Longkamp mit einer architektonisch reizvollen Brücke und einer schönen Straße zu verzieren. Es werden mit Sicherheit sehr viele Touristen durch dieses gewaltige, aus Beton gefertigte Bauwerk zwischen Ürzig und Rachtig angelockt.

Der Dank anliegender und vom Tourismus lebender Betriebe ist ihnen sicher. Ganz zu schweigen von der B 50 neu, welche Wald und Wiesen zwischen Rachtig und Longkamp vierspurig durchschneidet. Dieses vierspurige Bauwerk stellt heute schon eine Attraktion, gar eine Herausforderung, für jeden Wanderer zwischen Bernkastel und Traben-Trarbach dar. Auch hier ist ihnen der Dank betroffener Betriebe sicher.

Ach, beinahe hätte ich den Dank einer anderen Menschengruppe, welche sich um Brücke und Straße tummelt, vergessen - die Grundstücks- und Eigenheimbesitzer. Auch hier wird die Freude unvergänglich sein. Endlich Anschluß an Europa und den Rest der Welt.

Ich hoffe, daß meine »Laudatio« nur im Trierischen Volksfreund erscheint und ich sie nie nach Mainz und Berlin versenden muß. Noch kann das Projekt »Landschaftsverschandelung« gestoppt werden - aber nur, wenn in Mainz und Berlin endlich Vernunft und Sachverstand in die Amtsstuben einzieht. Im neuen Berliner Regierungsviertel hat man dafür hoffentlich ein paar Zimmer eingeplant.

Siegfried Beucher
Graach-Schäferei


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Shuttle für gestreßte Politiker

Zum Bericht über die Planungen für die B 50 neu (TV vom 14. Oktober) folgende Lesermeinung:

Sieht man sich die aus den Planunterlagen entnommenen B 50 neu-Werbebilder an, so fragt man sich, wie die Lkw-Ströme aus Westeuropa zur Zeit ohne die Bundesstraße 50 neu Deutschland 'gen Osteuropa durchqueren. Die vorhandenen Ost-West-Achsen werden von Planern und Politikern einfach unterschlagen. Allerdings zeigt uns die Übersichtskarte deutlich, daß es bei der B 50 neu nicht um unsere Region, sondern um den großräumigen Transitverkehr quer durch unsere Region geht. Die dick eingezeichnete gelb-rot-blaue Linie des derzeitigen Planungsabschnittes gibt die Verhältnisse demgegenüber leider realistisch wieder: Für nur 20,6 Kilometer Straße zwischen Platten und Longkamp werden allein für die Trasse 147 Hektar Land verbraucht. Weitere 440 Hektar intakte Wälder, Acker- und Weinbauflächen werden für sogenannte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (auch in den Gemarkungen Wolf und Kautenbach) benötigt. Insgesamt beträgt damit der Flächenbedarf etwa 5,9 Millionen Quadratmeter.

Der von Planer Hans Gaß genannte Zeitrahmen von einem Jahr bis zur »Baugenehmigung« erscheint sehr optimistisch: Das Verfahren für den Abschnitt zwischen Altrich und Platten läuft seit Oktober 1997, ein Ende ist noch nicht absehbar. Für den wesentlich aufwendigeren Abschnitt bis Longkamp dürfte das Verfahren vermutlich deutlich mehr als zwei Jahre dauern - sofern das jetzt zuständige Landesamt für Straßenverkehr in Koblenz ebenso unbefangen urteilt wie die Bezirksregierung in Trier.

Aus der wenig sachdienlichen Äußerung der Abgeordneten Elke Leonhard wird nicht ersichtlich, wen sie mit »wir brauchen die Straße« meint. Vielleicht gibt es ja demnächst einen Shuttle für gestreßte Politiker, die von Berlin via Hahn zum Kurzurlaub an die Mosel jetten, um nachzusehen, wo unsere Steuergelder geblieben sind.

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Die Region muß sich entscheiden

Zum Leserbrief von Ralf M. Engel (TV vom 11. Oktober):

In der Tat: Ich bin kurzsichtig, aber dies geht nur meinen Augenarzt und mich etwas an; und das ist mittels einer Brille bereits korrigiert. Viel schlimmer ist, daß Herr Engel, als ihn das »Licht« der Erkenntnis traf, einen solchen unqualifizierten Leserbrief formulieren mußte, denn er hat die Pläne dieser Trasse noch nie genauer eingesehen oder aber er wird denken, er lebe in Brauneberg, da ist die B 50 neu weit genug weg.

Beides ist schlimm, denn die Mittelmosel ist eine einzigartige Region und alle leben voneinander und miteinander: »Die Querung der Mosel mit einer circa 1,7 Kilometer langen Brücke stellt einen erheblichen, nicht ausgleichbaren Eingriff in das Landschaftsbild dar. Der Charakter des Moseltales mit den typischen kleinen Weinorten wird durch dieses groß dimensionierte Bauwerk verändert.«

»Neben den betriebsbedingten Beeinträchtigungen der natürlichen Erholungseignung durch die Verlärmung des Moselspornes und die der Landschaftsbildqualität sind auch Beeinträchtigungen der Erholungsinfrastruktur zu erwarten.« »Insgesamt ist das Gebiet (entlang der B 50 neu) durch das Vorkommen zahlreicher seltener und gefährdeter Arten gekennzeichnet. Dabei sind zahlreiche der genannten Indikatorarten (Wildkatze, Baummarder, Dachs, Haselhuhn) besonders empfindlich gegenüber straßenbedingten Störungen, sowie der Zerschneidung ihrer Lebensräume und durch Verkehrstod gefährdet.« »Belastungen für das Grundwasser ergeben sich durch das von der Straße (B 50 neu) ablaufende, mit Schadstoffen verunreinigte Niederschlags- und Tauwasser.«

»Auf dem Moselsporn ragt die Schutzzone des Heilquellenschutzgebietes Bad Wildstein von Osten in das Gebiet (der B 50 neu). Innerhalb des Heilquellenschutzgebietes wird ein Wasserschutzgebiet der VG Traben-Trarbach angeschnitten.« »Der Betrieb der Straße wird allgemein zu einer Erhöhung der Schadstoffbelastung in diesem Raum führen. Insbesondere in den bislang unbelasteten Bereichen östlich des Bieberbaches bis zu den Moselhöhen und auf dem Plateau, wird es zu einer Verschlechterung der Luftqualität kommen.« »Der Betrieb der B 50 neu führt zu einer Schadstoffanreicherung der Kaltluft.«

Den vorstehenden Text in »Gänsefüßchen« habe ich nicht extra formuliert, sondern dies sind Zitate aus dem Planfeststellungs-Verfahren, das zur Zeit in den Verbandsgemeinden einzusehen ist. Die Region muß sich entscheiden: Sind wir eine der besten Weinbau-Regionen der Welt und leben von den Touristen, die dieses Naturereignis zu würdigen wissen oder sind wir Industrieansiedlung mit nahem Großverkehrsflughafen? Beides in einer Region ist unvereinbar, und wenn der Engel Autobahnen und Flughäfen für sein Wohl braucht, sollte er in den Ruhrpott entschweben.

Karl-Gustav Kwasny
Ürzig


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Soll die B 50 neu durchgedrückt werden?

Zur Berichterstattung über die B 50 neu folgende Leserzuschrift:

Was ist mit der Aussage unserer politischen Repräsentanten gemeint: »Wir brauchen diese Straße«? Wer ist wir?

Wir, die Bürger von Platten, Ürzig, Rachtig, Zeltingen, Graach, Longkamp usw. brauchen diese Straße, die 147 Hektar unserer Natur unwiderbringlich zerstört, weitere 440 Hektar aus der Bewirtschaftung herausnimmt, die unsere Landschaft mordet, die den Fremdenverkehr, Weinbau und Landwirtschaft platt macht, die - für mich verfassungswidrig - mit vorerst 20 Prozent (entspricht rund 57 Millionen) Landesmittel mitfinanziert werden soll, wir brauchen diese Straße nicht.

Was passiert eigentlich, wenn kein privater Investor gefunden wird oder wenn die Maut die Finanzierungskosten nicht deckt? Wer zahlt dann die Zeche? Wir!

Wir brauchen keinen zusätzlichen Verkehr, der - wie internationale Erfahrungen zeigen - die Mautstrecke durch die Dörfer umfährt und dort den Verkehrsdruck noch erhöht.

Wir brauchen die Anbindung der Autobahn bei Altrich über Neuenhof nach Osann. Wir brauchen die dritte Fahrspur zwischen Mülheim und Monzelfeld. (Warum wird sie eigentlich nicht gebaut, obwohl seit zwei Jahren Baurecht besteht? Soll damit die unnötige und überteuerte B 50 neu »durchgedrückt« werden?). Wir brauchen eine dritte Fahrspur im Zeltinger Berg. Wir brauchen Ortsumgehungen in Wengerohr, Platten und Longkamp.

Wir sind für die Lösungen, die die Region braucht und auch verträgt und die nur Bruchteile an finanziellem Aufwand und Naturzerstörung mit sich bringen.

Nikolaus Krämer
Zeltingen-Rachtig


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Eine große Enttäuschung

Zum Artikel »Aktenberge für ein Stück Straße« (TV vom 14. Oktober) diese Zuschrift

»Wir brauchen diese Straße«, so Elke Leonhard zur B 50 neu. Das war nicht immer so. Als vor etlichen Jahren der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine Bereisung der A 60-Trasse unternahm - unter anderem mit Frau Leonhard - äußerte sie zu dem Straßenbauvorhaben angesichts des damals noch unberührten Kylltals: »Das kann man doch nicht machen!«

Damals gab es in der SPD überhaupt nur wenige Befürworter der A 60 und B 50 neu. Im Landtagswahljahr 1992 dann befürchtete die Partei den Verlust von Wählerstimmen, wenn man sich dem Bau entgegenstellte. Und flugs wechselte man die Seite. Die Mitglieder wurden ruhig gehalten mit der Begründung: »Für eine Autobahn gibt es gar keinen Bedarf, die wird sowieso nie gebaut, deswegen können wir uns jetzt ruhig dafür aussprechen!«

Aber als Scharping dann Ministerpräsident war, kam auf einmal alles anders: Auf sein und Brüderles Betreiben kam die A 60/B 50 neu in den vordringlichen Bedarf, und bald schon wurde mit der Planung und dem Bau begonnen.

Dem Vernehmen nach wurde die Strukturschwäche des Landes in die Kosten-Nutzen-Analyse mit hineingerechnet und obendrein erklärte sich das Land zu einer finanziellen Beteiligung an der Bundes(!)-fernstraße bereit. Dieser plötzliche Meiungsumschwung war für viele - auch für mich - eine große Enttäuschung.

Heide Weidemann
Erden


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Planung ist nicht mehr zeitgemäß

Zu dem Artikel »Aktenberge für ein Stück Straße« in der Ausgabe vom 14. Oktober folgende Leserzuschrift:

Die im TV veröffentlichte Skizze aus der CD der Planfestellungsunterlagen zur B 50 neu suggeriert, daß die geplante Straße die einzige Fernstraßenverbindung ins Rhein-Main-Gebiet sei. Mit dem Anschluss der A 60 an die A 1 bei Wittlich ist jedoch der Anschluss an ein durchaus ausreichendes Fernstraßennetz gegeben.

Außerdem kann keine der Karten deutlich machen, welche enormen Eingriffe in die Landschaft der Bau der neuen Straßen bedeuten wird. Man sehe sich einmal die riesige Schneise an, die sich momentan vor Wittlich auf die A 1 zubewegt. Überträgt man diese gedanklich auf das schmale Plateau oberhalb von Graach, kann man sich vielleicht vorstellen, welche gewaltigen Erdmassen bewegt werden müssen, um eine derart breite Strecke dort oben anlegen zu können.

Nicht nur wird die Landschaft zerstört, die Erdbewegungen werden die Anwohner eines weiten Umkreises über viele Jahre durch Staub und Lärm belasten, der Schaden für Weinbau, Landwirtschaftlich und Tourismus ist nicht absehbar. Bis Longkamp sind weitere sieben, teilweise größere Brückenvorhaben notwendig, um das Projekt B 50 zu realisieren. Wer den Planern glaubt, dies alles sei für 287 Millionen zu haben, irrt mit Sicherheit.

Die Planung der Straße stammt aus den 50er Jahren und ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Wenn dem so ist, daß die Trassenführung verbindlich ist, sollte man lieber das Projekt vergessen als einen erkennbar falschen Plan um jeden Preis durchzuziehen.

Dr. med. Renate Willkomm
Bernkastel-Kues


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Pläne sorgen für Schrecken

Zum geplanten Bau der B 50 neu erreichte uns diese Leserschrift:

Die Streckenführung als Ergebnis einer Variantenuntersuchung aus etwa der Mitte der 80er Jahre versetzte uns im damaligen Graacher Gemeinderat sowie erhebliche Teile unserer Einwohnerschaft in nicht geringen Schrecken! Zwar waren uns Umweltgesichtspunkte damals etwa so fremd wie einem Buntspecht das »Messerwerfen«, aber die Streckenführung bedeutete Längszerschneidung und nicht ausgleichbare Zerstörung unseres gesamten Naherholungsbereiches der Höhenlage, ein gutes Stück Attraktivitätsverlust des reizvollen Wanderweges Bernkastel-Trarbach und erhebliche Wertminderung des Jagdbezirks. Der Flächenverlust unserer Gemarkung geht einher mit bedeutsamer Schmälerung der kommunalen Land- und Jagdpachteinnahmen.

Uns erschien die Straßenbaumaßnahme als bedrohliche Entwicklung und die auch damals immer wieder herausgestellten »übergeordneten europapolitischen Gesichtspunkte« waren da wenig tröstlich. Der Versuch, die Gemeinde Zeltingen-Rachtig zum Widerstand zu bewegen, blieb ohne Reaktion. Schon damals waren die Befürworter des Straßenbaus lokal in den Reihen der »linientreuen Parteimitglieder« und der Eigentümer der benötigten und im Vergleich zum Marktpreis eher gut bezahlten Flächen zu suchen. Ob unsere gegenwärtigen Kommunalpolitiker hinsichtlich der durch ihre Beschlüsse ausgelösten und nicht nur auf die lokalen Lebensraumentwicklungen beschränkten Auswirkungen entscheidend dazu gelernt haben, bleibt zu wünschen, scheint aber hinsichtlich der Mehrheit unsicher! Alle aber stecken in der Zwickmühle die da lautet: Das Einvernehmen nicht herzustellen oder sich die landes-, bundes- und europapolitisch als unvermeidlich dargestellten lokal nachteiligen Vorteile andernorts »satt vergolden« zu lassen!

Winfried Ehlen
Graach


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Zur Anzeigenkampagne der Eifel-Mosel-Hunsrück AG!

folgender Leserbrief ist exakt aus »Mosel-Hunsrück aktuell« übernommen

Langsam bekommt man das Gefühl, die Region soll lieber in einem von außen herbeigeführten Dornröschenschlaf liegen bleiben.

Die Vorteile für den Tourismus, dass z.B. Touristen aus Belgien oder dem Rhein-Main-Gebiet schneller an die Mosel kommen können, spricht keiner. Dass ein Anschluss an das europäische Autobahnnetz in Zeiten sich abzeichnender Standortverlagerungen als zusätzlichen Attraktivitätsbonus gelten kann, lernt jeder in der Schule, ein gutes Beispiel ist Wittlich, wie durch geschickte Unterstützung und Autobahn eine Industriestadt entsteht.

Bei einer Region, die vom Fortschritt unberührt ist, liegen die nächsten attraktiven Arbeitsplätze in Koblenz, Trier und im Rhein-Main-Gebiet, aber nicht vor Ort.

Auf der Webseite der Eifel-Mosel-Hunsrück AG findet der Betrachter ziemlich viel aufreisserisch gemachter polemischer Müll, teilweise Behauptungen, Unwahrheiten, welche schon durch sachkundige Gutachten widerlegt, wie zum Beispiel die Falschaussage seitens der AG, dass die B50 das Klima maßgeblich in der Wittlicher Senke beeinflusst.

Ich greife mir aber mal zwei Punkte heraus, die mich besonders stören.

  1. Aussage der AG: Mont Royal Industriegebiet wird nicht an die neue "B50" angeschlossen, statt dessen nimmt man lieber das LKW-Chaos in der Touristenstadt in Kauf, hier ist aber die Stadt selber Schuld. Man hätte bei der letzten Flurbereinigung im Kräuterhausweg eine entsprechende Auffahrt (Rosenhof - Mont Royal entlang des alten Weinbergweges) ausweisen können. Land wäre ja genug dagewesen, wahrscheinlich war eine Auffahrt à la Barl einigen hohen Stadtratsmitgliedern zuviel Lärm in ihrem großen Anwesen.
  2. Aussage Entwicklung Hahn geht kaum weiter: Das Flughafen-Industrie-Kombigebiet ist ein leuchtender Punkt in unserer Region. Über 50.000 Passagiere bei Ryanair, 73% Kapazitätsauslastung; mehr als 600 neu geschaffene Arbeitsplätze in einer sehr strukturschwachen Region sollte man nicht vergessen. Schnell steigendes Frachtaufkommen und über 26 Millionen Investitionen in die Infrastruktur machen den Hahn zu dem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in unserer Region. Die Liste ließ sich beliebig fortsetzen.
Auf jeden Fall muß die B50 Hochtalbrücke gebaut werden, um eine schnelle und sichere Anbindung an die Industriezentren Europas zu ermöglichen. Diese Infrastrukturmaßnahme, genau so wie der vollständige Ausbau der A1 Daun-Blankenheim, könnten schon seit 20 Jahren vollendet sein und die Entwicklung in unserer Region fördern.

Philipp Immich
RWTH Aachen (Student)


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Das Volk wird übergangen

Zu den Leserbriefen zur B 50 neu schreibt diese Leserin:

Heide Weidemann, Dr. Hans-Jürgen Belitz und Sigfried Beucher - drei von den Hunderten von Menschen, die sich Gedanken über dieses nicht notwendige Monstrum machen, sei Dank. Die Planer und Politiker handeln wahrscheinlich so, zum Wohle des Volkes, aber das Volk wird nicht gehört und somit übergangen.

Es sind die Planer und Politiker, die sich eine goldene Nase verdienen wollen. Die Unternehmen, die die Millionen scheffeln wollen, alles nur zum Wohle des Volkes! Genau diese Leute haben ihre Villen im Abseits, die werden nie unter der Brücke wohnen müssen, wie wir!

Vor ein paar Jahren mußten kleine Leutchen ihre Gartenhäuschen abreißen (oder wurden abgerissen), die ganz im Verborgenen standen und niemand belästigt haben. Es hat angeblich der Umwelt und Natur geschadet.

Für normale Kreisstraßen oder eine Dorfstraße ist kein Geld da. Für normale Bauten, die nicht soviel Geld kosten, ist kein Geld da. Es muß Hunderte von Millionen kosten, dann wird die Sache erst interessant für die Planer und Politiker. Ich glaube, daß schon soviel Geld für die Planung dieser ominösen Brücke draufging, daß die Planer und auch die Politiker nicht mehr zurück können oder wollen!

Was sind aber ein paar Millionen mehr in den Sand gesetzt, als eine ganze Region ins Unglück zu stürzen, von der herrlichen Natur ganz zu schweigen.

Edith Zerle
Zeltingen-Rachtig
Ürziger Mühle


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Die Angst der Menschen wächst

Zur Berichterstattung über die B 50 neu diese Lesermeinung:

Seit Jahren verfolge ich nun die Diskussion über den geplanten Bau der B 50 neu mit Hochmosel-Übergang. Ich möchte in diesem Zusammenhang nur noch einmal an die Profilierungssucht einiger Gemeinderatsmitglieder von Zeltingen-Rachtig erinnern, als es darum ging, den Hochmosel-Übergang zwischen Rachtig und Ürzig anzusiedeln.

Sämtliche Alternativvorschläge wurden aus Angst abgeblockt, andere Gemeinden könnten von dem vermeintlichen Prestige-Objekt profitieren. Gleichsam fallen mir aber auch einige Grundstücksbesitzer ein, die dem schnöden Mammon allzu schnell erlagen und bedenkenlos ihr Land verkauften.

Doch mit Schuldzuweisungen kommt man zum jetzigen Zeitpunkt keinen Schritt weiter. In vorbildlicher Weise hat sich der Gemeinderat von Ürzig gegen den Bau der B 50 neu ausgesprochen und damit dem Empfinden der Mehrheit seiner Bürger Rechnung getragen. Auch in Zeltingen-Rachtig wächst die Zahl der Gegner kontinuierlich, was wohl größtenteils darauf basiert, daß viele Bürger mittlerweile die ganze Tragweite dieses baulichen Wahnsinns erkannt haben.

Die Vorteile, die jahrelang propagiert wurden, sind im Laufe der Zeit von unzähligen Gutachten, wissenschaftlichen Menschenverstand entschärft beziehungsweise widerlegt worden. Hierüber wurde unter anderem im Trierischen Volksfreund hinlänglich berichtet und bedarf daher keiner erneuten Ausführung. Es wächst bei den Menschen die berechtigte Angst vor dem Betonkoloß, vor täglichem Lärm, Luftverschmutzung, verminderter Wohn- und Lebensqualität, fernbleibenden Touristen, sinkendem Weinabsatz, dem Wegfall von unmittelbarem Naherholungsgebiet (z. B. Zeltinger und Rachtiger Berg, Graacher Schanzen), der Zerstörung von Flora und Fauna und nicht zuletzt die Angst vor den Fragen unserer Nachkommen, wie wir so etwas zulassen konnten.

Der Gemeinderat von Zeltingen-Rachtig sollte sich besinnen und versuchen, den Fehler der einst Unbelehrbaren wettzumachen, indem er mehrheitlich seine Zustimmung zum Bau der B 50 neu verweigert.

Des weiteren sollte jeder Bürger von seinem Recht Gebrauch machen und seine Einwände und Bedenken gegen dieses Projekt formulieren, bevor es zu spät ist und unserer Heimat ein irreversibler Schaden zugeführt wird. Resignation und Nichtstun wären die schlechtesten aller denkbaren Handlungsalternativen.

Thomas Zimmermann
Zeltingen-Rachtig


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Mit der Erholung ist es vorbei

Zu den TV-Berichten über die geplante B 50 neu meint diese Leserin:

Wer unsere Gegend hier kennt und über die Höhe gewandert ist, muß feststellen, daß wir hier ein herrliches Fleckchen Erde bewohnen. Man muß sich wirklich fragen, ob Menschen wie dieser Herr Gaß überhaupt ein Auge für Natur haben oder ob sie nur (und es ist wahrscheinlich so) Beton im Kopf haben, ansonsten hätte er nicht so planen können, sondern er hätte von sich aus nach Alternativen gesucht.

Vielleicht möchte er sich mit dieser Brücke noch so kurz vor der Pension ein Denkmal setzen?

Dann noch ein Wort zu unseren Herrn Politikern: Sie schwören bei Amtseintritt den Eid, zum Wohle des Volkes zu regieren. Das ist schon ein Meineid, kaum das die Worte den Mund verlassen haben. Das einzige Wohl, das sie im Auge haben, ist ihr eigenes. Es ist ihnen, wie es scheint ziemlich egal, ob die B 50 neu unseren Fremdenverkehr kaputtmacht, Hauptsache Holländer und Belgier kommen eine Viertel Stunde früher ans Ziel.

Die Gäste kommen an die Mosel zum Wandern, zum Weintrinken und um sich in einer noch intakten Natur in Ruhe zu erholen. Mit dieser Erholung ist es aber vorbei, wenn die B 50 neu nicht verhindert werden kann. Mit welchem Recht müssen sich die Orte Altrich, Platten, Ürzig, Erden, Zeltingen-Rachtig, Graach, Bernkastel, Longkamp und auch Traben-Trarbach gefallen lassen, daß einfach so ein Bauwerk bestimmt wird, das Existenzen bedroht. Ich muß sagen, wir wählen dann jeweils für vier Jahre eine Diktatur, wenn diese Straße trotz aller Einwände gebaut wird.

Daß Millionen in den Sand gesetzt sind, falls es doch nichts mit der B 50 neu wird, damit kann man durchaus leben. Die Natur wird dankbar sein. In Bonn und Berlin werden so viele Millionen in den Sand gesetzt, da kommt es auf diese paar auch nicht mehr an.

Bei allen Berichten im TV habe ich eine Stellungnahme zur Hochwassersituation vermißt, was ja nicht ganz unerheblich ist. Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß eine so riesige Flächenversiegelung durch die Straße mit Sicherheit zu einem höheren Wasserstand führen wird. Es ist doch heute schon so, wenn es eine Woche gut geregnet hat, daß das Wasser hier in Zeltingen schon den Campingplatz halb überflutet. Wenn dann aber noch einmal so eine Wassermenge wie 1993 kommt, können die Leute in der Uferallee und alle, die in anderen Orten in Moselnähe wohnen, die Mosel im zweiten Stockwerk begrüßen und dann wird es langsam eng.

Noch ist es nicht zu spät, Einspruch zu erheben.

Rita Ames
Zeltingen-Rachtig


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Demokratie oder Diktatur?

Zur Berichterstattung und den Leserbriefen zur B 50 neu folgende Zuschrift:

Die Leserbriefe der vergangenen Wochen waren sehr interessant und aufschlußreich. Es gibt sehr viele Perspektiven, von denen aus man den Bau der B 50 neu sehen kann: die Brücken, die entstehen müssen, der Lavaabbau, die Wanderwege, die durchschnitten werden, die Landwirtschaft, der Weinbau, der Tourismus, die Industrie, die Geräuschpegel hier und da und vieles mehr.

Es ist wichtig, sich ein Bild von allen Seiten zu machen. Nicht nur aus Sicht des Projektleiters, der ja verständlicherweise nur seine Argumente herausstellen kann. Erst eine zweispurige, inzwischen eine vierspurige Straße, dann gelbe Schilder, später blaue Schilder und vieles mehr. Worte lassen sich so leicht verdrehen wie die Herbstblätter im Wind.

Diese Straße, inklusive Mautgebühr - wer wird sie benutzen beziehungsweise bezahlen? Und die anderen Straßen in unserer Region, haben diese nicht hier und da zum Teil dringend Hilfe nötig? Ein jeder sollte in der Lage sein, dieses Anliegen der berufenen Personen, die Rheinland-Pfalz vertreten, von allen möglichen Seiten zu sehen.

Der Spruch »Die wird ja sowieso gebaut« kreist überall herum. Wenn wir alle so denken, dann steht die Fragen offen: Haben wir eine Demokratie oder eine Diktatur?

Gabi Weber-Bretz
Traben-Trarbach


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Abscheuliches Monstrum

Zum geplanten Bau der B 50 neu und des Hochmoselübergangs schreibt diese Leserin:

Die Horror-Vision der geplanten B 50 neu mit dem abscheulichen Brücken-Monstrum über das Herzstück der Mittelmosel zwischen Traben-Trarbach und Bernkastel nimmt bedrohliche Formen an, und es mehren sich die Stimmen derer, die glauben, daß unser Schicksal besiegelt und wegen der Interessen zweier Nachbarländer nicht mehr abzuwenden sei.

Den europäischen Gedanken in Ehren. Davon habe ich schon in den 50er Jahren geträumt, bezweifle jedoch, daß ein anderes europäisches Land dafür eines seiner höchsten Güter - in unserem Fall eine gewachsene Kultur-Landschaft, die wegen ihres lieblichen Charakters in der ganzen Welt gerühmt wird - einer zu bauenden Transit-Strecke mit all ihren umweltschädigenden Nebenwirkungen opfern würde.

Ist der sprichwörtliche »Michel« hier nicht vielleicht dabei, sich das Fell über die Ohren ziehen zu lassen? Bleibt zu hoffen, daß die betroffenen Winzer, um deren Existenz es letztendlich geht, sich zu wehren wissen.

Isolde Zart
Traben-Trarbach


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Irrsinniger Gigantismus

Zu den Berichten und Zuschriften über die B 50 neu diese Lesermeinung:

»Macht Euch die Erde untertan« - Diesen Bibelspruch wollen einige Politiker und Lobbyisten wieder einmal wörtlich nehmen, indem sie die B 50 neu und den Hochmoselübergang bauen werden. Wenn wir Deutsche etwas tun, dann radikal und total. Über eine »second-best«-Lösung wird nicht nachgedacht.

Liebe Mitmenschen der Anliegergemeinden und darüber hinaus, rennt den Verantwortlichen die Türen ein, damit dieser irrsinnige Gigantismus nicht in die Tat umgesetzt wird. Wie wollen wir unseren Kindern so etwas verkaufen? Wozu das Ganze? Damit Nordseefische ein wenig schneller ins Rhein-Main-Gebiet transportiert werden können? Damit ausländische Wohnwagenfahrer schön auf die Mosel herunterschauen können auf ihrem Weg in die Alpen oder ans Mittelmeer? Damit einige Verantwortliche sich ein Denkmal setzen und andere sich eine goldene Nase verdienen können? Ich glaube, daß Letzteres zutrifft. Einige öffentliche Gebäude entsprechen zwar nicht den gewünschten Erfordernissen, und andere Kollektivbedürfnisse blieben auch unerfüllt, aber ein solches Projekt, das gönnen wir uns schon. Nicht kleckern, sondern klotzen.

Ich befürchte, die Würfel sind schon längst gefallen. Man möchte im Rahmen eines scheindemokratischen Gefechts den einfachen Bürger per Leserbrief und Einwendungen ein wenig bellen lassen. Wir leben - Gott sei Dank - in einer Demokratie und dürfen die Zähne zeigen. Doch es ist leider stark zu bezweifeln, ob die Einflußmöglichkeiten des Normalbürgers ausreichen, die am Schreibtisch und in den Köpfen schon gebaute Brücke noch abzureißen.

Peter Weisser
Bernkastel-Kues


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Gemeinsam wären wir stärker

Zur Berichterstattung über die B 50 neu und den Hochmoselübergang schreibt diese Leserin:

Wie kann die Stadt Bernkastel-Kues einfach so für die B 50 neu und die Hochmoselbrücke sein und sagen, daß sie von diesem Projekt nicht so unbedingt betroffen ist. Im Gegenteil: Sie müßte den Gemeinden Ürzig, Zeltingen-Rachtig und Graach doch helfen. Diese Gemeinden werden große touristische Einbußen hinnehmen müssen, da der Fremdenverkehr sich abwendet. Gäste aus den Dörfern kommen normalerweise auch nach Bernkastel-Kues.

Aber wie es aussieht, scheint die Stadt nicht darauf angewiesen zu sein. Aber hat Bernkastel-Kues nicht auch Verantwortung für diese Gemeinden? Sie und die vielen anderen Gemeinden an der Mosel helfen, das bekannteste Weinfest an der Mittelmosel mitzugestalten.

Sie stellen den Festwagen, schenken gratis den Wein an die Gäste aus und zahlen die Standgelder für die Weinstände, um damit ein fantastisches Feuerwerk zu finanzieren.

Doch was ist, wenn die Winzer ausbleiben? Es wäre eventuell für die Orte, die von der Stadt Bernkastel-Kues im Stich gelassen werden, eine Überlegung wert, das Weinfest mit Stand und Festwagen zu boykottieren.

Wenn Graach, Zeltingen-Rachtig, Erden, Lösnich und Ürzig nicht auf der Weinstraße vertreten wären, man würde es bestimmt bemerken. Müßte nicht Bernkastel-Kues hinter diesen Gemeinden der Mosel stehen und ihnen den Rücken stärken?

Es geht hier um unsere Heimat, die Mittelmosel die landschaftlich zerstört werden soll, die aber in ihrer Schönheit erhalten bleiben muß - für unsere Gäste, die immer wieder gerne kommen und für uns selbst. Gemeinsam wären wir stärker gewesen.

Ursula Ehses
Zeltingen-Rachtig


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Jetzt handeln!

Zur geplanten B 50 neu diese Lesermeinung:

Time ist running..., darum mein Appell an alle betroffenen Gemeinden: Gemeinderatsmitglieder werden von den Bürgern gewählt mit dem Auftrag, für das Wohl der Gemeinde Verantwortung zu tragen. In den vielen Diskussionen und Leserbriefen im TV wurden bereits mehrfach die vielen Gegenargumente beschrieben, die dieses Straßenprojekt für die Menschen mit sich bringt.

Die Gemeinden sollten sich zusammentun und gemeinsam gegen dieses Projekt kämpfen. Das spart Kosten für Anwälte und verspricht mehr Aussichten auf Erfolg. Was die politisch Verantwortlichen am meisten fürchten, ist massiver Widerstand. Denn sie können nicht ohne die Zustimmung der Gemeinden und Eigentümer vor Ort ein solches Projekt durchziehen.

Die Gemeinden brauchen keine Angst zu haben, sich mit einem klaren »Nein« irgendwelche Verbesserungen (Lärmschutzmaßnahmen usw.) entgehen lassen zu müssen, sollte die Straße doch noch gebaut werden. Denn Grenzwerte sind gesetzlich festgeschrieben und alle Einwände und Verbesserungsvorschläge, die im derzeitigen Stadium schriftlich eingebracht werden, müssen einzeln geprüft und berücksichtigt werden. Lassen sie sich nicht mit einfachen Mitteln erpressen, denn das »Ja, wir akzeptieren die Straße, wenn dies oder jenes geändert wird« ist genau das, was die Planer von ihnen hören wollen.

Nachher heißt es nämlich wer A sagt muß auch B sagen, das heißt: »Ihr habt Ja gesagt und wir sind auf eure Verbesserungsvorschläge eingegangen, damit habt ihr die Straße gewollt.«

Ich bin mir inzwischen sicher, daß bei den Planungen bewußt Problemfelder nahe der Ortschaften eingebunden werden, um die Gedanken der aufgebrachten Bürger (weg vom Hinterfragen des Sinns eines solchen Projektes) auf diese »Planungsfehler« zu lenken, um hinterher wohlwollende Kompromisse anbieten zu können. Leider ist die Planung nun schon so weit fortgeschritten, daß allzu langes Überlegen jetzt mit Sicherheit nicht mehr angebracht ist. Handeln Sie, denn die Politik tut es auch!

Karin Faust
Piesport


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Der Stadtrat scherzt nicht

Zum Kommentar »Hellseher Hans Gaß« (TV vom 27. Oktober) diese Zuschrift:

Der Kommentar von Christian Meier zum Beschluß des Stadtrates von Bernkastel-Kues zum Bau der B 50 neu stellt die Dinge teilweise auf den Kopf. Der Stadtrat hat nur unter verschiedenen Bedingungen zum Bau der B 50 neu »Ja« gesagt. Die von Meier unterstellte Ironie weise ich zurück. Man kann davon ausgehen, daß der Stadtrat, wenn er Beschlüsse faßt, das nicht scherzhaft meint - im Gegenteil: Er ist sich der Ernsthaftigkeit dieser Dinge bewußt.

Auch die Stadtratsmitglieder gehen selbstverständlich von einem steigenden Verkehrsaufkommen nach der Fertigstellung von A 60 und B 50 neu aus - um diese Dinge zu beurteilen, muß man kein Hellseher sein, wie Herr Meier schreibt. Eine Garantie, daß es auf dieser Trasse nicht mehr Verkehr gibt, wurde nicht verlangt. Die Garantie wurde für etwas ganz anderes gefordert: Dafür, daß unsere verantwortlichen Politiker und Straßenplaner nicht nur die Bauvorhaben A 60 und B 50 neu richtig koordinieren, sondern auch die direkt betroffenen Maßnahmen in ihr Gebet mit einschließen: die Ortsumgehungsstraße für den Stadtteil Wehlen etwa, damit nicht durch nach den ersten ausgeführten Straßenbaumaßnahmen das gesteigerte Verkehrsaufkommen in Wehlen oder Bernkastel stecken bleibt.

Wenn die A 60 bis Wittlich fertiggestellt und die Weiterführung der B 50 neu oder die Ortsumgehungsstraße im Stadtteil Wehlen noch fehlt, ist der Stadtrat nicht bereit, diese zusätzlichen Verkehrsströme hinzunehmen.

Die Ortsumgehungsstraße Wehlen hat mittlerweile eine über 60-jährige Geschichte. Das raumplanerische Verfahren für die jetzige Trasse wurde bereits im Jahre 1990 abgeschlossen. Seit dem 17. Mai 1993 hat der Stadtrat von Bernkastel-Kues die geplante Trasse einvernehmlich mit den Straßenplanern festgelegt. Seit etwa 1990 ist die Umgehung Wehlen mit dem Prädikat »besondere Dringlichkeit« versehen.

Nun geht das Jahr 1999 dem Ende entgegen, und die Verkehrszustände in der Ortslage Wehlen sind immer noch unzumutbar. Die Verantwortlichen haben hier versagt. Nun droht dem Stadtteil Wehlen und der gesamten Stadt durch die neuen Straßenplanungen zusätzlicher Verkehr, unter Umständen sogar ein Verkehrsexitus.

Es ist doch in Ordnung, daß der Stadtrat sich über diese Entwicklung Sorgen macht und gegensteuert, indem er für das »Ja« zur B 50 neu die Bedingung formuliert, die ohnehin schlechten Verkehrsbedingungen in Wehlen beziehungsweise der Stadt dürften durch den Bau der B 50 neu nicht zur Katastrophe werden. Der Stadtrat hat sich richtigerweise nur um die akuten Auswirkungen der Verkehrsplanungen auf die Stadt gekümmert. Das gehört zu seinen Aufgaben und ist eine weise Entscheidung.

Ernst Schreiner
Bernkastel-Wehlen


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Große Blamage für Bernkastel-Kues

Zu dem Artikel »Antwort auf Glaubensfrage« in der Ausgabe vom 27. Oktober diese Meinung:

Der Widerstand gegen den Bau der B 50 neu klingt ab. Das ist unter anderem erkennbar an dem Stadtrats-Beschluß vom 27. Oktober. Die Linienführung betrifft die Stadt Bernkastel-Kues nicht. Somit kam ihr Jawort zu dem Bau. Zwar hat man sich in diesem Beschluß erlaubt, die Verkehrsdichte in unserem Stadtgebiet mitzubestimmen, Einschränkungen zu formulieren.

Aber: Wenn schon eine Autobahn in unserem Raum gebaut wird, so ist in ihrer langen Geschichte versäumt worden, für den Standort Bernkastel eine direkte Anbindung zu erreichen. Und davon sprach bisher noch niemand. Nach dem Verlauf der neuen Linie erreichen wir einen Anschluß entweder am Blockhaus/Longkamp, im Raum Wittlich, oder in Lösnich. Das muß man sich einmal vorstellen! Von je her war Bernkastel-Kues der wichtigste Knotenpunkt zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und Trier samt dem großen Umfeld Saar und Eifel.

Eine große Mitschuld an dieser Misere haben unsere bisherigen Stadträte und unsere Abgeordneten in Mainz. Ende der 70er Jahre ging man zu leicht über das Ganze hinweg. Damals war eine andere Linienführung in Vorlage. Mit dieser Führung wäre für Bernkastel-Kues eine direkte Anbindung möglich geworden. Eine Umgehung von Kues, wie sie heute gefordert wird und wie sie auch kommen muß, wäre überflüssig geworden. Das hätte auch einen Moselübergang weniger bedeutet. Maßgebliche Leute haben als Gegner dieser Linie einen wichtigen Grund gesucht und auch gefunden, den Plan dieser Linie aufzugeben.

Somit war eine sehr wichtige Anbindung für Bernkastel-Kues zerschlagen. Auf der Suche nach einem anderen Mosel-Übergang hat man die heutigen Verhältnisse geschaffen. Von da an haben unsere Leute geschlafen. Die Planer konnten in Ruhe arbeiten. Heute ist es zu spät, der Zug ist abgefahren. Den gesamten Vorgang betrachte ich als eine große Blamage für Bernkastel-Kues.

Felix Kuhn
Bernkastel-Kues


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Geben Sie auf, Frau Sehn!

Leserbrief zm TV-Artikel vom 28.Oktober 1999 »Sehn: Schluß mit dem Hickhack«:

Recht so, Frau Sehn, machen Sie Schluß, geben Sie auf!

Ihre Wähler in der Region Eifel-Mosel-Hunsrück und die von SPD und CDU haben es längst begriffen und leisten breiten Widerstand gegen die überflüssige Zerstörung ihrer Heimat.

Nur noch wenige Gläubige wiederholen hier ihre einspurigen Argumente für Beton: »Wir brauchen den Anschluß unserer Region an das europäische Fernstraßennetz, wenn wir zu den Aufsteigern unter den Regionen zählen wollen.«

Die Bürger steigen schon auf, sie gestalten ihre Zukunft mit ihren eigenen Stärken und ihrem eignen Kapital, das sie für ihre Enkel erhalten wollen: Wein, herrliche Landschaft, Fleiß, freundliche Gäste und Gastgeber, recht intakte Natur, Plätze der Ruhe vor Lärm und Hektik sowie gesunde Luft.

Ihre europäische Fernstraßen-Vision braucht niemand.

Nicht mehr, denn die Menschen verstehen jetzt, nach der Planoffenlegung, was alles zerstört wurde und wie wenig Gutes die neue Autobahn an ihren Dörfern entlang bringt. Nicht nur die Grünen in Bund, Land und Gemeinden leisten Widerstand gegen die B 50 neu/Autobahn und den monströsen Moselhochübergang - und dafür sind wir vor einem Jahr von mündigen Bürgern gewählt worden -, sondern sehr, sehr viele Menschen aller Couleur. Deshalb, Frau Sehn, planen Sie für unsere Region und nicht gegen sie.

Sparen sie die Autobahn- und Brücken-Millionen für alternative Verkehrsführungen, die billiger sind und uns wirklich schnell nutzten. Zeigen Sie dem Transit-Fernverkehr die West-Ost-Autobahnen (A 61/A 3/A 1/A 6) durch Rheinland-Pfalz, für die auch keine Mautgebühren fällig werden - dann ist sofort Schluß mit dem Hickhack.

Renate Khoschlessan
Bernkastel-Kues
Fraktionsvorsitzende im VG-Rat Bernkastel-Kues
für Bündnis 90/Die Grünen


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Verengter Blick

Zum Artikel »Antwort auf Glaubensfrage« diese Meinung:

Schilda in Bernkastel-Kues: Da müssen schon viele große Eimer her, die Licht ins Rathaus tragen, hat sich doch der Blick der Ratsherren auf gerade mal 400 Meter der Trasse der B 50 neu verengt. Das mag schon so sein, hat man doch einen Tunnelröhrenblick, auch auf das Konto des Landes mit elf Millionen Miesen aus dem überteuerten Tunnelbau. Aber das macht die Ratsherren auch nicht klüger. Ob das Land seine Schulden bezahlt, wenn es künftig 20 Prozent Anschubfinanzierung für eine überflüssige Hochbrücke, die das Mehrfache des Tunnels kosten wird, locker machen will? Das Land hält nicht einmal seine Landesstraßen in verkehrssicherem Zustand! Und dann will es ein Projekt finanzieren, für das es gar nicht zuständig ist! Vielleicht garantiert Herr Gaß für die von den weitsichtigen Bernkasteler Ratsherren wahrgenommenen 400 Meter B 50 neu keine Zunahme des Verkehrs. Auch dieses Zusage wird dann eine Glaubensfrage sein. Wenn die Folgen nicht so traurig wären, könnte man darüber lachen.

Christa Weber-Bielenstein
Longkamp


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Eigene Interessen

Zur Berichterstattung über den geplanten Neubau der B 50 diese Lesermeinung:

Als Einwohner der Moselgemeinde Lösnich waren wir bisher der Meinung, daß die Mitglieder des örtlichen Gemeinderates verantwortungsbewußt handeln und das Wohl der Bürger ihres Dorfes vertreten. Bei der Gemeinderatssitzung am 21. Oktober in Lösnich, bei dem das zentrale Diskussionsthema der Bau des Zubringers zur B 50 neu von Lösnich aus war, wurden wir eines Besseren belehrt.

Man hatte fast den Eindruck, daß jene gewählten Volksvertreter, die für die Baumaßnahmen stimmten, nur eigene Vorteile und Interessen vertreten. Es ist hinlänglich bekannt, daß diese Abgeordneten in einem beruhigenden Abstand von Lärm und Dreck ihre Häuser, beziehungsweise für sehr gutes Geld Weinberge und Wiesen für Ausgleichsflächen, verkauft haben. Ihnen entstünden natürlich jetzt und später Nachteile, wenn die B 50 neu mit allen damit verbundenen Maßnahmen nicht gebaut würde. Es könnte ja sein, daß sie ihr Geld entweder nicht erhalten oder zurückgeben müssen. Jene Sitzung vom 21. Oktober in Lösnich war auf jeden Fall ein bezeichnendes Beispiel für das Vertreten von Eigeninteressen durch Volksvertreter.

Gott sei Dank waren fünf der neun Gemeinderatsmitglieder gegen das Projekt B 50 neu.

Hannelore und Karl Adamietz
Lösnich


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Wo bleiben Löwenmut und Tatkraft?

Zur Berichterstattung über die B 50 neu und die sich darauf beziehenden Leserbriefe folgende Zuschrift:

Mit der Entscheidung, den Bau der B 50 neu zu befürworten, hat sich der Stadtrat Bernkastel-Kues im Hinblick auf den Kampf anderer Orte gegen die Trasse gewaltig blamiert und gezeigt, daß der »Weitblick« im tiefen Tal manchmal nur bis zur Bergkante auf eine Länge von 400 Meter reicht. Das ist Kirchturmdenken par excellence!

Eine Handvoll in weiter Ferne ihren Geschäften nachgehenden Konzernlobbyisten walzen dieses gigantomane Bauwerk mit Hilfe ihrer politischen Freunde durch unsere noch intakte Landschaft, die unser Tafelsilber ist.

Die regionalen Politikereliten, wie Frau Leonhard, Herr Bleser usw. würden Energie und heroischen Einsatz anstatt für den Bau der B 50 neu besser dazu verwenden, die Erzeugerpreise in Weinbau und Landwirtschaft wieder auf reelle Werte zu bringen, oder sind Existenzen und Arbeitsplätze in diesen Bereichen schon abgeschrieben?

Wo bleiben Löwenmut und Tatkraft in Bezug auf Diskussionen mit dem Wahlvolk?

In Traben-Trarbach, das ja ganz ähnlich wie Bernkastel zu der geplanten Trasse liegt, hält sich sich der Stadtrat bis jetzt sehr bedeckt. Auch für Traben-Trarbach steht viel auf dem Spiel, z.B. Anschneiden vom Heilquellen-Schutzgebiet Bad Wildstein und einem Wasserschutzgebiet der VG (Vorschlag der Straßenbaubehörde: Straße bauen und Grenzen neu festlegen!), Verkehrszunahme um effektiv zirka 80 bis 100 Prozent durch das Wildbadtal mit seinen Kuranlagen, Abgase der Fahrzeuge auf der B 50 drücken besonders bei Tiefdrucks ins Tal nach Traben-Trarbach (Luftkurort!?), ganz abgesehen von der brachialen Zerstörung unseres Naherholungsraumes mit seiner herrlichen Ursprünglichkeit.

Es ist zu hoffen, daß der Traben-Trarbacher Rat - und nicht nur der - seine Entscheidung frei von allen parteilichen Denkrastern und Beziehungen trifft und eines fest im Blick hat: eine Zukunftsgestaltung der Region mit Hilfe moderner, kluger Problemlösung nicht durch Strukturvisionen und Straßenplanungen der 60er Jahre!

Jürgen Kullmann
Traben-Trarbach


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Entsetzt

Zur Berichterstattung über die B 50 neu diese Lesermeinung

Auf einer Informationsveranstaltung zur B 50 neu in Graach machte ein Anwesender die Bemerkung: »Die Autobahn bringe mehr Touristen in die Region«. Dieser Ausspruch läßt mir keine Ruhe. Nicht einmal die Planer wagen, eine solche Behauptung aufzustellen. Wir geben unseren Gästen seit Jahren Tips, um ihren Urlaub in unserem schönen Moseltal zu gestalten.

Darunter befinden sich auch schöne Wanderungen nach Traben-Trarbach und auf die Graacher Schäferei. Als wir in diesem Jahr mit unseren Besuchern über die geplante Autobahn sprachen, waren alle stark entsetzt. Die meisten kommen aus Großstädten und verbringen hier ihren Zweiturlaub. Sie schätzen besonders die gute Luft, die Stimmung und die Ruhe. Wenn sie neben einer Autobahn spazieren wollten, könnten sie gleich zu Hause bleiben. Folglich gehen uns diese Touristen, die eben genau diese Ruhe und bis jetzt noch gute Luft in intakter Natur suchen, für immer und ewig verloren.

Monika Frank
Bernkastel-Kues


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Persönliche Betroffenheit bekunden

Zur Berichterstattung über die B 50 neu diese Lesermeinung

Dank und Appell - B 50 neu - Nein, danke! In der laufenden Phase des Planfeststellungsverfahrens möchte ich mich den Ausführungen von Karin Faust (TV-Leserbrief vom 30.10. »Jetzt handeln«) anschließen. Gleichzeitig möchte ich Dank sagen all den Bürgern, die sich engagieren, insbesondere der Bürgerinitiative, hier stellvertretend Herrn Kwasny, Herrn Dr. Belitz und Frau Weidemann für ihr Engagement, für ihre Aufklärungs-, Informations- und Solidarisierungs-Veranstaltungen. Lassen wir uns dazu ermutigen, uns verstärkt mit der Problematik auseinanderzusetzen und dann auch Flagge zu zeigen! Laßt uns daran glauben und darauf vertrauen, daß »die da oben« doch nicht nur immer das machen, was sie wollen.

Machen wir von unserem Recht Gebrauch, Einspruch dagegen zu erheben! Bekunden wir unsere persönliche Betroffenheit, unsere Sorgen und Ängste, auch unsere Mitverantwortung und Verpflichtung gegenüber der Zukunfts- und Entwicklungsplanung, der Wohn- und Lebensqualität, des Wohlstandes und der vielzitierten Konkurrenzfähigkeit mit Blick auf uns selbst, auf unsere Kinder, unsere Gemeinde, unseren Landkreis, auf unsere so erhaltenswerte Naturlandschaft, ja auf die Bewahrung der Schöpfung.

So appelliere ich an die Vernunft und Verantwortung, an die Verpflichtungen der Partei- und Volksvertreter in den parlamentarischen Gremien, an die wirtschafts- und machtpolitischen Entscheidungsträger sowie an die Justiz, die ökologischen, ökonomischen, volkswirtschaftlichen und existenziellen Bedenken und fundierten Einwände zur Kenntnis zu nehmen und sich damit auseinanderzusetzen. Ich appelliere daran, die alternativen Vorschläge zu dieser bestehenden Planung anzunehmen, um so auch zur Verbesserung der regionalen Infrastruktur bei zu tragen, um für unsere Wirtschaft, um für den Erhalt der Wohn- und Lebensqualität der Menschen in unserer Region (Konzepte liegen vor) einen wirklich positiven zukunftsweisenden Beitrag zu leisten. Wie kann bei Abwägung der vorhandenen Fakten - siehe auch Gutachten der Planungsgruppe - der Bau dieser B 50 kurz-, mittel- oder langfristig wie von den Wirtschaftsexperten und Polit-Auguren geweissagt zum Segen der Mittelmosel werden?

Bei allem Verständnis und Wohlwollen für die Notwendigkeiten und Zwänge bezüglich der europäischen Einigung und der damit verbundenen globalen Fernstraßen-Verkehrsleitplanung zur Anbindung der nationalen und internationalen Produktions-, Handels- und Wirtschaftsräume und Verkehrszentren, ist anzumerken: Nicht alles, was als Fortschritt, Wohlstand und Segen deklariert und praktiziert, ist den Preis wert, wird sich als notwendig und gut erweisen, wie Gegenwart und Vergangenheit zeigen!

Man wird sich nachträglich nur vereinzelt der Verantwortung stellen und kaum dafür haftbar gemacht werden können: Zum einen sind die Verantwortlichen nicht mehr da, zum anderen ist es nicht mehr möglich, den Schaden zu regulieren. Darum: Nein, danke zum Bau der B 50 neu!

Günter Oberle
Traben-Trarbach


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Eine grobe Fehlentscheidung

Zur Berichterstattung über die B 50 neu erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung:

Die Meinungen und Äußerungen der Bernkasteler Ratsmitglieder zum Bau der B 50 neu müssen kommentiert werden und fordern den Widerspruch heraus.

»Rheinland-Pfalz muß garantieren, daß der Verkehr durch die A 60 und B 50 neu im Stadtgebiet nicht zunimmt!« Niemand, aber auch niemand, noch nicht einmal Rheinland-Pfalz kann hellseherische Garantien geben. Und was dann, wenn die Wirklichkeit die doch gegebene Garantie widerlegt?

»Der Rat hatte sich verständigt, nicht über die Straße an sich zu diskutieren.« Warum denn nicht? Das ist doch das Interessanteste. Alles andere ist doch nur Kosmetik eines an sich in Frage zu stellenden Projektes. »Der Bau kann nicht verhindert werden«, so eine andere Ratsmeinung. Wozu dann der Einwendungszeitraum vom 4. Oktober bis 18. November 1999? Wozu dann die ganzen Bemühungen der Gegner dieses Projektes?

»...Es geht für uns um eine Strecke von nur 400 Metern.« Bernkastel-Kues, Du Insel der Glückseligen! So einfach und engstirnig kann man Gemeindepolitik nicht betreiben. Die Welt hört doch nicht am nächsten Rinnstein auf!

»Es solle kein Land zum Bau der B 50 neu zur Verfügung gestellt werden.« Endlich Lichtblicke von sechs gewählten Räten. Herzlichen Glückwunsch! Doch der Stadtrat hat diese Lichtblicke sofort dunkel gemacht. Schade! Ich glaube, um auch eine Antwort auf eine Glaubensfrage zu geben: Der Stadtrat hat eine grobe Fehlentscheidung getroffen.

Peter Weisser
Bernkastel-Kues


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Die Stadt soll Solidarität bekunden

Zum Beschluß des Stadtrates Bernkastel-Kues zur B 50 neu diese Lesermeinung:

Den Wischi-Waschi-Beschluß des Bernkastler Stadtrates für die B 50 neu könnte man als Witz auffassen. Man könnte verstehen, wenn einige Ratsherren mit den Querdenkern der »AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung« nichts zu tun haben wollen. Um einen verantwortungsvollen Beschluß zu fassen, sollte man aber den Vorbericht zum Planfeststellungsverfahren der Planungsbehörde lesen. Dabei geht es nicht um Glaubensfragen oder um »nur 400 Meter«, sondern um Fakten. Kein vernünftig Denkender kann, wenn er diesen Bericht liest, dem Bau der B 50 neu zustimmen. Fakt ist, daß einer Flächenversiegelung von 147 Hektar nur 1,8 Hektar Entsieglungsfläche in unserer Region zur Verfügung stehen. Viel Spaß beim nächsten Hochwasser! Fakt ist, daß im Moseltal eine austauscharme Wetterlage vorherrscht. Das führt dazu, daß sich die Schadstoffbelastung, bedingt durch klimatische Veränderungen der B 50 neu, wie ein Smog im Moseltal ausbreitet. Urlauber aus den Großstädten könnten sich freuen; sie leiden dann nicht mehr unter Abgas-Entzugserscheinungen.

Fakt ist, daß laut Strabag eine durch Maut finanzierte Straße von nur circa 9600 Kraftfahrzeugen pro Tag benutzt wird und die angenommenen 17000 zu hoch geschätzt sind. Kostendeckung besteht aber erst ab circa 20000 Kraftfahrzeugen pro Tag. Weil nach Ablauf der Privatfinanzierung das Land die Restschulden übernehmen muß, entsteht durch das geringere Verkehrsaufkommen eine große Deckungslücke, den Rattenschwanz, den wir Bürger zusätzlich zur Maut mit Steuern bezahlen müssen. Dieser Kaufkraftabschöpfung sollten sich die Kaufleute im Rat bewußt sein.

Wer jetzt noch argumentiert, die B 50 neu bringe mehr Touristen nach Bernkastel, könnte Recht haben, wenn er den »zwei-Stunden-Touristen« (schnell ankommen, anschauen und weiterfahren) haben möchte. Kein Touristiker kann solch einen Unsinn gutheißen, zumal viel investiert wird, um Konzepte für die touristische Weiterentwicklung zu erarbeiten. Bernkastel kann sich mit dem Beschluß für die B 50 neu nicht so einfach aus der Verantwortung stehlen. Der Rat sollte mit einem neuen Beschluß, gegen die B 50 neu, Solidarität mit den Gemeinden bekunden. Ferner möchte ich daran erinnern, daß die Region den Bernkasteler Einzelhandel gegen den Fabrikabverkauf auf dem Hahn unterstützte.

Hans-Joachim Selzer
Bernkastel-Andel


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Den Schwarzen Peter haben andere

Zur Entscheidung des Bernkasteler Stadtrates für die B 50 neu schreibt diese Leserin:

Ich habe vollstes Verständnis für die Reaktion von Frau Ehses über die mangelnde Solidarität der Mehrheit des Stadtrates von Bernkastel-Kues. Man kann es den Bürgern der betreffenden Ortsgemeinden nicht verdenken, wenn sie in Zukunft Konsequenzen daraus ziehen, empfehlen sie doch vielen tausend Touristen, im Urlaub auch die Stadt Bernkastel-Kues zu besuchen.

Wie kann ein Bürgervertreter - trotz gravierender Bedenken für Tourismus und Umwelt und Informationen - über das Ausmaß und dessen Kettenreaktionen einem Projekt, das von außen diktiert wird, zustimmen? Statt im Zusammenhang zu überlegen, werden die Belange des eigenen 400 Meter Streckenabschnittes geregelt und es wird nicht darauf aufmerksam gemacht, daß die Nachteile überwiegen. Den »schwarzen Peter« haben andere Ortsgemeinden.

Eine Garantie für die Zunahme der Verkehrsbelastung wird benötigt, dabei kann jeder sich zusammenreimen, daß die Zahl derer groß wird, die auf Nebenstrecken ausweichen, um der Mautgebühr zu entgehen.

Um dem entgegenzuwirken, werden für die Einheimischen bestimmte Nebenstraßen nur noch eingeschränkt benutzbar sein. Besonders erzieherisch wirkungsvoll finde ich, daß auf der Kueser Seite des Moseltals ein Walderlebnispfad entstanden ist, der große und kleine Menschen den Wald lieben und schützen lehren soll, unter anderem wird über die Entstehung von saurem Regen aufgeklärt, während auf der gegenüberliegenden Bergseite Wald und Wiesen in einer Fläche von 147 Hektar einer Betonversiegelung zum Opfer fallen sollen.

Europa ist bereits durch genügend Fernstraßen verbunden. Andere, die zum Teil nicht mal hier leben, entscheiden, was gut für eine ganze Region ist. Der Bevölkerung wird der Nutzen dieser Straße aufgezwungen, später müssen wir und die nachfolgenden Generationen für die Folgen und deren Kosten bezahlen.

Brigitte Walser-Lieser
Bernkastel-Kues


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Wie wird aus der Brücke ein Kunstwerk?

Zum geplanten Hochmoselübergang diese Lesermeinung:

Kaum ein Tag vergeht ohne einen Leserbrief zur neuen Moselbrücke bei Ürzig, mit Meinungen der Brückengegner. Auch die Redakteure scheinen in diese Richtung zu kommentieren. Aber alle können doch nicht dagegen sein? Müßte nicht jeder Winzer, der im Zuge der Flurbereinigung, durch Verkauf der Bauflächen, bzw. Ausgleichsflächen Profit gezogen hat, auch Befürworter sein? Leider läßt es sich nicht vermeiden, daß mancher direkt Betroffene durch Emissionen benachteiligt wird. Hier ist großzügiger Ausgleich gefordert. Aber bei vielen Neubauten müssen Anwohner Nachteile in Kauf nehmen. Jedoch scheinen hier auch andere Beschwerde zu führen, die Umwelt würde verschandelt und die Natur zerstört. Oh, Ihr Kleingläubigen, glaubt ihr wirklich mit einer Brücke, und wenn sie sich bis zum Himmel hochstreckt, könnte man die Natur zerstören? Und was haben wir Moselaner schon für Verschandelungen erlebt: Die Römer legten den Grundstein für riesige Monokulturen, die immer noch regelmäßig mit Gift besprüht werden. Die Generation unserer Großväter stellte riesengroße Strommasten in die Natur und baute für ein stinkendes, lautes, qualmendes Ungetüm eine Gleisspur am ganzen Mosellauf entlang, unsere Väter zerstörten den schönen Moselstrand und errichteten Ufermauern, meine Generation baut Brücken bis in den Weltraum und verseucht mit Satelliten-TV-Strahlen die Luft und unsere Kinder verstärken den Elektrosmog mit Handies und mit Brückenschlägen rund um den Erdball via Internet. Alles hat dem einen oder anderen ideelle oder materielle Nachteile gebracht, aber im Ergebnis war immer alles richtig.

Ich bin nicht unbedingt für die Brücke, aber es gibt nicht immer nur Schwarz oder Weiß und schon gar nicht nur Grün. Die Welt ist vielfältiger als mancher glaubt. Und dazwischen gibt es auch, wie ich es nenne, demokratische Akzeptanz. Die Mehrheit würde sicher für die Brücke stimmen. Nicht die Mehrheit der vom Bau Benachteiligten, sondern die Mehrheit der Nutzer. Der Tourist würde doch am liebsten mit dem Pkw direkt bis in die Weinprobierstube fahren und das auf dem schnellsten Weg. Und wer von uns Autofahrern fährt bei Schweich von der Autobahn ab und benutzt die kleine Brücke, um nicht über die riesige Autobahnmoselbrücke fahren zu müssen? Doch wenn sie schon sein muß, dann würde ich sagen: »Wenn schon, denn schon!« und versucht nicht, die größte Brücke Deutschlands zu verstecken. Vielmehr würde ich einen Künstler wie Christo oder H. A. Schult um Rat fragen, wie man ein Kunstwerk daraus machen kann, als Zeichen für unseren Wein, als Werbung für die Mosel und als ein Symbol für uns.

Werner F. Gessinger
Lösnich


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Auf Eis gelegt oder gestorben

Zur B 50 neu schreibt dieser Leser an den Trierischen Volksfreund:

Nach dem Willen der amtierenden Bundesregierung ist der erste Abschnitt der B 50 neu von der A 1/A 60 bis Platten weniger wichtig als der zweite Abschnitt Platten-Longkamp mit Hochbrücke über die Mosel bei Ürzig/Rachtig. Zumindest lassen die Aussagen im jetzt verabschiedeten Verkehrsinvestitionsplan keine anderen Schlüsse zu.

Nimmt man den rheinland-pfälzischen Verkehrsminister Bauckhage beim Wort, ist damit das gesamte Projekt B 50 neu zwischen A 1/A 60 und Longkamp auf unbestimmte Zeit »auf Eis gelegt«, wenn nicht gar ganz gestorben!

So verkündete er vergangene Woche: »Ohne dieses Anschluß-Stück (A 1-Platten) wird es kein grünes Licht für den Startschuß der Mautstrecke (Platten-Longkamp) geben.« Vielleicht geben jetzt auch die Bundestags-Hinterbänkler Sehn, Leonhard und Bleser, die uns eigentlich in Berlin vertreten sollen, ihren Kampf für die B 50 neu auf und unterstützen endlich die Bürger und Gemeinderäte der von der B 50 neu bedrohten Orte!

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Vögel-Völker gehen unter

Der Vogelschutz im Zusammenhang mit der geplanten B 50 neu beschäftigt diesen Leser:

Warum muß die neue Autobahn zur Hochmoselbrücke gerade durch einen Hauptzwischenrastplatz für Wiesenvögel (Senke zwischen Platten, Altrich, Wengerohr) führen?

Wenn auch nicht Wiedehopf oder Regenpfeifer, sicher aber die Schwärme von Kiebitzen dürften fast jedem Einwohner dieser Orte zur Zugzeit aufgefallen sein.

Es nützt nichts, Ausgleichsflächen anzubieten, da diese von den Tieren nicht angenommen werden.

Leute, die solche Projekte planen, würden mich, wenn ich meinem Hund in den Hintern treten oder Schaden verursachende Stare abschießen würde, sofort anzeigen. Hier nehmen sie dagegen den Untergang ganzer Populationen in Kauf.

PS: Man sollte die wenig frequentierte Autobahnbrücke bei Schweich als Moselübergang nutzen und ab Hermeskeil eine vernünftige Straße über den Hunsrück Richtung Flugplatz Hahn bauen.

Hartmut Beth
Kröv


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Kleinere Leserbriefe (Der Vollständigkeit halber)

Überflüssig

Zum Leserbrief von Dr. Belitz (TV vom 26 Juli) diese kurze Zuschrift:

Ich denke, daß die Bevölkerung im hiesigen Raum schon weiß, was »unseliger« oder »überflüssiger« ist, die B 50 neu oder aber die ewigen Leserbriefe des Herrn Dr. Belitz.

Manfred Gerhard
Traben-Trarbach


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Null Argumente

Zum Leserbrief von Manfred Gerhard (TV vom 3. August) diese kurze Zuschrift:

Zu der Art, wie sich Herr Gerhard mit den Leserbriefen von Herrn Dr. Belitz zur B 50 neu auseinandersetzt, fällt mir nur ein: »Wenn einem die Argumente ausgehen, greift man den Andersdenkenden persönlich an.«

Heide Weidemann
Erden


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Nur Mut

Zum Leserbrief von M. Gerhard (TV vom 3. August):

Nach der Anmerkung von Manfred Gerhard zu urteilen, sind meine Leserbriefe vielleicht »ewig« - aber anscheinend sind sie noch nicht überflüssig! Oder gehört er auch schon zu den Gegnern der Autobahn B 50 neu? Leider gibt Herr Gerhard weder seine Meinung oder seine Interessen, geschweige denn seine Argumente preis. Nur Mut, Herr Gerhard - auch Sie könnten sicherlich den TV als Forum für sachliche und fundierte Meinungsäußerungen nutzen.

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Irreführend

Zum Artikel »Unterstützung vom Staatssekretär« (TV vom 25. August):

Der Artikel »Unterstützung vom Staatssekretär« schließt mit dem Satz: »Das Planfeststellungsverfahren für den Bereich der B 50 neu zwischen Altrich und Platten ist bereits abgeschlossen.« Recherchen haben ergeben, daß bisher für den genannten Abschnitt kein Planfeststellungsbeschluß vorliegt. Insofern ist der genannte Satz irreführend und führt zu Unklarheiten.

Rainer von Schütz
Langsur


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Ins Internet

Zur Berichterstattung über den geplanten Neubau der Bundesstraße 50 (TV vom 3. September) folgende Lesermeinung:

Es ist lobenswert, daß die Planungsunterlagen erstmalig per CD gespeichert werden. Noch ein Schritt weiter wäre es, die Unterlagen während der Offenlegungsfrist ins Internet zu stellen. Vielleicht wäre das dann sogar eine Deutschalndpremiere. Mit mehr Ruhe und ohne andere zu stören, kann sich dann jeder Interessierte sachkundig machen und gleich in einfacher Weise seine Anregungen und Bedenken per eMail der Behörde kundtun.

Gerhard Lenssen
Bernkastel-Kues


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Ignorante Politikerin

Zum Europa-Frühschoppen der EP-Abgeordneten Christa Klaß in Manderscheid schreiben diese Leser:

Da lädt eine Europa-Abgeordnete zu einem »Europa-Frühschoppen« ein und hält eine Rede, die sich unter anderem mit dem Bau der B 50 neu beschäftigt. Und getreu der politischen »Meinung« befürwortet sie dieses Projekt als europäisch notwendig.

Ob sie sich nicht bewußt ist, daß sie eine ganze Region für Europa opfert? Eine Region, deren Wähler sie zur Europa-Abgeordneten gemacht haben!

Mit wieviel Ignoranz muß ein Politiker ausgestattet sein, der einen Kinderchor aus einer der unmittelbar betroffenen Gemeinden einlädt und auftreten läßt. Die Kinder haben gerne für Europa gesungen, aber nicht für die B 50 neu!

Der Anstand der Kinder hat verhindert, daß sie ihren Unmut direkt auf der Veranstaltung geäußert haben. Doch gehen unsere Politiker auch immer anständig mit uns um?

Kinder und Eltern des Kinderchores Ürzig

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Beschluß umgehend revidieren

Zum Beschluß des VG-Rates Bernkastel-Kues zur B 50 neu:

Ein merkwürdiges Verständnis von Solidarität mit den eigenen Gemeinden, die als Betroffene mehrheitlich und überwiegend einstimmig die Baupläne zur B 50 neu in den letzten Wochen abgelehnt haben, scheint der Verbandsgemeinderat Bernkastel-Kues zu haben: Am Montag wurde dort mehrheitlich für das Projekt votiert. Ohne Anwesenheit der Presse und neugieriger Öffentlichkeit stimmten zum Teil dieselben Personen, die in ihren Gemeinden gegen den Bau gestimmt hatten nunmehr für den Bau. Einzig die Bündnisgrünen brauchten keine Verrenkungen zu machen - sie sind sich in der Ablehnung der B 50 neu und des monströsen Hochmoselübergangs sicher und stimmten folgerichtig auch im VG-Rat gegen das Projekt.

Fraktionszwang oder Maulkorb-Erlaß, mangelnde Zivilcourage oder Angst um die weitere politische Karriere - egal, was für das einzelne Ratsmitglied ausschlaggebend war - der Beschluß hinterläßt den schlechten Geschmack der Wankelmütigkeit und ist rational weder zu begründen noch zu vermitteln. Als »AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung«, der Initiative der Bürgerinnen und Bürger der Region gegen den Bau der B 50 neu und der Hochmoselbrücke appellieren wir an den Verbandsgemeinderat und jedes einzelne Mitglied, diesen Beschluß umgehend zu überdenken und zu revidieren. Einen solchen Affront haben die betroffenen Gemeinden einfach nicht verdient.

Jutta Blatzheim-Roegler
Bernkastel-Andel


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Verhalten ist unentschuldbar

Zum Beschluß des VG-Rates Bernkastel-Kues zur B 50 neu:

Das Votum des Verbandsgemeinderates zur B 50 neu hat bei mit, neben Empörung über die Ignoranz der örtlichen Ratsvoten in den von der Streckenführung direkt betroffenen Gemeinden, auch eine gehörige Portion Unsicherheit darüber ausgelöst, ob die Mehrheit des VG-Rates überhaupt weiß, wen sie zu vertreten hat!

Doch sicherlich in erster Linie die Gemeinden der kommunalen Gebietskörperschaft, deren Wähler sie in den Rat entsandt haben. Das »Kirchturmdenken« der regionalen Einwohnerschaft mag aus der »Grobraster-Sicht« der Landes-, Bundes- und Europapolitiker offenkundig sein.

Aber was berührt die Menschen hier wohl mehr; der wirtschaftliche Vorteil der von Natur aus nicht unter sozialen Gesichtspunkten wirkenden und auf rücksichtslosen globalen Wettbewerb ausgerichteten Markt- und Kapitalkräfte in fernen Regionen, oder die Zerstörung der eigenen Landschaft mit nachteiligen Folgen für die gemeindliche und persönliche Entwicklung?

Das unterschiedliche Abstimmungsverhalten verschiedener VG-Ratsmitglieder (im örtlichen Rat »nein«, im VG-Rat »ja« oder »Enthaltung«) ist aus meiner Sicht ganz und gar unentschuldbar! Enthaltung ist Feigheit! Das Kosten-Nutzen-Verhältnis entzieht sich der lokalen und regionalen Entscheidungskompetenz und ist für uns daher keine vorrangige Meßlatte!

»Einbindung in die Fraktion« als Begründung macht deutlich, welchen, in diesem Fall schädlichen Einfluß Landtagsabgeordnete und Parteifunktionäre wunschgemäß bei den jährlich zwei bis drei Wahrnehmungen ihrer VG-Ratspflichten ausüben können! Ein Lob den standhaften heimatverbundenen Ratsmitgliedern.

Winfried Ehlen
Graach


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Mandat niederlegen

Zum Beschluß des VG-Rates Bernkastel-Kues zur B 50 neu:

Danke, so klar mit Nennung von »Roß und Reiter« wünschte ich mir die Berichterstattung immer. Nur so können die Bürgerinnen und Bürger sich auch wirklich ein Bild über »ihre« Politiker machen. Die besonders berührten Gemeinden Lösnich, Ürzig, Zeltingen-Rachtig, Graach, Longkamp haben nein zur B 50 neu gesagt, Erden wird sich am Sonntag endgültig entscheiden. Von den anderen fühlt sich vor allem Bernkastel-Kues »von den 400 Metern Straße« ohnehin kaum betroffen. Wenn der Verbandsgemeinderat - was ich noch nicht mal glaube - überhaupt ein eigenes Votum für oder gegen die B 50 neu abgeben mußte: Warum stellt er sich dann nicht an die Seite der Mosel- und Hunsrückgemeinden, die um den Verlust des Faustpfandes ihres Fremdenverkehrsangebotes fürchten, die einmalig schöne Landschaft, die noch unverfälschte Natur und die Ruhe unserer Heimat?

Und was sollen die Bürgerinnen und Bürger mit Ratsmitgliedern anfangen, die vor Ort im Angesicht ihres Wahlvolkes brav nein sagen und im VG-Rat ja? Wen vertreten sie, die Bevölkerung oder die Parteiraison? Wer sich so verhält, sollte sein Mandat niederlegen.

Heide Weidemann
Erden


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Marionetten ohne Meinung?

Leserbrief zum Artikel »Klares Ja zur neuen Trasse« vom 10. November:

Die Entscheidung des Verbandsgemeinderates für die Trasse der B 50 neu ist aus meiner Sicht eine Entscheidung gegen unsere Region. Bei der Abstimmung des Verbandsgemeinderates Bernkastel-Kues über den Bau der B 50 neu wurde deutlich, daß unsere gewählten Vertreter ihren Parteien näher stehen als den Bürgern, die sie gewählt haben und die sie vertreten sollen.

Scheinen doch manche Kommunalpolitiker eine gespaltene Persönlichkeit zu haben. Sie stimmen auf Ortsebene gegen den Bau der B 50 neu und einige Tage später bei der Abstimmung im Verbandsgemeinderat, enthalten sie sich der Stimme bzw. stimmen für den Bau der B 50 neu. Haben diese Politiker nicht genug Rückgrat um ihre Meinung auch bei ihrer Fraktion zu vertreten? Sind sie Marionetten ohne eigene Meinung, die entsprechend den Vorgaben der Fraktion bei Abstimmungen nur noch ihre Hand heben? Nach der Abstimmung zur B 50 neu im Verbandsgemeinderat scheint mir dies so zu sein.

Herr Schädler sagt in Zusammenhang mit der Abstimmung zur B 50 neu: »Wer in Urlaub fahren will, der braucht Straßen«. Natürlich brauchen wir Straßen. Auch unsere Urlaubsgäste brauchen gigantische, natur- und landschaftszerstörende Brückenkonstruktionen und mehrspurige Straßen, um durch unsere Erholungs- und Naturgebiete zu rasen. Wer will neben autobahnähnlichen Straßen oder unter Autbahnbrücken noch Urlaub machen? Die Gäste besuchen unsere Region wegen der jahrhundertealten, attraktiven und intakten Natur- und Kulturlandschaft. Sie kommen hierher, um sich von Streß, Hektik und Lärm zu erholen. Es gibt genug Straßen in unserer Region und zur B 50 neu gibt es gute Alternativen.

Guido Lotz
Bernkastel-Kues


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Herausforderungen annehmen

Zum Leserbrief im TV vom 10. November »Ignorante Politikerin« diese Zuschrift:

Da sich die Autoren des Leserbriefes hinter »Kindern und Eltern des Kinderchores Ürzig« verstecken, kann ich sie nicht direkt ansprechen.

Als Europa-Abgeordnete für die Region Trier, als Moselanerin und Winzerin, habe ich mich über den grandiosen Auftritt des Kinderchores aus Ürzig anläßlich des »Europäischen Frühschoppens« in Manderscheid sehr gefreut. Was mich am stärksten berührt und mich auch sehr betroffen gemacht hat, ist die Tatsache, daß hier Kinder und der Kinderchor für eine Argumentation der Eltern gegen den Bau der B 50 neu in einem Leserbrief herhalten müssen. Ignorant ist es, die Augen vor der immensen Wichtigkeit zu verschließen, die eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur für unsere Region bedeutet. Ich habe in Manderscheid darauf hingewiesen, daß man die Bedeutung der Verkehrsinfrastruktur für Standorte erkennen muß und nicht die Devise »Straßen schaffen nur mehr Verkehr« vorherrschen darf. Ich habe deutlich gemacht, daß Wittlich als Standort für Tausende von Arbeitsplätzen für die Region, ohne die Autobahn nie einen solchen und noch nicht abgeschlossenen Aufschwung genommen hätte - und auch die Moselregion auf dem Gebiet des Tourismus. Als Begleitmaßnahme des Strukturwandels in Landwirtschaft und Weinbau ist die Schaffung weiterer wohnortnaher Arbeitsplätze, von denen die Existenz von vielen Familien abhängt, lebensnotwendig. In unserer Wirtschaft sind moderne und leistungsfähige Verkehrswege von Bedeutung. Die ländlichen Räume dürfen nicht weiter systematisch von einer guten Entwicklung abgehängt werden. Wir brauchen den Lückenschluß der A 1 und den Weiterbau der A 60 von Wittlich in den Hunsrück, den Moselaufstieg Trier in Verbindung mit Moselbrücke und Ortsumgehung Könen und Ayl, dies habe ich in Manderscheid wörtlich gesagt. Dazu stehe ich, weil unsere Region auf der Stelle tritt, während andere längst gestartet sind. Wir müssen die Herausforderungen annehmen, wir dürfen uns dem Neuen und dem Wandel nicht verschließen. Für mich gilt: Der zentrale Gedanke, der politischem Handeln zu Grunde liegen muß, lautet: »Veränderung nicht um jeden Preis und nicht zu jedem Ziel, sondern zum Besseren«.

Christa Klaß (MdEP)
Trier


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Planung nicht auf Eis legen

Zum Thema B 50 neu äußert sich diese Leserin:

Lebensverlängerndes Medikament - oder Todesspritze? Seit Jahrzehnten fordern wir Strukturverbesserungen und neue Straßenanbindungen, da vom Wein und Tourismus nur ein Teil der Bürger ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Nun plötzlich, in der Endphase der Planungen für die B 50 neu mit dem Hochmoselübergang tauchen nur negative Auswirkungen auf die Region auf. Was wurde seit der Planung getan, welche Gespräche wurden geführt, welche Verbesserungsvorschläge wurden gemacht?

Für alle Befürworter stellt sich doch die Frage, wo die Prioritäten liegen, oder darf es hier keine unterschiedlichen Meinungen geben, wo bleibt die Demokratie? Ich denke da z. B. an den medizinischen Bereich, wo Schulmedizin und Naturheilkunde ihre Berechtigung haben, wo aber bei großen Problemen Medikamente mit Nebenwirkungen verordnet werden, um den Organismus zu stärken und die Gesundheit wiederherzustellen. Wo bleibt unser Zukunftsdenken für die Region? Sicher werden über die Ausführung der Planungen noch wichtige Gespräche zu führen sein, wozu unsere Bundestagskandidaten aus der Region gerne zur Verfügung stehen, wie sie dies in der Vergangenheit bei anderen Problemen auch bewiesen haben. Ich bin nicht der Meinung, daß man eine Planung für die Zukunft so einfach auf Eis legen sollte.

Woher nimmt z. B. Herr Dr. Belitz die Überzeugung, daß nur seine Meinung richtig ist für unsere Region, was hat er bisher für die Bürger unternommen? Hält er beleidigende Äußerungen an unsere Volksvertreter für den richtigen Ansatz zu einer sachlichen Auseinandersetzung, um die anstehenden Probleme zu lösen?

Ich bin für eine breite Diskussion zu dem Thema B 50 und hoffe nicht, daß diese Planungen auf Eis gelegt werden.

Allerdings bin ich dafür, daß Herr Dr. Belitz seine ständigen öffentlichen, priesterhaften Belehrungen einfriert.

Monika Boor-Caspari
Traben-Trarbach


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Verfall der Werte

Zur geplanten B 50 neu diese Leserzuschrift:

Zu den Sorgen gebeugten Bedenken und einleuchtenden Befürwortungen ließen sich weitere Gedanken hinzufügen: Wie wäre es, wenn Rheinland-Pfalz in einem beherzten, endlich die Probleme ernst nehmenden, Pilotprojekt verifizieren würde, was etliche Weltumweltkonferenzen nicht zu Wege brachten, ohne dabei der höchst dringlichen Aufgabe nachzukommen: die bereits viel zu späte Harmonisierung von Ökologie und Ökonomie. Das hieße: Keinen überflüssigen Wassertropfen per Röhren und Rinnen in unseren überstrapazierten Schicksalsfluß einzuleiten.

Füchse, Rehe und Regenwürmer womöglich besser zu beheimaten - man erkundige sich nur via Internet bei den Nashornumsiedlern in Schwarzafrika. Ausgleichswälder, unsere Superkats, müßten allerdings jetzt schon halbwüchsig sein, um die Emissionen nachbarlicher Brummis später kompensieren zu können. Jedem Betroffenen könnte, natürlich ohne überzogene Forderungen, Genüge getan werden. Die Liste konstruktiver Vorschläge, trotz der sicherlich neuzeitlich pfiffigen Ideen zu diesem Projekt, bedürfte einer Sonderausgabe dieser Zeitung. Bei allem wichtigen Kommerz darf die angeschlagene Natur späteren Generationen nicht als kleines Heimatmuseum überliefert werden. Kurzum: die Initiatoren könnten ein zukunftsorientiertes Öko-Öko-Pilotprojekt aus der strittigen B 50 neu machen, um hochaktuell sagen zu können: »Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Straß'!«

Natürlich würde das einiges mehr kosten, aber das tut das Bundeskanzleramt neu auch. Ein humanitärer Aspekt bestünde darin, eine Finanzierung aus längst rückzahlbaren, gigantischen Milliardenkrediten an dubiose Länder zu finden, die diese Gelder statt zum Wirtschaftsaufbau für grausame Kriege verwenden.

Schließlich ließe sich vielleicht als Obolus aus der Ökosteuer rekrutieren, um dieser wenigstens einen kleinen Wahrheitsgehalt zu geben. Ein Vision? Keineswegs! Die Vorgabe müßte sich im begonnenen High-Tech-Zeitalter auf einen einfachen Nenner bringen lassen. Wäre da nicht das Handicap unserer heutigen Gesellschaft, vorexerziert durch gewisse Politiker: der Verfall der klassischen Wertbegriffe zu so genannten Sekundär-Tugenden.

Peter F. Giese
Traben-Trarbach


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Die Schäden bleiben

Zur geplanten B 50 (neu) diese Lesermeinung:

Es kann nicht genug gegen die B 50 (neu), dieses Monstrum einer umweltzerstörenden Gigantomanie, bekämpft werden. Zum Glück ist die Empärung in den letzten Wochen so stark gewachsen, daß auch der bornierteste politiker sich darauf besinnen müßte, daß hier etwas doch nicht stimmt.

Hier erweist sich die ganze Hohlheit der Phrasen die von den Verantwortlichen gebetsmühlenhaft abgespult werden, wenn die sogenannte »Demokratie« zu allen möglichen Zwecken an den Haaren herbeigezogen wird: sei es nun zum »Umweltschutz« oder hier zu ihrer Zerstörung. Nicht nur, daß unsere so klugen Politiker und Verbandsfunktionäre es nicht geschafft haben, den wirtschaftlichen Ruin von der geplagten Winzerschaft abzuwenden, siehe die desolate Weinbaupolitik mit ihren verheerenden Folgen. Nun haben sie auch noch die letzte Ressource, die intakte Umwelt, aufs Korn genommen und wollen ihr mit dieser unsinnigen Straße den Garaus machen, indem die unsere herrliche Mosellandschaft für immer zerschneiden und zerstören.

Wenn es schon für den weinbau so wenig erfreulich für die Zukunft aussieht, so war der Tourismus immer eine lohnende Alternative. Wenn man uns auch noch diese Chance beschneiden will, dann sind alle aufgerufen, , die noch ein Herz und Sinn für unsere Landschaft haben, sich gegen diese massive Umweltzerstörung (Naherholung) zur Wehr zu setzten.

Politiker kommen und gehen, doch die irreparablen Schäden bleiben. So hoch auch Bund und Länder verschuldet sind, so hindert sie dies nicht, dem Steuerzahler immer neue Lasten aufzubürden. Da hilft auch nicht die Mogelpackung einer Privatfinanzierung. Mit Mautgebühr versteht sich. Dies ist Augenwischerei. Die Verantwortlichen sollten sich um dringendere Straßenbauprojekte kümmern wie Ortsumgehungen

Ewald Herges
Zeltingen-Rachtig


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Zeitgeist fordert die Brücke

Zur Diskussion um die B 50 neu und das TV-Forum in Longkamp diese Lesermeinung:

Brücken verbinden - heißt es allgemein. Nun erfahren wir, daß eine Brücke, die es noch nicht gibt, trennt. Quer durch Familien, durch Dörfer, Kreise und Parteien geht die Trennungslinie. Daß sich in der Bürgerhalle in Longkamp mehr Gegner als Befürworter eingefunden haben wundert nicht, denn die Befürworter haben eine sichere Lobby.

Vom Jahrgang her werde ich kaum mehr in die Verlegenheit kommen, die neue Straße zu benutzen. Dennoch denke ich, sollte ich die Eltern, die mich, da ihnen der Alltag wenig Zeit läßt sich um Dinge zu kümmern, die außerhalb ihrer beruflichen Verpflichtungen liegen, zum Sprecher gewählt haben, anregen, über die Zukunft ihrer Kinder nachzudenken.

Ich denke wir werden die Brücke bauen. Nicht weil wir sie brauchen, sondern weil der Zeitgeist sie fordert. Wir, die alles haben was wir brauchen, die mehr verkommen lassen als andere zum Leben haben, für die Entsorgen schwieriger ist als Besorgen, müssen etwas tun auf das wir verweisen und stolz sein können. Türme, Dome oder Kathedralen haben andere schon gebaut. Aber eine Brücke in dem Ausmaß über einen Fluß wie die Mosel, das ist die Herausforderung.

Bestehende Aufstiege von der Mosel zum Hunsrück zu nutzen und auszubauen wäre nur Flickwerk. Vorhandene Brücken zu sanieren oder zu verbreitern ist keine Herausforderung. Die Lasten auf kleinere Transporteinheiten zu verteilen, würde mehr Menschen brauchen, die angemessene Entlohnung verlangen. Können wir uns das leisten? In die Breite gehen ist auch Wachstum. Werden unseren Enkeln breit gestreute Arbeitsplätze nicht mehr nützen als ein gigantischen Bauwerk? Unsere Erde, ein vernetztes System. Denken wir alle Fäden zu Ende?

Erich Gauer
Morbach


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In den Reißwolf!

Zum Hochmoselübergang und der geplanten B 50 neu erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung:

Der Trierische Volksfreund hat in den letzten Wochen eine Vielzahl von Leserbriefen veröffentlicht - überwiegend von Gegnern dieses Projekts.

Man kann den überzeugenden Argumenten nichts mehr hinzufügen; jeder einigermaßen verantwortungsvolle Bürger, dem das Wohl seiner Heimat am Herzen liegt, kann diesen menschen- und lebensfeindlichen Gigantismus nur strikt ablehnen.

Mich bedrückt aber noch ein anderes Problem: Welches Verständnis von Politik und Demokratie soll ich eigentlich mir anvertrauten jungen Menschen angesichts des unsäglichen Abstimmungsverhalten einiger Mitglieder des VG-Rats Bernkastel-Kues vermitteln?

Wissen denn diese janusköpfigen Volksvertreter wirklich nicht, daß das weitgehende Desinteresse der Jugend an der Politik in erster Linie durch mangelnde Glaubwürdigkeit von Politikern hervorgerufen wird?

Diese Herren haben jedenfalls der Demokratie und der Jugend einen Bärendienst erwiesen.

Welche Meinung haben denn die von uns gewählten Vertreter eigentlich, eine Gemeinderatsmeinung, eine VG-Ratsmeinung oder gar noch eine dritte ganz persönliche Meinung, die sie uns aber nicht offenbaren wollen?

Grund genug für alle Bürger, jetzt erst recht - auch entgegen den Stadt- und Verbandsgemeinderatsbeschlüssen - diesem Projekt mit allen rechtsstaatlichen Mitteln - auch juristischen - entgegenzutreten.

Vertrauen wir nicht zuletzt unserer unabhängigen Justiz, die die Planungen zu diesem angeblich dem Fortschritt dienenden Projekt dorthin verweist, wo sie hingehören: in den Reißwolf!

Leo Pschebizin
Bernkastel-Kues


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Groteskes Verhalten

Zum Artikel »Klares Ja zur neuen Trasse« im TV vom 10. November diese Lesermeinung:

Das Verhalten einiger Lokalpolitiker im Streit um die »B 50 neu« nimmt inzwischen groteske Züge an. Wie nämlich ist folgender Sachverhalt zu verstehen?

Ein Fraktionsvorsitzender im Graacher Gemeinderat, der sich bis jetzt in der Öffentlichkeit vor allem als vehementer Verfechter von wirtschaftlichen Argumenten in der Politikpraxis geäußert hat, lehnt unter Betonung von vorwiegend ökologischen Aspekten das Bauvorhaben über den Graacher Berg entschieden ab.

In seiner Funktion als Mitglied des Verbandsgemeinderats Bernkastel-Kues enthält er sich jedoch der Stimme »da er in die Fraktion eingebunden sei«.

Der Wähler stellt sich natürlich ob dieses Verhaltens seines Abgeordneten die Frage, warum dieser sich verbiegt und mit gespaltener Zunge spricht und ob möglicherweise gar keine sachlichen, sondern politisch-taktische Gründe für das Abstimmungsverhalten verantwortlich sind. Jedenfalls kann er sich des Eindrucks nicht erwehren, daß 350 ablehnende Unterschriften auf Gemeindeebene ihre Wirkung offensichtlich nicht verfehlten.

Im Verbandsgemeinderat, wo die Fraktion des Abgeordneten Zimmer das Vorhaben forciert, enthält er sich der Stimme, damit er in fünf Jahren wieder als Kandidat aufgestellt wird.

Ein solches unwürdiges Verhalten ist nicht entschuldbar und nur geeignet, die Politikverdrossenheit vieler Menschen zu verstärken.

Gott sei Dank gibt es aber in derselben Partei ein Ratsmitglied, daß Zivilcourage besitzt und unter Beibehaltung seiner wohl überlegten Meinung trotz Einbindung in die Fraktion zum Wohl der Allgemeinheit eine allein vom Gewissen geleitete Entscheidung trifft.

Artur Weber
Graach


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Abgeordnete verstehen ihr Geschäft

Zum TV-Forum am 15. November in Longkamp meint dieser Leser:

Vielen Dank Frau Bundestagsabgeordnete Leonhard, Herr Bundestagsabgeordneter Bleser, daß Sie mir endlich einmal erklärt haben, wozu die B 50 neu und die Moselhochbrücke nötig sind. Ich muß zugeben, mir fehlte bisher der rechte Überblick für den europäischen Zusammenhang.

Klar werde ich meine Heimat mit Freude zu Grabe tragen, wenn dadurch wichtige Transitstrecken gebaut werden können und europäische Konzerne Geld sparen. Da muß man schon einmal global denken.

Gut, wir Menschen hier gehen dabei zugrunde, aber was bedeutet das schon im europäischen Zusammenhang? Und so groß ist diese Opfer nun auch wieder nicht. Immerhin haben Sie ja festgestellt, daß Weinbau, Fremdenverkehr und Landwirtschaft in unserer Region ohnehin nicht mehr entwicklungsfähig sind.

Industrie muß her! Jawohl, die Straße und Brücke gebaut, weg mit den unrentablen Weinbergen, da kommen dann Gewerbegebiete hin und schon geht es uns gut. Das hat im Osten ja auch schon prima funktioniert.

Tourismus? Logisch, daß ein Urlauber erst einmal auf der Autokarte guckt, wo Autobahnen hinführen und dann entscheidet: Aha, da ist eine Autobahn mit Abfahrt, da fahr ich hin.

Wenn wir dann die B 50 neu haben, was wird das für ein Trubel. Tausende von Gästen werden zu uns kommen. Gut, es wird dann keine unberührte Wein- und Kulturlandschaft mehr geben, aber die Abfahrtswege werden kurz sein. Das will der Tourist.

Und dann immer diese Sorgen um den Wein und unsere Natur! Schadstoffeintrag, Lärm - alles noch längst nicht bewiesen. Wartet´s doch mal ab.

Ausrottung von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten? Pah. Haben Sie hier schon einmal einen Meles-meles gesehen, wissen Sie überhaupt was das ist? Aha! Und wieso stört es Sie dann wenn er ausgerottet ist? Kaltufteintrag ins Moseltal? Ein bißchen frische Luft hat noch nie geschadet.

Und nebenbei Frau Leonhard, Herr Bleser, also von Ihrem Geschäft verstehen Sie was. Gut, daß ich da mal live dabei sein durfte. Bered´ und gewandt standen Sie uns Rede. Ein geschickter Tritt gegen den politischen Gegner hier, ein eindringlicher Verweis auf ihren Einsatz für uns, Ihre Wähler, dort.

Alle Achtung. So macht man das. Bei solchen Diskussionen muß man kalt und sachlich bleiben, es dürfen nur Zahlen sprechen. Wir Landbewohner haben für die heutige Zeit einfach noch viel zu viel Herz. Ein Herz für unsere Heimat.

Da saßen ein paar hundert Menschen und machten sich Sorgen um ihre Landschaft, ihre Zukunft. Was hätte es da gebracht, wenn Sie gesagt hätten »Wir verstehen euch, wir verstehen eure Ängste und wir werden uns für Eure Belange einsetzen.« Viel professioneller war es, uns wie dem Kind im Kohlenkeller zu sagen »Da ist nichts, wovor ihr Angst haben müßt. Macht Euch keine Gedanken, Ihr habt uns gewählt und jetzt ziehen wir das Projekt auch durch.«

Alles in allem muß ich sagen professionell gemacht, aber Angst um meine Heimat hab ich jetzt noch mehr.

Paul Keukert
Ürzig


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Argumente statt Tomaten

Bezugnehmend auf das Zitat »Sie können auch mit Tomaten werfen«, TV vom 17. November, diese Lesermeinung:

Bei dem aggressiven Auftreten von Frau Leonhard auf dem Forum des Trierischen Volksfreundes in Longkamp wären Tomaten sicher kein gutes Argument gewesen.

Dadurch kann man die Meinung dieser Politikerin natürlich nicht ändern. Wie wäre es dagegen mit gesundem Menschenverstand? Zwar betonte sie immer wieder ihre gute Beziehung zur Wirtschaft, doch ihre Sichtweite ist sehr einseitig.

Kann durch eine neue Autobahn auch nur eine Flasche Bier oder Sprudel mehr verkauft werden oder braucht man dann mehr Waschmaschinen, Fernseher und so weiter? Sicher nicht!

Es ist, wie auch Herr Bleser mehrmals betonte, möglich, Arbeitsplätze aus den Ballungsgebieten hierher zu ziehen.

Aber entspricht dieses dem viel zitierten »Europäischen Denken?« Es wäre sinnvoller, diesen Menschen ihre Arbeitsplätze zu lassen und unsere im Tourismus, Weinbau und Handwerk zu sichern.

Neue Arbeit könnte durch bessere Rahmenbedingungen und Förderungen zukunftsfähiger Technologie geschaffen werden.

Fakt ist, daß die Arbeitslosenrate im Oktober diesen Jahres in Bernkastel-Kues bei sieben Prozent und in Wittlich bei 7,3 Prozent lag. Dies ist für unsere Region im Verhältnis zum Bundesdurchschnitt von elf Prozent ein durchaus positiver Wert!

Leider ist bei der Veranstaltung nicht über die möglichen, kostengünstigen und sinnvollen Straßenvarianten gesprochen worden. Dazu müßte man sich aber mit der betroffenen Bevölkerung zusammensetzen.

Wir von der Bürgerinitiative Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung sind bereit.

Monika Frank
Bernkastel-Kues


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An der Nase herumgeführt

Zu den Leserbriefen zum Bau der B 50 neu erreichte uns diese Lesermeinung:

Ich hab's satt! Vielen Dank den vielen fleißigen Verfasser (-innen) unzähliger Briefe zu diesem Thema. Es hat Spaß gemacht und ich habe viel gelacht. Ist es nicht wieder wie so oft; das Volk braucht einen Redner der es führt, nämlich an der Nase herum. Wenn ich solche Argumente von Herrn Kwasny höre wie »Das Auto ist ein aussterbender Dinosaurier«, kommt mir gelinde gesagt die Galle hoch.

Statt in der Ausgabe vom 13./14. November eine Seite den Gegnern des Projektes zu widmen, wäre es sinnvoller gewesen, die Adressen derjeniger zu veröffentlichen, die die jeweiligen Meinungen der Politik vertreten, damit uns weitere Leserbrief-Attacken dieser Art erspart bleiben.

Eric Föhr
Zeltingen-Rachtig


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Kein Druck auf Gemeinderäte

Leserbrief zum B 50 neu-Bericht »Planung nicht auf Eis legen« (TV vom 18.November):

Obwohl ich im Kirchenchor singe, möchte ich das Predigen doch lieber den Profis überlassen. Dennoch kann ich dem überwiegend polemischen Leserbrief von Frau Boor-Caspari nicht unwidersprochen lassen.

Nachdem von ihr während der Diskussion im Traben-Trarbacher Stadtrat trotz Rederecht nicht allzu viel zu hören war, hätte sie wenigstens das sehr gut besuchte TV-Forum in Longkamp für die von ihr gewünschte »breite Diskussion« nutzen können. Frau Boor-Caspari hätte dort den äußerst schwach vertretenen B 50 neu-Befürwortern beistehen und für die verhinderte FDP-Abgeordnete Sehn einspringen können. Aber vielleicht war ihr das denn doch zu viel bürgernahe Demokratie, oder sie ist ähnlich frustriert wie Straßenplaner Hans Gaß, der auf seinen Veranstaltungen nur wenige Gemeinderäte vom Nutzen der B 50 neu überzeugen konnte, und der sich beim TV-Forum auch noch als schlechter Verlierer entpuppte. Seine Behauptung, die »AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung« hätte die Gemeinderäte unter Druck gesetzt, ist eine Unverschämtheit - vor allem gegenüber den Räten. Allenfalls wurden Gemeinderäte von besorgten Bürgern zu klaren Entscheidungen gedrängt. Die Arbeit der AG wäre überflüssig gewesen, wenn Politiker und Planer ehrlich, objektiv und nicht einseitig informiert hätten! Mehr als 1000 Einwendungen gegen die B 50 neu und viele Leserbriefe im TV sprechen für sich - vielleicht hätten wir auch Hans Gaß bekehrt, wenn er sich in eine unserer Informationsveranstaltungen »gewagt« hätte.

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Wie in der Werbung

Zum TV-Forum am 15. November in Longkamp:

Nach dem Besuch des TV-Forums werde ich den Gedanken nicht los, daß hier etwas an Menschen verkauft werden soll, das sie überhaupt nicht brauchen. Wie in der Werbung versuchen Bundestagsabgeordnete und Planer, uns die B 50 neu anzudrehen. Teils, wie Frau Leonhard, marktschreierisch laut oder aber wie Herr Bleser, der uns erst einmal darüber aufklärt, wie arm und bedürftig wir hier in Eifel, Mosel und Hunsrück doch noch sind - von unserer armseligen Situation haben wir bis heute noch nicht einmal etwas gemerkt. Bundestagsabgeordnete erzählen uns allen Ernstes, daß sie Tag und Nacht hart arbeiten um die Wünsche ihrer Wähler in Berlin durchzusetzen. Frau Leonhard läßt verlauten, daß die B 50 neu vor allem im Interesse der Region selbst liege. Aus den Unterlagen des Planfeststellungs-Verfahrens geht jedoch eindeutig hervor, daß der Streckenabschnitt von Platten bis Longkamp Bestandteil einer West-Ost-Straßenachse ist, die den niederländischen und belgischen Raum mit dem Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus mit anderen Regionen in Richtung Osten und Süden verbindet.

Von Herrn Bleser muß ich hören, daß die B 50 neu mit Hochmoselübergang eines seiner wichtigsten Ziele ist und daß er damit die Wünsche aller betroffenen Gemeinden erfüllt. Bisher habe es nie eine andere Meinung bezüglich der Trasse gegeben.

Darüber mußte ich doch sehr staunen, da es schon am 14. September 1980 eine große Fahrrad-Traktor-Demonstration hier bei uns an der Mosel unter dem Motto »Ja zur Mosel - Nein zur A 60« mit insgesamt 500 Teilnehmern gab. Zudem war am 16. September 1980 im Wittlicher Tageblatt zu lesen, daß 3000 Einsprüche das Projekt blockierten.

Haben die damaligen Gemeinderäte die Bedenken ihrer Wähler einfach ignoriert und nicht weitergegeben, oder sind sie gar parteipolitischen Wünschen gefolgt? Um so erfreulicher ist es, heute, nach 20 Jahren, festzustellen, daß die Mehrzahl der Gemeinderäte sich gegen den Bau der B 50 neu ausgesprochen hat und auch die Bürger in Graach durch 348 sowie in Kommen durch 77 Unterschriften ihre Bedenken bezüglich der B 50 neu bekundet haben.

Marie-Claire Schmitz
Kommen


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Plan in den Reißwolf

Zum Leserbrief von Ewald Herges aus Zeltingen-Rachtig (TV vom 20./21. November) diese Meinung:

Herr Herges schreibt, daß man an Stelle der B 50 neu mit Hochmoselbrücke, verstärkt Umgehungsstraßen bauen solle. Damit dürfte auch eine Umgehungsstraße in Wehlen (Stadtteil von Bernkastel) gemeint sein.

Ja, wir Wehlener brauchen dringend eine Umgehungsstraße, aber auch eine tatsächliche Umgehungsstraße. Solange dafür Wohnhäuser abgerissen werden müssen, ist der Ort nicht umgangen, sondern durchgangen. Daß der Gaß-Plan die akuten Probleme nicht lösen wird, liegt auf der Hand. Damit wären zudem in unnötiger Weise mehr als zehn Millionen aus dem Fenster geworfen, würde die überlastete Cusanusstraße, Moselbrücke, Schanzstraße und der Engpaß in Andel keine Entlastung erfahren.

Den beständig Staus verursachenden und dadurch verkehrsbehindernden Schwerlastverkehrs aus der genannten Strecke herauszunehmen, gelänge nur mit der idealsten Alternative, das wäre eine ortsferne Trasse in Wehlen, angebunden an eine Umgehung Kues mit einer Brücke oberhalb Andel. Daß die Erhaltung der Parkplätze am Moselufer in Bernkastel eine bittere Notwendigkeit ist und damit erreicht würde, wäre Tatsache.

Noch ist die unsinnige Durchgangsstraße in Wehlen nicht begonnen, noch sind dafür keine Millionen verschwendet, noch ist eine vernünftige Zukunftsplanung möglich.

Das läge auch an der Stadtverwaltung, die für Bernkastel und seine Stadtteile, keine in der derzeitigen Form vorprogrammierten Nachteile in Kauf nehmen sollte.

Den Gaß-Plan in den Reißwolf geben und für die Zukunft Umgehungen planen, hätte viele Vorteile in unserer Region, nicht zu vergessen die eingesparten Millionen.

Raimund Friedrich
Bernkastel-Wehlen


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Das Auto gilt noch als heilige Kuh

Zur geplanten B 50 neu und den Leserbriefen diese Zuschrift:

Der weisen Voraussicht von Herrn Kwasny, daß das Auto ein »aussterbender Dinosaurier« ist, vermag Herr Föhr nicht zu folgen, daher kommt ihm die Galle hoch. Das ist verständlich, denn noch befinden wir uns eher im Zeitalter des Autos als »heiliger Kuh«, die ungebremst kostbarstes Weideland niedertrampeln und unwiederbringlich zerstören darf. Daß dabei Mensch und Tier auf der Strecke bleiben, ist nebensächlich.

Herrn Föhr und seiner kranken Galle seien Wermuttee und frische Luft empfohlen, zum Beispiel eine Wanderung über den landschaftlich einmaligen Moselsporn, wo die Trasse der geplanten B 50 neu entlangführen soll. Noch ist dies eine Natur-Idylle, die ihresgleichen in Deutschland sucht und die vielen, zum Teil stark gefährdeten Tierarten, Lebensraum bietet. Wenn dort erst einmal tausende von Menschen zu ihren neu geschaffenen Arbeitsplätzen düsen und sich Belgier und Niederländer in ihren Lkw freuen, daß sie dank einer Mautstrecke sage und schreibe 20 Minuten eher im Rhein-Main-Gebiet sind und Wildkatzen, Dachse, Füchse und viele Tiere mehr mausetot am Straßenrand liegen, läßt es sich dort oben nicht mehr ganz so trefflich wandern.

Nur zu, Herr Föhr, und sammeln Sie doch auch schon einmal Unterschriften von Befürwortern dieses Projektes, das immer fragwürdiger wird.

Wir sind gespannt, ob Sie auch so schnell wie die »AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung« mehr als 700 Unterschriften von engagierten Bürgern zusammen bekommen, die überdies bereit sind, eine solche Anzeige, wie am 13./14. November im Trierischen Volksfreund erschienen ist, selbst zu finanzieren.

Gerda Knorrn-Belitz
Traben-Trarbach


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Moselübergang als Chance?

Zum geplanten Bau der B 50 neu diese Lesermeinung:

Dem TV besonderen Dank für die Möglichkeiten der Meinungsbildung. Inzwischen ist das Bauvorhaben sachlich und auch emotionell mit großer Energie beleuchtet worden. Die hinter der Planung stehenden massiven Interessen reichen weit über nationales hinaus in europäisches Wollen hinein, auch die bereits vorgenommenen hohen Investitionen für die bisherige Strecke werden vermutlich den Bau letztlich durchsetzen. Auch das ist ein Preis der Globalisierung.

Bevor die Verantwortlichen der kleinen Gemeinde Ürzig diese in einen kostspieligen und unübersehbaren Rechtsstreit mit so potentem Gegenüber hineintreiben lassen, sollte die Solidarität und Kostenbeteiligung der Verbandsgemeinde eingefordert und gesichert sein. Ein Aktionismus, der nur die Verneinung und auch nicht die möglichen verlorenen Kosten oder die Realisierung überdenkt, ist nicht verantwortbar. Hochaktivierte Emotionen und Meinungsdruck in einer Einbahnstraße lassen sich im negativen Ausgang nicht so einfach abstellen - es sollte hinterher schnellstens zur Gemeinsamkeit zurückgekehrt werden.

In jeder Möglichkeit stecken Chancen: Nach dem voraussichtlichen Brückenbau wird viele Jahre eine Benutzermaut erhoben. Warum fordern wir seitens der auf Dauer betroffenen, belasteten Region nicht eine mautlose Benutzung, beispielsweise für WIL-Fahrzeuge ein? Warum soll das nicht zu realisieren sein? Warum soll die Maut nur den Brückenfinanzierern und nicht auch anteilig der Region zugutekommen?

Horst J. Oster
Ürzig


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Intelligenz statt Moselübergang

Zum Leserbrief von Horst J. Oster diese Stellungnahme:

Eine schöne Idee von Herren Oster, alle WIL-Fahrzeuge nach dem eventuellen Bau der mautfinanzierten B 50 neu von der Mautpflicht freizustellen und die betroffene, belastete Region an der Maut partizipieren zu lassen. Schade nur, daß er das Luftschloß der verantwortlichen Planer und Politiker übersehen hat. Durch die Teilnahme an nur einer der vielen öffentlichen Veranstaltungen der »AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung« könnte er sonst folgendes wissen:
Mit 17.400 Kfz pro Tag bei vierspurigem Ausbau im Jahr 2015 (Prognose der Planer) läßt sich kein Blumentopf gewinnen, geschweige denn eine solide Refinanzierung des durch private Investoren eingesetzen Kapitals realisieren. Im Gegenteil: Der Steuerzahler wird zusätzlich kräftig in die Tasche greifen müssen, um die Investoren zu befriedigen. Zudem würde nach einer Studie aus dem rheinland-pfälzischen Verkehrsausschuß die Anzahl der Kfz pro Tag, die die B 50 neu dann nutzen wollten, je nach Höhe der Maut auf circa 7400 bis 9600 Kfz pro Tag schrumpfen; ergo wären noch höhere Investitionsspritzen der öffentlichen Hand von Nöten, da laut einer Aussage einer großen deutschen Baufirma erst ab 20.000 Kfz pro Tag kostendeckend (noch kein Gewinn für den Investor) gewirtschaftet werden kann. Wo bitte soll dann noch ein Betrag für die betroffene, belastete Region herausspringen und welcher Betreiber kann sich unter diesen Voraussetzungen eine Freifahrt für WIL-Fahrzeuge leisten?

Außerdem: Wie sollen WIL-Fahrzeuge diese für die Region vollkommen unnütze Trasse befahren, von Ürzig-Höhe zurück nach Platten und dann Richtung Hunsrück oder durchs Moseltal und nach einer Bergfahrt bei Lösnich zurück Richtung Wittlich?

Schon aus dieser Darstellung zeigt sich der Schwachsinn, mit dem diese Trasse geplant worden ist. Das Geld, das dafür bisher ausgegeben wurde, ist im Verhältnis zu anderen Ausgaben »Portokasse«. Mit dem leider, baldigen Anschluss der A 60 an die A 1/48 bei Wittlich ist dem Wunsch der Belgier (Anschluß im Süden an das deutsche Autobahnnetz) entsprochen. Wieso sollen wir mit Blick auf die Zukunft einem aussterbenden Dinosaurier, dem Auto, unseren Lebensraum opfern? Deshalb ist eine Klage Ürzigs, mit oder ohne Verbandsgemeinde, gegen die B 50 neu mehr als intelligent.

Karl-Gustav Kwasny
Ürzig


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Die Oma verkaufen - wenn der Preis stimmt

Zur B 50 neu und zum Leserbrief von Horst Oster (TV vom 30. November) diese Meinung:

Also, das versteh' ich jetzt auch nicht. Wie konnten sich die Verantwortlichen unserer kleinen Moselgemeinde Ürzig so unbedacht in einen teuren und riskanten Rechtsstreit mit den Straßenbauern hineintreiben lassen? So was kann man doch auch verlieren!

Ach, habt Ihr nicht dran gedacht. Aber einfach so dagegen sein. Sich in blindem Aktionismus mit übermächtigen Gegnern anlegen. Was? Das sind keine übermächtigen Gegner? Das sind unsere gewählten politischen Vertreter. Eben! Wenn Ihr denen widersprecht und nicht zu deren Gemeinsamkeit zurückfindet, machen die Euch doch platt, bevor ihr Piep sagen könnt.

Ja, da hättet ihr mal vorher drüber nachdenken müssen. Ihr hättet doch wenigstens mal die Verbandsgemeinde fragen können, damit die die Kosten übernimmt, bevor Ihr Euch wie David aufführt. Für so was riskiert man doch kein eigenes Geld.

Apropos Geld. Konntet Ihr Euch nicht vorher denken, daß die Brückenbauer böse mit euch sind, wenn ihr da mit Einsprüchen kommt.

Und dann? Dann gibt's nachher nix. So große Hunde pinkelt man nicht an, da macht man den Rücken krumm und hält die Hand auf. Einsprüche einlegen, ja, ja. Zerstörung unserer Heimat. Ist ja gut, ist ja gut. Das wäre doch ein Argument gewesen: »Liebe Straßenbauer, ihr macht ja jetzt mit eurer Brücke unser schönes Moseltal kaputt. Nein, nein nicht so schlimm. Aber wenn ihr uns vielleicht kostenlos drüber lassen könntet? Wenigstens uns. Und wenn wir vielleicht bitte ein paar Prozente von den Einnahmen bekommen könnten? Eine Oma haben wir auch noch, die könnten wir auch noch abgeben, wenn der Preis stimmt.«

So gesehen habe ich wirklich nicht genügend nachgedacht, als Ratsmitglied in Ürzig. Das nächste Mal werde ich dasselbe frühzeitig einziehen und zusehen, daß wenigstens ich/wir meinen/unseren kleinen Vorteil habe/n.

Paul Keukert
Ürzig


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Trommelfeuer der Gegner gebeugt

Zum Forum des Trierischen Volksfreundes zur geplanten B 50 neu meint dieser Leser:

Ein Straßenneubau, dazu gehören auch Brücken, in einer seit Jahrhunderten vernachlässigten Grenzregion von Eifel und Hunsrück, kann für die Bevölkerung nur von Vorteil sein. Handelt es sich doch hier um ein Anschlußstück zwischen der Eifelautobahn von Wittlich bis zur Hunsrückautobahn nach Rheinböllen.

Zwar hinterläßt eine solche Trasse in der Natur tiefe Spuren. Da aber die Gesamtinteressen der Bevölkerung einmal berücksichtigt werden müssen, ist eine Güterabwägung zu Gunsten des Ausbaus unumgänglich.

Die meisten Hunsrückdörfer beispielsweise sind in den langen Jahren nach dem Krieg zu Schlafdörfern geworden: Durch eine fehlende Infrastruktur, keine Industrieansiedlungen, keine Arbeitsplätze, keine Steuerkraft, Abwanderung der Eliten. Als Maßstäbe kann man das Kirchspiel Kleinich betrachten. Im Ortsteil Götzeroth wurden seit 1945 nur vier Wohnhäuser zusätzlich gebaut, in Kleinich dagegen »stiegen« die Neubauten in dieser Zeitspanne auf 30.

Das Steueraufkommen in den betroffenen Hunsrückgemeinden ist äußerst gering. Das Ergebnis, die Kommunen sind verschuldet, Gemeinden, Verbandsgemeinden und Kreise stünden vorm Bankrott, könnten sie nicht immer wieder in die Taschen ihrer Bürger greifen, wie zum Beispiel mit der Steuer für das Oberflächenwasser. So wie es Weiland Napoleon mit der Fenstersteuer gemacht hatte. Mit dem Bau der B 50 neu wird eine wirtschaftliche Belebung unseres Gebietes eingeleitet und veraltete Strukturen werden aufgebrochen, so wie es vor Jahren mit dem Bau der A 3 über den Westerwald geschehen ist. Die Industrialisierung folgte auf dem Fuße.

Man kann den Bundestagsabgeordneten Elke Leonhard und Peter Bleser dankbar sein, daß sie so standhaft dieses Straßenbauprojekt auf den Weg gebracht haben. Auch Baudirektor Gaß gebührt Dank und Anerkennung für seine schwierige »Mission«. Nach allen vorliegenden Berichten hat es den Anschein, als hätten sich die Gemeinderäte der Anrainer der neuen Trasse dem »Trommelfeuer« der Gegner gebeugt und wider besseres Wissens das Projekt abgelehnt.

Mit einer solchen wankelmütigen Haltung käme unsere Region auf keinen grünen Zweig. Das beste Beispiel ist der Edelstahl verarbeitende Betrieb Lehnen in Longkamp, der diesen Standort wegen fehlendem Autobahnanschluß und Gleisanschluß nach Wengerohr verlegt hat. Damit sind circa 50 Arbeitsplätze für unser Gebiet verloren. Sollte besagtes Autobahnverbindungsstück im Jahre 2005 realisiert sein, werden Gegner und Befürworter genüßlich über die neue Strecke und die Moselbrücke fahren und kein Mensch spricht mehr von den »flammenden« Protesten. Viele werden sagen, die Brücke paßt sehr gut in die Landschaft.

Paul Hammen
Kleinich


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Nur eine Hinterbänkler-Rolle?

Zu Äußerungen von Abgeordneten in der Diskussion um die B 50 neu schreibt diese Leserin:

Laut Grundgesetz Artikel 39 »sind die Abgeordneten des Deutschen Bundestages Vertreter der ganzes Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen«, wobei Gewissen ursprünglich ein stattliches, vor Gott und den Menschen verantwortliches Handeln und nicht egoistisches Gutdünken meinte.

Um gewählt zu werden, versprechen die Kandidaten/innen vor den Wahlen, die Interessen der Bürger ihrer Wahlbezirk zu vertreten, und werden auch in diesem Vertrauen gewählt. Da die Abgeordneten unserer Region, also Elke Leonhard (SPD), Peter Bleser (CDU) und Christa Klaß (MdEP), bezüglich der B 50 jedoch offensichtlich nicht den Willen der Menschen, die hier leben und später mit den Nachteilen dieser Straße fertig werden müssen, respektieren, muß man sich fragen, ob diese Parlamentarier im Grunde nicht gegen ihren Wählerauftrag verstoßen.

Vermutlich beinhalten ihre Argumente nicht einmal eine eigene persönliche Meinung, sondern geben lediglich das wieder, was ihnen ihre Fraktionen vorschreiben oder längst beschlossene Sache ist.

Im Gros der Abgeordneten in Berlin beziehungsweise Straßburg scheinen sie mehr oder weniger eine »Hinterbänkler-Rolle« zu spielen.

Frau Klaß würde wahrscheinlich ganz anders argumentierten, wenn der Moselübergang der B 50 neu im Nahbereich ihres Wohnortes Monzel geplant wäre, verbunden mit der Gefahr, daß dann auch die Touristen für ihre eigenen Ferienwohnungen ausblieben.

Abschließend bleibt festzustellen, daß das Verhalten unserer Abgeordneten ein gutes Teil zur Politik- und Wählerverdrossenheit der Bürger beiträgt.

Ingrid Praus
Platten


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Unverständlicher Widerstand

Zur Berichterstattung über ein mögliches Mediationsverfahren zur geplanten B 50 neu diese Zuschrift:

Die Behauptung des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums, »selbst die Gegner des Hochmosel-Übergangs schätzten die offene, transparente Informationspolitik der Straßenbauverwaltung« und eine Mediation sei somit überflüssig, zeugt von Unkenntnis und einer gewissen Dreistigkeit. Tatsächlich findet man selbst unter B 50 neu-Befürwortern kaum jemanden, der mit der Informationspolitik der Straßenplaner und der Landesregierung zufrieden war und ist. In einem Mediationsverfahren könnte die Landesregierung den bisherigen schlechten Eindruck vielleicht wieder etwas aufbessern. Die beim Erörterungstermin unter den Tisch gekehrten Problembereiche sowie Alternativ-Vorschläge könnten diskutiert werden. Nachgelieferte oder noch zu erarbeitende Gutachten könnten der Öffentlichkeit vorgestellt, erläutert und diskutiert werden. Da das Projekt B 50 neu offensichtlich nicht von höchster Priorität ist - sonst müsste nicht das Land einen Großteil der Baukosten für eine Bundesstraße übernehmen -, dürfte auch der Zeitfaktor keine Rolle spielen. Im Gegenteil: In einem ausführlichen Mediationsverfahren könnten nicht nur Detailfragen, sondern auch Grundsätzliches diskutiert werden.

Dass die Verkehrsplaner so ein Verfahren fürchten, ist vielleicht noch nachvollziehbar. Unverständlich bleibt der Widerstand unserer Umweltministerin, die für den Umweltschutz oder zumindest für eine offene Diskussion der Probleme ihres Arbeitsbereiches eintreten müsste.

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Sozialer Frieden ist gestört

Zum Artikel »Absage an Mediation sorgt für Enttäuschung« im TV vom Dienstag, 5. September, erreichte uns dieser Leserbrief:

Brücken verbinden und bringen Menschen, Werte, Ansichten und Lebensentwürfe zusammen. Bauckhage sprengt Brücken, wo es ums Brücken bauen geht. Er beteiligt nicht Betroffene, er entscheidet selbst.

Die Absage an die Mediation wird teuer. Das zu teure Gutachten ist nur ein Klacks, die Widersprüche werden sich häufen und es wird viel Zeit und Geld in Gerichtsverfahren verschleudert. Die in der Mediation möglichen Rationalitätsgewinne durch vielschichtige Lösungsmöglichkeiten sind vertan, der soziale Frieden gestört, Annäherungen nicht möglich und Zukunftschancen verschleudert. Am schlimmsten ist, dass hier die Möglichkeit zu einer neuen demokratischen Bürgerbeteiligung abgelehnt wird. Es geht nicht um das Verfahren, sondern darum, Bürger nicht zu beteiligen. Wer aber in einer demokratischen Gemeinschaft Bürger nicht an der Lösung ihrer eigenen Probleme mitwirken lässt, sich hinter bürokratischen Strukturen und Scheinargumenten (»Mediation bringt keine Information«) versteckt, der hat was zu verbergen. Die logische Konsequenz: Es werden Informationen und Sachlagen zurückgehalten oder falsch an die Öffentlichkeit gegeben. Deutlich wird auch, es geht dem Ministerium nicht um die Sache, nicht um Brücken bauen, sonst hätte man sich dort nicht für einen Weg entschieden, der um ein vielfaches teurer wird als ein Beteiligungsverfahren.

Das Ministerium spricht von »Beteiligung« bei »Anhören von Betroffenen«. Ich meine echte Mitwirkung am Verfahren. Die hier eingesparten Gelder hätte der Superminister zur positiven Entwicklung der Situation der Winzer nutzen können. Er schaut zu, wie junge Winzer ihre Betriebe aufgeben müssen und möglicherweise eine ganze Region wirtschaftlich zu Grunde geht.

Brücken verbinden, doch wer eine solche Hoch-Brücke plant, schaut permanent von oben.

Aloys Leyendecker
Piesport


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Gleiches Recht für alle

Zur Berichterstattung über die B 50 neu (TV vom 2. November):

Von eindeutig falschen, »infamen« Behauptungen und Unterstellungen spricht das Ministerium in Richtung AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung.

Fakt ist: Der letzte – immer auf fünf Jahre befristet – vom Bundestag beschlossene Bundesverkehrswegeplan war bereits ausgelaufen, als SPD und Grüne die Bundesregierung übernahmen. Ein neuer Bundesverkehrswegeplan ist noch nicht veröffentlicht.

Fakt ist: Die Bundesregierung hat zu Beginn der Legislaturperiode bekanntgegeben, sie werde nur noch diejenigen Fernstraßenprojekte durchführen, die bereits begonnen sind oder Baureife erlangt haben. Diese Projekte wurden in ein so genanntes Investitionsprogramm übernommen. Zur Erläuterung: Baureif ist ein Straßenvorhaben erst, wenn es planfestgestellt wurde und zwar rechtskräftig. Das ist für die B 50 neu bis heute nicht geschehen.

Fakt ist: Die Landesregierung hat die B 50 neu vom Autobahnkreuz Wittlich bis Platten als planfestgestellt gemeldet.

Wenn trotzdem »sowohl das Planfeststellungsverfahren als auch die Finanzplanung für das Projekt nach rechtsstaatlichen Kriterien« abgelaufen sind, wie das Ministerium betont, heißt das für uns nichts Gutes: Dann sollen wir Regierungserklärungen wohl als unverbindlich betrachten. Dann darf das Land Tatsachen auch mal nicht so genau wiedergeben. Und dann müssen Bürger sich das Verbreiten »eindeutig falscher und infamer Behauptungen« vorwerfen lassen, wenn sie an all dem Anstoß nehmen.

Der gestellte oder dann doch nicht gestellte Destillationsantrag des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau lässt grüßen. Wir setzen nach wie vor darauf, dass in unserem Land gleiches Recht für alle gilt, für Regierende und Regierte, für Staat und Bürger. Und von diesem Recht machen wir Gebrauch. Deshalb schauen wir uns die jetzt nachträglich offen gelegten Gutachten auch genau an, wie wir es mit den 21 Bänden des Planfeststellungsverfahrens schon getan haben. Und wir können nur allen Bürgern raten, das auch zu tun. Bis 15. November ist noch Gelegenheit dazu.

Heide Weidemann
Erden


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Desinteresse des Stadtrats

Zum Thema "B50 neu" diese Leserzuschrift:

Vor mehr als einem Jahr wurde das Projekt "B 50 neu" im Traben-Trarbacher Stadt ausgesprochen intensiv und vor aller Öffentlichkeit diskutiert.

Die Stadt reichte eine Reihe von Einwendungen zum Schutz der Trinkwasser- und Heilquellen, zum gesteigerten Verkehrsaufkommen und zur Zerstörung des Wanderweges zwischen Trarbach und Bernkastel bei der Planungsbehörde ein. Der kürzlich ergangene Planfeststellungsbeschluss wurde demgegenüber nur noch "hinter verschlossenen Türen" diskutiert. In der letzten Stadtratssitzung wurde dazu weder das Beratungsergebnis noch irgend eine Begründung zu Abstimmungen bekannt gegeben. Weder unser Bürgermeister noch die Fraktionen äußerten sich definitiv zur B 50 neu. Für die Öffentlichkeit blieb unklar, ob sich der Stadtrat für oder gegen das Projekt "B 50 neu" entschieden hat.

Mag sein, dass Bürgermeister und Stadtrat zurzeit andere Sorgen haben. Aber musste man das Desinteresse an Naturschutz, Heilquellen und Verkehrsproblemen wirklich so drastisch zeigen?

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Wer nicht kämpft, verliert

Zum Bericht "Longkamp zieht Klage zurück" über die Entscheidung des Gemeinderates, nicht gegen die B50neu zu klagen (TV vom 14. April) erreichte uns diese Zuschrift:

Wer kämpft kann verlieren – wer nicht kämpft hat schon verloren! Die Entscheidung des Gemeinderates von Longkamp kann für die direkt von der B 50 neu betroffenen Bürger der Gemeinde nur mit Unverständnis aufgenommen werden.

Trotz des negativen Bescheides der Rechtsanwaltssozietät lässt sich die Gemeinde durch diese Entscheidung das einzige Druckmittel gegenüber den Behörden nehmen. Es ist für mich als Bürger der Gemeinde nicht nachvollziehbar, dass eine Klage an 15 000 Mark seitens der Gemeinde scheitert, und sollten die Aussichten auch noch so gering sein.

Nachbarschaftsprozesse, die vor deutschen Gerichten über Jahre ausgefochten werden und manche an unserem Rechtssystem zweifeln lassen, sind von den Kosten her höher als eine Klage über 15 000 Mark.

Hier geht es schließlich um ein Projekt, das – sollte es verwirklicht werden – der Gemeinde fünf Jahre massivste Belästigungen und Beeinträchtigungen durch Baustellenverkehr, und über Generationen hinweg das Bild der Ortsgemeinde und deren Lebensqualität negativ prägen wird. Hätte der weitere Rechtsweg, wie von Ortsbürgermeister Herrmann und zwei Ratsmitgliedern angedacht, zum Beispiel nur weitere Lärmschutzmaßnahmen gebracht, wären die 15 000 Mark sinnvoll angelegt. Ob das Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen bei Zurücknahme der Klage freiwillig verhandlungsbereit ist und Zugeständnisse gegenüber der Gemeinde macht, muss bezweifelt werden. Das Planfeststellungsverfahren hat jedem gezeigt, wie die Gemeinde Longkamp berücksichtigt wurde.

Thomas Eck
Longkamp


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Projekt macht doch Sinn

Zur Meldung "Projekt macht keinen Sinn" (TV vom 20. April) über die Kritik des Grünen-Politikers Reiner Marz am Hochmoselübergang diese Meinung eines Lesers:

Was wäre die Eifel, aber auch der östliche und westliche Hunsrück, ohne die Autobahnen A1, A48 und A 61? Antwort: das preußische Sibirien, was es lange genug war. Es taugte nur zu Militärmanöver und ab und an als Aufmarschgebiet für Frankreich-Feldzüge. Nein Herr Marz, eine überregionale Fernstraße von den Seehäfen in Belgien zum Rhein-Main-Gebiet mit dem Anschluss des Flughafens Hahn bietet der Großregion die Chance, sich wirtschaftlich weiter zu entwickeln. Was die Bahn betrifft, muss Herr Marz doch realistischer Weise zugeben, dass alle Schönredereien der letzten Jahre, vor allem aus dem Grünen-Lager (Stichwort: Menschen und Güter auf die Bahn), durch die Realitäten der DB zunichte gemacht werden. Hier sei nur auf die drohende Einstellung des Gütertransports der DB für die Bitburger Brauerei verwiesen.

Also, wenn die Bahn für unsere Region kein verlässliches Mittel zur Förderung der Infrastruktur darstellt, so muss es zwangsläufig die Straße sein. Für den schnellen und damit auch umweltfreundlichsten Transport eignen sich halt eben die Fernstraßen am besten, oder will Herr Marz den Gemeinden Wittlich-Wengerohr, Platten, Osann-Monzel, Mülheim und Monzelfeld den Straßenverkehr einer Autobahn auf Dauer zumuten? Es hilft alles nichts, irgendwo müssen die Fernstraßen halt eben gebaut werden.

Gerd Becker
Wittlich


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Straßenbau-Mafia am Werk?

Zum Kommentar "Entscheidung per Scheck" TV vom 14., 15. 16. April diese Leserzuschrift:

Frau Maier möchte ich zu ihrem mutigen, aber vor allem trefflich formulierten Kommentar beglückwünschen. Hierin wurde das ausgesprochen, was in Wirklichkeit auch abläuft: Die Gemeinden werden gekauft, die Straßenplaner und Baubehörden setzen sich über alles Recht hinweg!

Haben wir es hier vielleicht mit einer "Straßen-Bau-Mafia" zu tun? Wer sich wehrt, wird "mundtot" gemacht, gekauft mit vermeintlichen, kurzfristigen Vorteilen: Erden bekam ein Dach auf die Kelteranlage, Longkamp erhält einen Scheck. Was "springt" für Ürzig und Zeltingen-Rachtig raus? Hochwasserdamm, Zuschüsse zum Wein- und Tourismus-Center? Warten wir's ab. Wer nimmt "da oben" schon die "paar Hansel" vor Ort in den Gemeinderäten tatsächlich ernst, die sich gegen diese geballte Macht stellen? Ein Griff in die "Portokasse" genügt und es kann weitergehen mit der Zerstörung unserer schönen Landschaft!

Hoffentlich zeigen die Räte der Gemeinden Ürzig und Zeltingen-Rachtig weiterhin Profil und lassen sich nicht kaufen. Es sind folgenschwere Entscheidungen, die hier anstehen, die durchgehalten werden müssen. Steht das Bauwerk des "Hochmoselübergangs" erst einmal, wird es weder zu Lebzeiten der Gemeinderäte, noch ihrer Kinder und Enkelkinder je wieder weichen. Meines Erachtens lohnt dafür auch das "Prozesskostenrisiko" einzugehen! David hatte auch keine Angst, als er gegen Goliath kämpfte und war sich des Erfolges zu Beginn bestimmt ebenfalls nicht gewiss! Ein Hochwasserdamm oder ein Wein- und Tourismus-Center lässt sich noch später bauen und sicherlich wird es dann auch noch Zuschüsse geben.

Nikolaus Krämer
Zeltingen-Rachtig


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Darf man das glauben?

Zum Bericht "Longkamp zieht Klage zurück" (TV vom 14. April) diese Zuschrift:

Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so ernst wäre. Da kommt eine Behörde daher und schlägt der Gemeinde Longkamp vor, die entstandenen Kosten für eine Klage gegen die B 50 neu zu übernehmen und noch in Verhandlungen mit der Gemeinde zu treten, wenn man die Klage zurückziehen würde. Nun stellt sich aber die Frage, wie so etwas gehen soll?

Der Planfeststellungsbeschluss ist rechtskräftig, das heißt er kann nur per Gerichtsbeschluss verändert werden. Wenn das Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen nun zu der Einsicht gekommen ist, dass man wohl einen Fehler in der Planung gemacht hat, ist dieser von dieser Behörde zu verbessern.

Es ist aber nicht möglich, einen rechtskräftigen Beschluss im Nachhinein zu verhandeln, obwohl man vorher alles abgelehnt hat, denn dann muss dieser veränderte Plan wieder öffentlich gemacht werden, weil er nicht mehr den Gegebenheiten des Beschlusses entspricht.

Hier wurde die Gemeinde vom Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen übers Ohr gehauen. Schlitzohrigkeit kann man diese Art nur nennen, wie man da die Gemeinde Longkamp betrogen hat. Man findet keine Worte mehr, wie der Staat mit den Bürgern umspringt und die Steuergelder wie beim Karneval mit vollen Händen rauswirft für eine Planung der Bundesstraße, die von Kindergartenkindern besser gelöst worden wäre. Jetzt zittert man in Koblenz, dass diese unmögliche Planung öffentlich verhandelt wird. So versucht man, diesen Kindergartenplan nicht noch auseinander zu nehmen.

Wilfried Schnatmeyer
Graach


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Logisch und sachlich richtig

Zum Bericht "Rat bleibt bei Nein ohne lang zu fackeln" (TV vom 9. Mai) diese Lesermeinung:

In der Sitzung des Gemeinderates Longkamp am 7. Mai wurde über einen Einwohnerantrag entschieden, der zum Inhalt hatte, den Gemeinderatsbeschluss vom 11. April auf Rücknahme der Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss B 50 neu, aufzuheben.

Nach Zustellung des Planfeststellungsbeschlusses hatte der Rat am 19. März beschlossen, gegen die Planfeststellung zu klagen. Mit der Klageerhebung wurde die Anwaltskanzlei Redeker und Partner beauftragt, die bis zum Termin der Klagebegründung zunächst die Erfolgsaussichten einer Klage überprüfen sollte.

Nach Vorlage der rechtlichen Beurteilung wurde am 11. April eine Gemeinderatssitzung einberufen, die über die Fortführung des Klageverfahrens zu entscheiden hatte. Im Beschluss war dann der Rat mehrheitlich der Auffassung, dass die Erfolgsaussichten, verbunden mit nicht unerheblichen Kosten, eine Klagefortführung nicht rechtfertigten und somit die Klage zum 9. Mai zurückgezogen werden sollte. Gegen diesen Beschluss richtete sich nun der Einwohnerantrag, der in seiner Begründung im wesentlichen die gleichen Punkte ansprach, wie sie auch von der Gemeinde vorgetragen worden waren. Lediglich das Argument, die Kautenbachtalvariante sei vom Büro Redeker nicht ausreichend berücksichtigt worden, muss zurückgewiesen werden, da diese nicht Gegenstand des Planfeststellungsbeschlusses ist und demgemäß auch nicht dagegen geklagt werden kann.

Der Einwohnerantrag wurde der Gemeinde am 1. Mai mit der Bitte zugestellt, diesen in seiner Sitzung am 7. Mai als Dringlichkeitsantrag zuzulassen und zu beschließen. Am gleichen Tag wurde der Gemeinde ein Angebot der "AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung" unterbreitet, am Tag der Sitzung eine kostenlose Rechtsberatung durch den Anwalt des BUND, Herrn Dyx, zu erhalten.

Da im Rat bekannt war, dass sich die Kanzlei Redeker für eine Klagebegründung mindestens eine Woche Zeit ausbedungen hatte, war es für ihn nicht nachvollziehbar, dass eine weitere anwaltliche Beratung dazu hätte führen können, das Klageverfahren aufrecht zu erhalten. Insofern wurde diesem Angebot nicht entsprochen. Dennoch wurde bei der Kanzlei Redeker nachgefragt, ob es ihr für den Fall einer Beschlussaufhebung möglich sei, eine Klagebegründung nachzureichen. Dies wurde, unter Hinweis auf den Zeitfaktor, jedoch abgelehnt.

Man kann zu dem Beschluss des Rates, das Klageverfahren zu beenden, durchaus geteilter Meinung sein, aber am Abend des 7. Mai einen fremden Anwalt erstmalig zu hören, dann einen Gemeinderatsbeschluss aufzuheben, anschließend diesem Anwalt einen Klageauftrag zu erteilen, der an einem Tag begründet sein muss, damit er fristgerecht vorgelegt werden kann, muss in diesem Zusammenhang als Zumutung aufgefasst werden. Insofern war der Ratsbeschluss, den Einwohnerantrag abzulehnen, logisch begründet und sachlich richtig.

Winfried Ruf
1. Beigeordneter Longkamp


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Wurde Stadtrat eingeschüchtert?

Zum Bericht "Rat bleibt bei nein ohne lange zu fackeln" (9. Mai) und zum Leserbrief "Logisch und sachlich richtig" (12. Mai) folgende Meinung:

In der Sitzung des Gemeinderates Longkamp am 7. Mai war die Entscheidung gegen eine Klage zur B 50 neu vermutlich sachlich richtig. Insofern ist dem Beigeordneten Winfried Ruf durchaus zuzustimmen. In diese ausweglose Situation hat sich der Longkamper Rat jedoch durch seine vorherige Unentschlossenheit selbst gebracht. Bei entsprechendem guten Willen wären sicherlich andere, unabhängigere Entscheidungen möglich gewesen. Dennoch ist den Longkampern zugute zu halten, dass sie zumindest den Mut hatten, sich "öffentlich zu blamieren".

Der Traben-Trarbacher Rat war demgegenüber "zurückhaltender". Entscheidungen wurden, für die Bürger undurchschaubar, hinter verschlossener Tür getroffen. Aber vielleicht ist dieses merkwürdige Gebaren einer der Ursachen für die geringe Wahlbeteiligung zur Wahl des Verbandsgemeindebürgermeisters. Alle drei Kandidaten hatten sich für die B 50 neu ausgesprochen, obwohl sie beim TV-Forum zugestehen mussten, dass durch die B 50 neu für Traben-Trarbach mit einer deutlichen Verkehrszunahme zu rechnen ist. Die geringste Wahlbeteiligung wurde in den Gemeindeteilen registriert, die am stärksten von der B 50 neu beeinträchtigt werden. Weder in der letzten Ratssitzung noch im "nachgeschobenen" Protokoll zur Ratssitzung wurde die Entscheidung des Rates begründet. Wurde unser Stadtrat von der Landesregierung in irgendeiner Weise –  wenn auch nur unterschwellig –  eingeschüchtert? Spielen die zu erwartenden Zuschüsse für Hochwasserschutz und Stadtsanierung oder der "Moseltherme-Skandal" eine Rolle bei der Entscheidung unseres Stadtrates? Von einem "Kauf des Stadtrates" oder gar von "Erpressung durch die Lan- desregierung" sollte man jedoch erst reden, wenn es dafür unwiderlegbare Beweise gibt.

Dr. Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Gemeinderat hat verantwortungsvoll gehandelt

Zum Artikel: "Rat bleibt beim nein ohne lange zu fackeln" zur B 50 neu-Klage von Longkamp erreichte uns diese Leserzuschrift:

War das doch eine Berichterstattung in der unabhängigen, überparteilichen Tageszeitung am 9. Mai. Von der Dummheit der Gemeinderäte war die Rede, von Bestechlichkeit und sonstigen üblen Machenschaften. Und dann noch der Kommentar von Marion Maier, da hat alles gepasst.

Jubel wird dieser Bericht bei einigen wohl ausgelöst haben, dessen bin ich sicher. Doch als Bürgermeister kann ich solche Entgleisungen nicht unwidersprochen hinnehmen. So kann ich nicht akzeptieren, dass ehrenamtlich tätige Gemeinderäte derartig unqualifiziert beschimpft und darüber hinaus auch noch der Bestechlichkeit bezichtigt werden, obwohl man wissen müsste, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Darüber hinaus dem Rat zu unterstellen, er würde nicht die Interessen der Gemeinde vertreten, entbehrt jeder Grundlage.

Ich denke die Gemeinderäte von Longkamp können mit ihren Entscheidungen in langjähriger Tätigkeit den Beweis erbringen, klug und weitsichtig gehandelt zu haben. Wer dies nicht wahrhaben will, möge sich bitte vor Ort einmal umsehen.

Auch in Sachen B 50 neu hat sich der Rat – wie kaum eine andere Gemeinde –  der Verantwortung gestellt und in seinen Entscheidungen sehr früh die Interessen der Gemeinde geltend gemacht und fundiert begründet. Das hierfür erhebliche finanzielle Mittel aufgewandt werden mussten, ist kein Geheimnis. Wenn nun der Rat nach Vorlage einer Beurteilung durch einen renommierten Verwaltungsrechtler zu dem Ergebnis kommt, das Verfahren nicht weiterzuführen, dann ist dies eine Entscheidung, die sicher nicht jedem passt, die jedoch Respekt verdient. Es gibt in unserer Gemeinde ein Pro und Contra zu diesem Straßenbau, und alle Bürger haben sicher ihre guten Gründe, warum sie sich für oder gegen die Straße entscheiden. Ich denke jede Meinung sollte daher auch respektiert werden.

Es ist kein Geheimnis, dass ich mich in der Sitzung vom 11. April 2001 für die Klagebegründung und damit die Fortführung des Verfahrens ausgesprochen habe. Doch ich bin Demokrat genug, eine anderweitige Entscheidung zu akzeptieren.

Der in die Sitzung vom 7. Mai eingebrachte Einwohnerantrag ist nach der Gemeindeordnung zulässig und durchaus berechtigt. Doch es muss gefragt werden dürfen, warum man ihn so kurz vor Ablauf der Klagebegründungsfrist eingebracht hat. Annähernd vier Wochen waren seit dem Ratsbeschluss vom 11. April vergangen, eine Zeit, die hätte genutzt werden können, eine anderweitige Entscheidung herbeizuführen und eine fundierte Klagebegründung zu erarbeiten.

Einen Tag vor Ablauf der Frist jedoch, war dies nach meiner Einschätzung nicht mehr möglich. Auch ein Rechtsanwalt Dyx, dem ich die fachliche Qualifikation nicht absprechen möchte, wird nicht in der Lage sein, innerhalb von 24 Stunden eine detaillierte Klagebegründung zur B 50 neu, die die besonderen Interessen der Ortsgemeinde Longkamp beinhalten müsste, zu erarbeiten.

Was den Vorwurf der Dummheit betrifft, wird sich spätestens bei der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes zeigen, welcher Gemeinderat sich klug und weitsichtig verhalten hat.

Hans Herrmann
Ortsbürgermeister Longkamp


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Keine öffentliche Auseinandersetzung mit Argumenten

Zum Leserbrief von Hans Herrmann zur Ratsentscheidung in Longkamp (TV vom 16. Mai) diese Meinung:

Bürgermeister Hans Herrmann rügt die Berichterstattung im TV über die Gemeinderatssitzung am 7. Mai, in der die Rücknahme der Klage gegen die B 50 neu mit großer Mehrheit bestätigt wurde. Wäre er dabei gewesen und hätte die Stimmung der Besucher miterleben können, wüsste er vielleicht, warum Berichterstatter und Kommentatorin so und nicht anders geschrieben haben.

In der Sitzung wurde eine vorher abgesprochene Entscheidung "zelebriert", ohne Auseinandersetzung mit Argumenten. Der Rat –  so der Leserbrief – sei "nach Vorlage einer Beurteilung eines renommierten Verwaltungsrechtlers zu seinem Ergebnis gekommen" und man habe "sehr früh die Interessen der Gemeinde geltend gemacht und erhebliche finanzielle Mittel aufgewandt". Ja, warum denn?

Die Gemeinde hatte sich auf einen Anwalt eingeschworen und dessen Forderungen akzeptiert, obwohl es Vorschläge anderer im Verwaltungsrecht versierter Anwälte gab. Man hätte die Vertretung sogar für das nach der Anwaltsgebührenordnung fällige Honorar haben können.

Die 5000 Mark, die jetzt für die bloße Klageeinreichung und eine Beurteilung der Klageaussichten – fällig sind, hätten dann für die komplette Prozessvertretung gereicht.

Dass die Aufrechterhaltung der Klage schon deshalb nicht mehr möglich gewesen sei, weil "sich die Kanzlei Redeker für die Klagebegründung eine Woche Zeit ausbedungen hatte", konnten die Anwesenden nur ungläubig zur Kenntnis nehmen. Schließlich hatten sich andere Anwälte bereit erklärt, die Klagebegründung notfalls über Nacht zu machen. Unterstellt man diesen etwa eine leichtfertig Erklärung?

Alle beteiligten Anwälte haben bereits Klagebegründungen für andere Mandanten eingereicht. Die Materie ist ihnen bekannt und nun kommt es erst einmal darauf an, alle entscheidungserheblichen Punkte zu beschreiben.

Die Zeit, detaillierter auf alles einzugehen, kann der Anwalt sich nehmen, wenn die Klageerwiderung des Landesamtes vorliegt. Das Angebot der Arbeitsgemeinschaft Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung, kostenlos einen Rechtsanwalt für die Sitzung zur Verfügung zu stellen, hatte man abgelehnt, weil es "nicht nachvollziehbar sei, dass eine weitere anwaltliche Beratung dazu hätte führen können, das Klageverfahren aufrecht zu erhalten". Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Da macht man sich so seine Gedanken über die Absicht, die hinter der Zusage des Landesamtes für Straßen- und Verkehrswesen steckt, die Kosten für die anwaltliche Vertretung zu übernehmen, vorausgesetzt, man komme zu einer Einigung und die Gemeinde ziehe die Klage zurück.

Hofft die Mehrheit des Gemeinderates etwa, die Straßenbaubehörde würde nun – ohne Not – auf die "Alternativstraße" eingehen?

Ich erinnere daran, mit welcher Begründung das im Erörterungstermin abgelehnt wurde: Dazu sei ein erneutes Planfeststellungsverfahren notwendig, zu dem die Behörde schon aus Zeitgründen nicht bereit sei.

Heide Weidemann
Erden


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Referatsleiter im Irrtum

Zum Bericht "Lahme Laster bleiben noch lange eine Last" (13. Juni):

In dem Artikel über die Überlegungen zum Ausbau der B 51 ist auch von der B 50 neu die Rede. Der zuständige Referatsleiter des Bundesverkehrsministeriums Bernd von Glisczynski zeigt sich "optimistisch, dass sich nach Abschluss des A 60 – Projekts (im Herbst 2002) die B 50 neu mit Hochmoselübergang fast nahtlos anschließen kann". Von den 2000 Einwendungen seien nur sieben übrig geblieben und wörtlich: "Das sind alles keine problematischen Dinge." Da dürfte der Referatsleiter sich irren. Dass nur wenige Klagen eingereicht wurden, hat mit zwei Dingen zu tun: Erstens haben die wenigsten Einwender überhaupt ein Klagerecht, denn dazu müssen sie persönlich betroffen sein, und zweitens ist es nicht sehr ökonomisch, wenn alle, die klagen könnten, das auch tun: Das wird viel zu teuer. Deswegen wurden die Klagen in einigen typischen Fällen quasi stellvertretend eingereicht.

Und in der Sache: Es ist durchaus problematisch, dass Natur und Landschaft -– Faustpfand für den Mosel-Eifel-Hunsrück-Tourismus – für einen (sogar nach dem amtlichen Gutachten!) äußerst geringen Verkehrszuwachs geopfert werden sollen, auch Flächen, die für das europaweite Programm "Natura 2000" eine Rolle spielen können. Es ist durchaus gerade in diesem Zusammenhang problematisch, dass man nie wirklich ernsthaft und korrekt alternative Streckenführungen für die B 50 neu untersucht hat, was alle Gegner immer wieder gefordert haben. Es ist durchaus problematisch, wenn nach unserem Kenntnisstand bis heute die Standfestigkeit des Untergrundes für den Hochmoselübergang nicht nachgewiesen wurde.

Das sind nur drei Gesichtspunkte von vielen, und wir sehen dem Gerichtsverfahren, bei dem der BUND – damit keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden können – auch die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Planfeststellungsverfahrens beantragt hat, zuversichtlich entgegen.

Karl-Heinz Sülflow
Heide Weidemann
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Erden


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Alternative: Ausbau der Bitburger

Zum Bericht "Lahme Laster bleiben noch lange eine Last" (TV vom 13. Juni), in dem es auch um den Bau der A 60 und der B 50 neu samt Hochmoselübergang ging:

Planung und Bau der A 60/B 50 neu stehen im Widerspruch zu deutschen Gesetzen, hier dem Bundeswaldgesetz sowohl in seiner ursprünglichen Fassung vom 2. Mai 1975 als auch in der jetzt gültigen Fassung vom 27. Juli 1984 und Artikel 2 Absatz 1 Sechstes Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen vom 26. August 1998.

Gemäß den Paragrafen 42 und 43 des Bundeswaldgesetzes und anderen, auch beamtenrechtlichen Vorschriften habe ich am 2. Oktober 1978 in meinen Einwendungen zum 1. Planfeststellungsverfahren "A 60-Umgehung Wittlich" unter anderem geschrieben: "Der aus klimatischen Gründen notwendige Weinbergsschutzwald an der Mosel über Zeltingen–Graach–Bernkastel wird auf erheblicher Länge durchbrochen". Vorher hatte ich als eingewiesener Forsteinrichter unter anderem Waldfunktionskarten-Entwürfe zu erstellen. Nachdem meine genannte Aussage nach Veröffentlichung der amtlichen Waldfunktionskarten am 12. Juli 1982 als "sachlich richtig" bestätigt wurde, wurde nach Veröffentlichung eines Leserbriefes von mir am 25. März 1985, in dem ich meine Sorge um den Klimaschutzwald nochmals ausdrückte, diese meine Aussage am 9. April 1985 als nachweisbar falsch bezeichnet und ich hierdurch verleumdet!

Ich wußte damals nicht, dass seit dem raumplanerischen Verfahren behauptet worden war, der Klimaschutzwald sei nicht betroffen, obwohl die Waldfunktionskarten unter anderem auch der Straßenneubauabteilung Wittlich vorlagen. Aus diesen Karten ist ersichtlich, dass sowohl der Klimaschutzwald als auch der Erholungswald auf dem Moselsporn und über Ürzig durch die B 50 neu erheblich betroffen sind.

Dieses sachlich falsche Konzept wurde im Linienbestimmungsverfahren 1987 wider besseren Wissens durchgesetzt. Somit sind Linienbestimmungs- als auch das Planfeststellungsverfahren sowie der Planfeststellungsbeschluss illegal. Im Erörterungstermin in Bernkastel-Kues konnte ich meine Version zur Sprache bringen und wurde durch das Gutachten des Deutschen Wetterdienstes bestätigt.

Da die Landesregierung unter anderem dieses Vorhaben sowohl im Landesverkehrsprogramm als auch im Investitionsprogramm als Unterlage für den Bundesverkehrswegeplan eingereicht hat, sind hierdurch die sie tragenden Parteien (SPD und FDP) unglaub- und vertrauensunwürdig geworden und damit für mich, wie auch die CDU, nicht mehr wählbar. Wir haben seit dem 1. Planfeststellungsverfahren (1978) zur A 60 den Ausbau der B 51 Bitburg-Trier als sich aufdrängende Alternative benannt.

Rainer von Schütz
Langsur


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B 50 noch zu stoppen

Zum Artikel "Staub und Lärm ärgern die Bürger" Autobahnbau sorgt für Verdruss in Bergweiler (TV vom 9.August) diese Leserzuschrift:

Als wir beim Anhörungsverfahren zur B 50 neu das Problem der Staubentwicklung während der  wenigstens fünfjährigen Bauphase ansprachen, hieß es seitens der Planungsbehörde sinngemäß, "alles kein Problem, das haben wir im Griff".

Den Worten folgten in Bergweiler offenbar keine Taten. Die Bürger fühlen sich massiv belästigt. Um so mehr müsste man sich doch nun hier an der Mosel und im Hunsrück Gedanken darüber machen, ob sich nicht bereits der Bau der Straße mit der Lärmbelastung negativ auf den Tourismus auswirken wird.

Man denke mal an die elf Pfeiler die bei Zeltingen monatelang tief in die Erde gehämmert werden sowie die unzähligen LKW, die sich durch die Strassen quälen.

Die immense Staub- und Lärmentwicklung wird die Attraktivität unserer Gegend sicher nicht erhöhen.

Und ob die Weine die Staubbelastung und den erhebliche Eingriff in den Wasserhaushalt der Weinberge durch die massiven Erdbewegungen auf dem Zeltinger-Wehlener und Graacher Plateau (Einschnitte bis zu elf Meter Tiefe) ohne Qualitätsminderung hinnehmen werden, ist auch ungewiss. Sollte man diese Risiken eingehen? Noch ist es Zeit, das Projekt zu stoppen!

Dr. Renate Willkomm
Bernkastel-Kues


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Behörde schläft

Zum Bericht "Von Bestechung keine Rede" (TV vom 29.10.2001):

Erst Ablehnung des Eilverfahrens, jetzt Bezahlung der Kosten. Das Landesamt ist sich schon sicher, das die B 50 neu an dieser geplanten Trassenführung normalerweise nicht gebaut werden darf und deshalb versucht man mit allen Mitteln die Kläger davon abzubringen, weitere Klageverfahren aufrecht zu erhalten. Laut Bundes- und Landesrecht eines Planfeststellungverfahrens ist es sogar so, dass falls nicht alle geforderten Unterlagen vorliegen, das Verfahren ausgesetzt werden muss, bis alle Unterlagen vollständig sind.

Auch hier setzt sich die Landesbehörde über diese Gesetzgebung hinweg. Bis heute liegt vom dritten Bauabschnitt immer noch kein Gutachten vor, welches aber schon im November 2000 in Auftrag gegeben wurde. Weil es im dritten Bauabschnitt Probleme gibt, wird das Gutachten nicht offiziell gemacht. Mit allen Mitteln wird versucht, sei es Bestechung, indem man den Gemeinden Geld anbietet, um die Klagen, die auch Erfolg hätten, zurück zuziehen, oder die Klagekosten des Klageverfahrens zu übernehmen. Auch die Aufsichtsbehörde lässt dieses Amt gewähren, damit, egal was es koste, die B 50 neu erstellt werden kann. Der Bürger wird hier mal wieder für dumm hingestellt, nur weil eine Behörde geschlafen hat.

Der Steuerzahler muss dann diese Fehlplanung mit Steuergeldern, die wirklich einen anderen Einsatz verdienen würden, ausgleichen. Ich hoffe nur, das diese diktatorischen Verhältnisse nicht weitere Kreise ziehen.

Wilfried Schnatmeyer
Graach


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Lobby bekommt Recht

Zu dem Artikel "Erste Runde: David gegen Goliath" TV vom 1./2.11.2001 diese Leserzuschrift:

Ich finde es hervorragend, dass noch Gelder für die Klage von Friedmunt Sonnemann zusammengekommen sind. Ich werde auf der Mitgliederversammlung der "Deutschen Gesellschaft für Baukybernetik" auch versuchen einige Spenden zu bekommen, damit diesem Wahnsinnsprojekt endlich mal Einhalt geboten werden kann. Auch möchte ich hier auf einen Bericht im Fernsehen im November darauf aufmerksam machen, in dem über die Arroganz der Autobahnplaner berichtet wird (eventuell in der Sendung Plus-Minus ARD). Trotz der Planfeststellungsgesetze, die normalerweise für beide Seiten zu beachten wären, setzen sich die Landesämter als Götter darüber hinweg. Sie brauchen diese Vorschriften nicht einhalten und bekommen sogar noch Recht vor Gericht. Ich muss mich da immer wieder fragen, in was für einem Staat lebe ich eigentlich? Der Bürger wird verurteilt, die Lobby und der Staat bekommen Recht. Oder lege ich die Gesetze vielleicht verkehrt aus? Wir Deutschen sind ja so genügsam und vertrauen den Politikern und den Gerichten, dass sie schon alles richten und merken dabei gar nicht, wie wir an der Nase herumgeführt werden. Ich hoffe nun, dass der Prozess für Friedmunt Sonnemann gewonnen wird.

Wilfried Schnatmeyer
Graach


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Preis für die B 50 neu

Zum Artikel "Das ist eine Verarschung der Wehlener" auch diese Meinung:

Das gehört also auch zum Preis, der für die B 50 neu zu zahlen ist: Ein vorläufiger Verzicht auf die Umgehung Wehlen. Als sich im Sommer auf Einladung der Initiative Region Trier (IRT) die "rollende Verkehrskonferenz" nach Mainz begab, konnte man schon sowas ahnen. Damals habe ich wissen wollen, ob das Land Rheinland-Pfalz die für die Bundes(!)straße B 50 neu veranschlagten 52 Millionen für alternative Verkehrslösungen unserer Region zur Verfügung stellen würde, falls das Projekt vor Gericht scheiterte. Der leitende Straßenplaner erläuterte daraufhin: "Vor allen anderen Vorschlägen wäre von großer Dringlichkeit erst einmal die Umgehung Wehlen." Meine Gegenfrage: "Steht dafür denn etwa andernfalls kein Geld zur Verfügung?" blieb unbeantwortet. Ich würde mich freuen, wenn alle, die die B 50 neu in dieser Form für nicht erforderlich halten und obendrein das Geld der Steuerzahler für wichtigere Projekte – wie die Umgehung Wehlen, aber auch eine alternative Trassenführung der B 50 neu – verwandt sehen wollen, die privaten Kläger gegen die jetzt geplante B 50 neu unterstützten. Gerade diese haben keine schlechte Chance, den Prozess zu gewinnen, und handeln im Prinzip stellvertretend für die Allgemeinheit. Das rechtfertigt es in meinen Augen, Ihnen das Kostenrisiko zu nehmen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und die AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung haben ein Spendenkonto eingerichtet.

Heide Weidemann
Erden


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Halbherzigkeit rächt sich

Zum gleichen Artikel diese Meinung:

Die Reihenfolge ist bezeichnend. Erstes abgelehntes Eilverfahren: Familie Sonnemann, die mit weniger Geld auskommt als gemeinhin üblich, und sich darum vorhalten lassen muss ihre Existenz sei nicht schützenswert. Dann die Gemeinden Ürzig und Zeltingen-Rachtig, deren B 50 neu-bedingte Fremdenverkehrsverluste angeblich durch die "bessere Erreichbarkeit der Region" durch eben diese Straße kompensiert werden.

Darf man mal fragen wie, wo doch die B 50 neu nicht ins Moseltal, sondern darüber hinweg führt? Und darf man wissen, wieso erst ein Gegengutachten verlangt werden kann? Und nun ist auch der Eilantrag des BUND abgewiesen, dem vom Oberverwaltungsgericht (OVG) nur ein verschwindend geringes Recht attestiert wird, überhaupt klagen zu dürfen. Hier rächt sich die Halbherzigkeit, mit der das rheinland-pfälzische Verbandsklagerecht gestrickt wurde: Verbandsklagerecht ja, aber nur in wenigen Fällen. Hat man Glück, und es handelt sich um einen Planfeststellungsbeschluss, folgt die Einengung in der Sache: Nicht einmal die Berücksichtigung der Flora-Fauna-Habitat-Gebiete sollen die Umweltverbände einklagen können! Bei den Vogelschutzgebieten kommt erschwerend hinzu, dass ihr Vorhandensein nicht bereits in den Einwendungen geltend gemacht wurde. Das trägt Züge von Arroganz, denn: Die Vorschläge für die im Rahmen des EU-Programms Natura 2000 auszuweisenden Vogelschutzgebiete liegen erst jetzt vor. Bei deren Auswahl hat das Land den NABU (Naturschutzbund Deutschland) und die GNOR (Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz) nicht aber den BUND beteiligt. Ausgerechnet der BUND aber muss sich nun vom OVG damit abweisen lassen, dass er nicht schon Jahre vorher um die künftigen Vogelschutzgebiete wusste und ihre Verletzung rügte. Eigentum ist vor dem Gesetz am besten geschützt. Da kann kein Gericht so leicht über Bestimmungen hinweggehen.

Heide Weidemann
BUND und AG Eifel-Mosel-Hunsrück in Bewegung
Erden


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Etwas "anrüchig"

Zum Bericht "Von Bestechung keine Rede"(TV vom 24.10.2001, Seite 9) diese Leserzuschrift:

Auch wenn die Übernahme der Verfahrenskosten durch das Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen "bundesweit übliche Praxis" ist, muß dies nicht unbedingt dem normalen Rechtsempfinden entsprechen. Warum werden die Kosten nur übernommen, wenn die Klage zurückgezogen wird? Warum hat man keinen unabhängigen Gutachter bezahlt? Etwas "anrüchig" erscheint das schon.Ganz so aussichtslos, wie die Räte von Ürzig und Zeltingen-Rachtig meinen, waren ihre Klagen gegen die B50neu offensichtlich nicht. Würde das Landesamt sonst freiwillig die Kosten der Gegenseite übernehmen? Vermutlich weiß man beim Landesamt, daß das sogenannte Tourismusgutachten kaum weitere Gerichtsinstanzen überstehen würde. Schließlich hatte man ja Gutachten samt Ergebnis selbst in Auftrag gegeben. Für die verbliebenen Kläger bestehen also immer noch gute Chancen! Nicht von ungefähr hat sich das Oberverwaltungsgericht die schwierigsten "Brocken" bis zum Schluß aufgehoben.

Ohne weiteres kann das OVG nicht über die Verstöße gegen europäische Naturschutzregelungen hinweggehen. Die weitere Mißachtung der Vogelschutzgebiete auf dem Moselsporn widerspräche den von der Landesregierung selbst aufgestellten Vorgabenund wäre nicht nur ein juristischer Skandal!

Hans-Jürgen Belitz
Traben-Trarbach


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Scheinheilige Sätze

Zum Bericht "Sonnemann lässt Köpfe der Richter rauchen" (TV vom 10./11.11.2001) diese Meinung:

Weiß Professor Bernhard Stüer überhaupt was er sagt? Oder ist es eine auswendig gelernte Flosel, die er vom Stapel lässt? "Wir nehmen die Sorgen der Bürger durchaus ernst..." Wenn ich nur an die Gutachten denke, und meinen Schriftverkehr mit dem Landesamt für Verkehrs- und Straßenwesen, muss ich feststellen, dass das scheinheilige Sätze sind, um Bürger in ein Vertrauen zu wiegen, dass man ja nur das Beste für ihn macht. Umwelt und Natur sind Nebensache. Lobby und Mammon spielen eine größere Rolle. Wenn man gewollt hätte, hätte die Trasse weiter vom Anwesen von Friedmunt Sonnemann entfernt verlaufen können. Es war aber nicht möglich, weil der Planfeststellungsbeschluss ja noch im Jahr 2000 gemacht werden musste, um in den Bundesausbauplan aufgenommen zu werden. Ich kann mir sogar vorstellen, dass die Planer die Gegebenheiten vor Ort noch nie gesehen haben. Man kennt nur ein Stück Papier, das man auch topographische Karte nennt, sonst nichts. Egal was vom Landesamt und Professor Stüer vorgebracht wird, es ist alles Betrug am Bürger, der in diesem Staat keine Rechte hat, obwohl es Gesetze dafür gibt. Trotz Klagen wird munter am Projekt B 50 neu weiter gearbeitet. Die dafür verschwendeten Gelder spielen ja keine Rolle, dann streichen wir das Projekt Wehlen einfach.

Wilfried Schnatmeyer
Graach


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Nur Augen für die B 50 neu

Zum Bericht "Abgeordnete ziehen an einem Strang" (TV vom 10./11.11.2001) diese Zuschrift

Es wird doch alles nur zum Guten des Bürgers getan. Dass erzählen uns die Herren Licht und Rösch auch immer wieder. Aber eigentlich stehen sie doch mit 200 Prozent hinter dem Ausbau der B 50 neu. Wäre es anders, hätten sie auf meine an sie gerichteten Schreiben schon längst reagiert. Die B 50 neu hat nun mal höchste Priorität, weil man die Bundeszuschüsse nicht verfallen lassen kann. Bloß ist man sich vom Verkehrsministerium nicht im Klaren, wenn der Ausbau der B 50 neu vorrangig gemacht wird, dass Wehlen dann im Verkehr erstickt. Oder wo soll die Masse an Verkehr dann hin geführt werden? Oder stimmen die Gutachten doch nicht über den anfallenden Verkehr? Oder welche für uns nicht bekannten Gründe lassen das Projekt Wehlen so plötzlich kippen?

Da nun 2001 und 2002 Steuermindereinnahmen zu verzeichnen sind, muss doch irgendwo zurück gesteckt werden, oder will man sich höher verschulden. Versteht doch jeder! Also kann man das Projekt Wehlen nicht ausführen. Genau hier erkennt man die Scheuklappensicht. Nicht links und nicht rechts gucken, sondern nur die B 50 neu sehen. Fanatisch der Lobby folgen, obwohl die Wirtschaftslage in Deutschland immer schlechter wird. Da nützt auch kein blauäugiges Sehen. Immer mehr Menschen scheiden aus den Betrieben, aber man sieht gutgläubig die Schaffung von Arbeitsplätzen auf dem Hahn. Alles nur mit mehr Steuern für den Bürger. Oh, armes Deutschland.

Wilfried Schnatmeyer
Graach


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Umgehung notwendig

Zum Leserbrief "Preis für B 50 neu" (TV vom 13.11.2001):

Frau Weidemann nutzt jeden Anlass, um "Stimmung" gegen die B 50 neu zu machen. Wenn sie aber die Umgehung Wehlen mit dem geplanten Hochmoselübergang vermischt, begibt sie sich auf brüchiges Eis. Sie sollte wissen, dass dies weder sachlich noch finanziell in einen Zusammenhang gebracht werden kann.

Richtig ist, dass die L 47 (Ortsumgehung Wehlen) seit 1994 im Bauprogramm des Landes geführt wird. Richtig ist aber auch, dass gerade die Einwände von Frau Weidemann und ihrer Freunde (Vogelschutz, Streuobstwiesen) nicht nur zu Verzögerungen, sondern auch zur Verdoppelung der Kosten geführt haben.

Nunmehr hat die Umgehung Wehlen endlich Rechtskraft. Obwohl diese Maßnahme circa 20 Millionen Mark kosten wird, steht die Notwendigkeit für mich außer Frage. Alleine die 8 600 Fahrzeuge, die sich täglich durch diesen Winzerort schlängeln, belegen eindeutig die Notwendigkeit der Umgehung. Ich werde daher alles tun, und ich weiß mich der Unterstützung meiner Fraktion sicher, damit die Vorüberlegungen des Verkehrsministeriums korrigiert werden. Um es klar zu sagen: Die Umgehung Wehlen muss in das Bauprogramm 2002/2003. Ich bin guter Dinge.

Günter Rösch
Bernkastel-Kues


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Starker Tobak

Das scheint ja ein äußerst wichtiges Thema zu sein, wenn der MdL Günter Rösch selbst die Feder führen muss, um mir vorzuwerfen, ich begäbe mich "auf brüchiges Eis". Und das nur, weil ich einen Zusammenhang zwischen den 52 Millionen Mark Landesmitteln für die Bundes(!)straße B 50 neu und den leider jetzt leeren Kassen in Bezug auf die Umgehung Wehlen herstelle. Ist das etwa so weit hergeholt? Und ist es gar in einem demokratischen Land untunlich, solche Gedanken ohne obrigkeitlichen Segen zu äußern? Und dann die Behauptung, meine Freunde (gemeint ist sicher der BUND) und ich hätten mit ihren Einwänden zu Verzögerung und Verteuerung der Umgehung Wehlen beigetragen. Das ist starker Tobak und in keiner Weise wahr. Fakt ist: Die Straßenbaubehörde selbst – in Person von Hans Gass – hat von Anfang an klar gemacht, sie werde von sich aus auf keinen Fall eine Umgehung durch das jetzige Naturschutzgebiet planen. Dagegen brauchten wir uns deshalb gar nicht erst zu wehren. Aber auch die ortsnahe Trasse ist nie auf Gegenliebe des BUND gestoßen. Noch im Planfeststellungsverfahren haben wir vielmehr für die Zwei-Brücken-Lösung plädiert. Denn trotz der vorangegangenen Sanierung der Wehlener Brücke wäre das unterm Strich möglicherweise immer noch die kostengünstigste Lösung gewesen, weil so obendrein die Zufahrt zum Kueser Gewerbegebiet von der anderen Moselseite und die Umgehung Zeltingen elegant hätten gelöst werden können. Schade, dass sich für diesen Vorschlag niemand mehr erwärmen konnte und schade, dass er nicht von Anfang an, als ihn der ehemals SPD- und damals Grüne Abgeordnete Jürgen Reuter aus Bernkastel-Kues ins Spiel brachte, auf Resonanz stieß. Galt vielleicht – wie leider so oft – das Motto: Der Vorschlag ist zwar gut, kommt aber von der falschen Partei?

Heide Weidemann
Erden


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In einer Sache einig

Zum Leserbrief "Umgehung nötig" von Günter Rösch (TV vom 21.11.2001)

Herr MdL Rösch ist "guter Dinge", dass es doch noch schnell was mit der überfälligen Umgehung Wehlen wird. Das ist schön. Ärgerlich und etwas "platt" ist, dass er in seinem Leserbrief andeutet, die Verzögerungen in der Realisierung sei von Umweltschützern (Vogelschutz, Steuobstwiesen) zu verantworten. Bestimmte behördliche Umweltauflagen (zum Beispiel Bereitstellung von Ausgleichsflächen) sind nun mal gesetzmäßig verankert, daran muss sich auch die Landesregierung halten.

Im vorliegenden Fall drängt sich allerdings schon der Verdacht auf, dass die Umgehung Wehlen als regionale Verkehrsentlastungsmaßnahme dem Prestigeprojekt "B50neu/ Hochmoselbrücke" zum Opfer fallen soll. Hätte sich die Landesregierung nämlich nicht festgelegt, die Anschubfinanzierung (mindestens rd. 50 Mio. Mark allein für die Maut-Hochmoselbrücke!) für das Bundesstraßen(!)projekt B50 neu zu berücksichtigen, so bliebe genug finanzieller Spielraum für die Umgehung Wehlen!

Das Baurecht für die Umgehung Wehlen besteht bereits, bei der B50 neu sind noch diverse Klagen anhängig: Für die Mittelverteilung im Landesstraßenprogramm muss der tatsächliche Bedarf zu Grunde gelegt werden, alles andere ist an den Bedürfnissen der Menschen vorbei geplant! In einer Sache scheinen wir uns allerdings parteiübergreifend einig zu sein: Die Umgehung Wehlen muss in das Bauprogramm 2002/2003!

Jutta Blatzheim-Roegler
Sprecherin des Kreisverbandes von Bündnis 90/ Die Grünen
Bernkastel-Andel


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Straße gefährdet Existenz

Zum Bericht über den Hochmoselübergang, "Das Gericht sieht mich wieder" ( TV vom 23.11.2001), diese Lesermeinung:

Für mich unverständlich ist die Argumentation des Oberverwaltungs-Gerichts, wonach der Betrieb des Herrn Sonnemann nicht in seiner Existenz gefährdet sein soll, nur weil er nach Einschätzung der Planungsbehörden weniger als 60 000 Mark erwirtschaftet.

Die Familie Sonnemann hat sich eine nach ihrer Lebensart offenbar ausreichende Existenz geschaffen und diese ist durch die Straße gefährdet. 60 000 Mark hin, 60 000 Mark her!

In unserem Lande leben viele Familien von Einkommen, die deutlich unter dieser 60 000 Mark-Grenze liegen, seien es Landwirte, Winzer oder Arbeitnehmer. Es hat halt nicht jeder das gute und sichere Einkommen eines Straßenplaners oder eines Richters für seine Existenz zur Verfügung.

Nikolaus Krämer
Zeltingen-Rachtig


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leserbrief-archiv.html - zuletzt geändert am 01.02.2009 - verantwortlich für den Inhalt: Georg Laska © 2009
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