





Die Fakten
- Historisches
Es handelt sich um ein Projekt aus den 1960er Jahren und sollte der Verbindung von NATO-Stützpunkten dienen (damals A60, erstmalige Erwähnung der Hochbrücke: 1960)
- Offizielle Begründungen und heutige Bedeutung
- »Fernverbindung von den Nordseehäfen ins Rhein-Main-Gebiet«
Dieser Grund ist unhaltbar; mit Hilfe heutiger Routenplaner lässt sich zeigen, dass die B50 neu mit Hochmoselübergang ein unattraktiver Umweg wäre mit einer Fahrtzeitverlängerung von bis zu 50 Minuten.
- »Anbindung des Regionalflughafens Hahn«
Die Fahrtzeit nach Wittlich würde sich um ca. 15 Minuten verkürzen. Der Flughafen hat jedoch bei weitem nicht die Bedeutung, die im immer zugesprochen wird. Er liegt weitab von jeder Großstadt.
- »Anbindung des Moseltals«
Zwei Ortschaften, Erden und Lösnich (insgesamt 812 Einwohner), hätten zwar einen unmittelbaren Erreichbarkeitsvorteil. Die direkten Anwohner würden sich zudem eine Wertminderung ihrer Inmobilien von ca. 20 - 30% durch die zusätzliche Lärm- und Abgasbelastung einhandeln. Während der Bauzeit (2010-2016) wäre mit erheblichem Baulärm und Staubaufkommen zu rechnen.
Für alle anderen Moselorte wäre die Straße ein Umweg.
- »Entlastung des Moseltals vom Durchgangsverkehr«
Für Mülheim wird eine Entlastung, für Lösnich umgekehrt eine zusätzliche Belastung um 4300 Fahrzeuge. Es handelt sich allenfalls um eine Verlagerung des Verkehrs.
- »Verbindung von Eifel und Hunsrück«
Dieser Vorteil beläuft sich auf maximal 15 Minuten Fahrtzeitverkürzung, und das nur für eine begrenzte Eifel- bzw. Hunsrückregion.
- Verkehrsbedarf
Verkehrszählungen haben ergeben, dass sich der derzeitige Querverkehr zwischen Eifel und Hunsrück in der Betroffenen Moselregion auf ca. 2000 Fahrzeuge pro Tag beläuft. Alle übrigen Verkehre im Moseltal sind Quell- und Zielverkehre.
Übertriebene Verkehrsprognosen des Landes von 25.000 Fahrzeugen pro Tag (für das Jahr 2025) wurden vom Bund kürzlich auf die Hälfte herunterkorrigiert.
- Die Kosten
Bis heute wird eine Zahl aus dem Jahre 2008 genannt: 330 Millionen Euro.
Die tatsächlichen Kosten sind der Öffentlichkeit unbekannt; Experten sprechen hinter vorgehaltener Hand bereits von einem Betrag oberhalb von 1 Milliarde Euro.
Insbesondere die Tatsache, dass die 160 Meter hohen Pfeiler an einer geologischen Bruchkante gebaut werden sollen (die denkbar ungünstigste Stelle für eine derartige Brücke), lässt eine immense Kostensteigerung erwarten.
- Folgen für den Tourismus
Die Liste der Schädigungen ist lang:
- Verschandelung des Landschaftbildes durch die überdimensionale Betonbrücke
- Durchschneidung der gesamten Moselschleife zwischen Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach
- Verwandlung des beliebten Naherholungsgebietes 'Moselsporn' in eine Mondlandschaft
- Folgen für wertvolle Weinlagen
Masssive Abgrabungen bis zu 15 Metern Tiefe gefährden den Wasserhaushalt der weltbekannten (viele sagen weltbesten) Riesling-Lagen zwischen Zeltingen und Bernkastel. Diese Frage war den Planern nicht einmal ein Gutachten wert.
- Image-Schaden für die Mosel
Landschaft und Wein - das ist das Erfolgsrezept der Moselregion. Das international kritisierte Brücken- und Schnellstraßenprojekt wird wie eine Entwertung der Region wahrgenommen.
- Armutszeugnis für unser Land
Deutschland - ein Land, das sich für Menschenrechte, Ökologie, soziale Standards und Kultur einsetzt, ist offenbar nicht in der Lage, eine der Perlen seiner Kulturlandschaften angemessen zu behandeln.
fakten.html - zuletzt geändert am 24.05.2011 - verantwortlich für den Inhalt: Georg Laska 1999-2010
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