Zitate aus den Planungsunterlagen

Zitate aus: Neubau der B 50 im Abschnitt zwischen Platten und Longkamp einschließlich des Zubringers Longkamp (bis B 50 alt bei Kommen)

Erläuterungsbericht vom 30.4.1999, Anlage 1

[Anmerkung: Hauptteil der Planunterlagen]


Inhalt


Begründungen und Vorgeschichte

"Der vorliegende Streckenabschnitt von Platten bis Longkamp ist Bestandteil einer West-Ost-Straßenachse, die den niederländischen und belgischen Raum mit dem Rhein-Main-Gebiet und darüber hinaus mit anderen Regionen in Richtung Osten und Süden verbindet." (Seite 6)

"Durch den Bau der B 50 neu werden die an der alten B 50 liegenden Gemeinden vom Durchgangsverkehr und den damit verbundenen negativen Folgen für die Bewohner nachhaltig befreit ...

... Desweiteren werden mit der A 60/B 50 die Standortnachteile in der Eifel und im Hunsrück aufgehoben ...

... Von Wichtigkeit ist dabei auch eine optimale Anbindung des Flughafens Hahn." (Seite 6)

"... bestehen Defizite in ... Ausbauzustand der regionalen Straßen, ... wie ... mangelhafter Fahrbahnzustand ..." (Seite 8)

"Die mit dem Neubau der B 50 verbundene Entlastung stellt somit einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit dar." (Seite 13)

"Die für eine Maßnahme in dieser Größenordnung erforderlichen hohen Investitionen sind aufgrund der daraus resultiernden Vorteile für den Straßennutzer in Form von Zeit- und Betriebskostenersparnis wirtschaftlich." (Seite 14)

"Mit der Entlastung der Ortszentren vom Durchgangsverkehr wird die Voraussetzung geschaffen durch Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und attraktive Straßenumgestaltung

die Qualität des Wohnumfeldes zu steigern, die Funktionsfähigkeit insgesamt zu verbessern und die Entwicklung des Fremdenverkehrs zu begünstigen." (Seite 14)

"Die Verkehrscharakteristik wird zukünftig vornehmlich bestimmt durch großräumigen Verkehr mit entsprechend hohem Güter- und Schwerverkehrsanteil." (Seite 9)

"Mit der Planung des vorliegenden Streckenabschnittes wurde im Rahmen der Bundesautobahn A 60 (früher A 47) bereits Ende 1968 begonnen." (Seite 10)

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Besonderheiten der Trasse und Verkehrsaufkommen

"Der Zubringer Erden/Lösnich hat eine Länge von ca. 3.4 km." (Seite 15)

"Am oberen Talrand, kurz vor dem Anschluß an die B 50 neu, wurde der ‚Rastplatz Moselblick‘ mit 48 PKW- und 10 LKW-Stellplätzen an den Zubringer angebunden.

Dieser Rastplatz gewährt einen Blick auf ... die besonders reizvolle Mosellandschaft im Bereich der Moselschleife Wehlen – Zeltingen – Rachtig – Ürzig." (Seite 16)

"... ergeben sich für den Prognosehorizont 2015 folgende Verkehrsbelastungen:

"Durch den Bau der Straße werden insgesamt ca. 147 ha Fläche beansprucht." (Seite 32) [Anmerkung: = 1,47 Mio. m²]

"Der Umfang der durchzuführenden Erdarbeiten beläuft sich im Planungsbereich A auf ca. 1,1 Mio m³ ... Im Planungsbereich B fallen ca. 1,5 Mio m³ Abtragmasse an." (Seite 49) [Anmerkung: das sind insgesamt ca. 500.000 Lkw-Ladungen]

" ... Aufgrund der für die Hochmoselbrücke erforderlichen relativ langen Bauzeit wird diese zuerst in Angriff zu nehmen sein ...

... Es ist mit einer Bauzeit von ca. 4 Jahren zu rechnen.

Für die Hochmoselbrücke ist eine Bauzeit von etwa 3,9 – 5,4 Jahren anzusetzen." (Seite 63)

"Vorzeitiger Grunderwerb erfolgte bereits rechts der Mosel im Rahmen von Flurberei-nigungsverfahren für die Moselbrücke (50 m-Streifen) und für Teilbereiche des Zubringers zur B 53 bei Erden/Lösnich." (Seite 63)

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Schädigung von Landschaft, Erholungswert und Tourismus

"Das Untersuchungsgebiet besitzt eine hohe Bedeutung für die Erholung. Besonders hervorzuheben ist das Moseltal mit den begleitenden Moselrandhöhen als bedeutsames Urlaubs- und Fremdenverkehrsziel. Hoch bedeutsam sind zudem das Bieberbachtal in der Wittlicher Senke sowie die Graacher Schanzen und die Eiserne Weinkarte als Erholungsziel- und Ausgangspunkt vieler Wandermöglichkeiten." (Seite 18)

"Das Gebiet ist durch zahlreiche Wanderwege und einige zugehörige Infrastruktureinrichtungen für die landschaftsgebundene Erholung erschlossen. Neben den örtlichen Wanderwegen führt der Moselhöhenweg durch das Gebiet. Eine bedeutsame Wanderwegeverbindung verläuft auf dem Höhenrücken des Moselspornes parallel zur geplanten Trasse. Als besondere Zielpunkte für Wanderer und Erholungsuchende sind die Graacher Schanzen als Kulturdenkmal und die ‚Eiserne Weinkarte‘ als Ziel- und als Knotenpunkt meherer Wanderwege zu nennen." (Seite 25)

"Insgesamt kennzeichnet eine überwiegend hohe Landschaftsbildqualität das Untersuchungsgebiet, eine sehr hohe Landschaftsbildqualität herrscht im Kautenbachsystem vor.

Von hoher Empfindlichkeit sind die weit einsehbaren landwirtschaftlichen Nutzflächen ... Erdener Berg und Rachtiger Höhe, bei Maria Zill südlich der Graacher Schanzen, sowie im Bereich der landwirtschaftlichen Nutzflächen um Longkamp." (Seite 25)

"Es ergeben sich erhebliche Konflikte, insbesondere durch die ...

... Siedlungen entlang der Mosel, wertvolle Biotope und Lebensräume sowie Erholungsräume." (Seite 28)

"Die Querung der Mosel mit einer ca. 1,7 km langen Brücke stellt einen erheblichen, nicht ausgleichbaren Eingriff in das Landschaftsbild dar. Der Charakter des Moseltales mit den typischen kleinen Weinorten wird durch dieses großdimensionierte Bauwerk verändert." (Seite 30)

"Die natürliche Erholungseignung der Moselberge, des Moselsporns und der –randhöhen für die ruhige landschaftsgebundene Erholung wird in den trassennahen Bereichen gemindert." (Seite 35)

"Neben den betriebsdingten Beeinträchtigungen der natürlichen Erholungseignung durch die Verlärmung des Moselspornes und die Beeinträchtigung der Landschaftsbildqualität sind auch Beeinträchtigungen der Erholungsinfrastruktur zu erwarten. Die Trasse greift in das bestehende Wanderwegenetz ein. Wegebeziehungen werden z.T. unterbrochen und beeinträchtigt." (Seite 39)

"Das Kulturdenkmal ‚Graacher Schanzen‘ wird durchfahren." (Seite 39)

"... beanspruchte Erholungsinfrastruktureinrichtungen werden an anderem Ort wiederhergestellt." (Seite 57)

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Schädigung der Tier- und Pflanzenwelt

"Insgesamt unterliegt das Gebiet vergleichsweise geringen Vorbelastungen und weist eine hohe bis sehr hohe Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt auf." (Seite 22)

"Der gesamte Moselhunsrückbereich und die Moselrandhöhen erweisen sich als sehr sensible Räume, was sich vor allem aus ihrer Bedeutung für gefährdete Tierarten (z.B. Wildkatze, Baummarder, Dachs, Haselhuhn) ableitet." (Seite 29)

"Insbesondere die extensiven Grünländer auf dem Moselsporn sind aufgrund ihres Artenreichtums bedeutsam." (Seite 19)

"Die in der Bundesrepublik stark gefährdete Wildkatze ist ein Indikator für ungestörte Waldbereiche ... und für unzerschnittene Lebensräume. Ihr Vorkommen in den Moselrandbergen westlich der Mosel und auf fast dem gesamten Moselsporn bis in den Hunsrück kennzeichnet die sehr hohe Bedeutung des Raumes als Tierlebensraum." (Seite 19)

"Für die vorliegenden Landschaftsräume wurden die Arten Wildkatze, Baummarder, Dachs, Iltis, Sumpfspitzmaus, Grünspecht, Gelbspötter, Sperber, Rebhuhn, Ringelnatter, Feuer-salamander,Zaun- und Mauereidechse, Tagfalter, Fledermäuse, Schafstelze, Raubwürger, Neuntöter, Mittelspecht, Schwarzspecht und Hohltaube als besonders typisch und, bedingt durch ihre landes- und bundesweite Gefährdung, als besonders schutzwürdig eingeschätzt." (Seite 22)

"Die Tierwelt erfährt insbesondere in dem störungsarmen Planungsbereich B zwischen dem ZB Erden/Lösnich und der Ortslage Longkamp erhebliche Beeinträchtigungen. Lebens-räume und Kernlebensräume der Wildkatze und des Baummarders werden beansprucht, betriebsbedingt beeinträchtigt und zerschnitten, die Bedeutung des Moselspornes für diese Arten mit ihrem hohen Raumanspruch geht weitgehend verloren." (Seite 36)

"Insgesamt ist das Untersuchungsgebiet durch das Vorkommen zahlreicher seltener und gefährdeter Arten gekennzeichnet. Dabei sind zahlreiche der genannten Indikatorarten besonders empfindlich gegenüber straßenbedingten Störungen sowie der Zerschneidung ihrer Lebensräume und durch Verkehrstod gefährdet." (Seite 22)

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Zunahme von Schadstoffen

"... führt die Versiegelung ... zu einem vollständigen Verlust von Versickerungsfläche und damit zur Verminderung der Grundwasserneubildungsrate und einem erhöhten oberflächlichen Abfluß von Niederschlagswasser." (Seite 37)

"... Teilverlust der Grundwasserneubildungsfunktion." (Seite 37)

"Belastungen für das Grundwasser ergeben sich durch das von der Straße ablaufende, mit Schadstoffen verunreinigte Niederschlags- und Tauwasser." (Seite 37)

"Auf dem Moselsporn ragt die weitere Schutzzone des Heilquellenschutzgebietes Bad Wildstein von Osten in das Untersuchungsgebiet. Innerhalb des Heilquellenschutzgebietes wird ein Wasserschutzgebiet der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach angeschnitten." (Seite 24)

"Die Belastungen des Bodens mit Schwermetallen sind ... nach ca. 50 m weitgehend abgeklungen. Durch die Langzeitwirkung und die damit verbundene Schadstoffakumulation sowie synergetische Wirkungen können Beeinträchtigungen der Vegetation und Tierwelt in einem Abstandsband von 50 –100 m hervorgerufen werden." (Seite 33)

"Der Betrieb der Straße wird allgemein zu einer Erhöhung der Schadstoffbelastung in diesem Raum führen. Insbesondere in den bislang unbelasteten Bereichen östlich des Bieberbaches bis zu den Moselhöhen und auf dem Plateau östlich der Mosel wird es zu einer Verschlechterung der Luftqualität kommen." (Seite 38)

"Der Betrieb der Straße führt zu einer Schadstoffanreicherung der Kaltluft." (Seite 38)

"Zur Reduzierung der akustischen Beeinträchtigung des Raumes und zur besseren optischen Einbindung der Straßen in Dammlagen sind im Sinne der Vermeidung Aufwallungen entlang der Straße vorgesehen." (Seite 17)

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(Zusammenstellung: Dr. H.-J. Belitz)


p_zitate.html - zuletzt geändert am 25.10.1999 - verantwortlich für den Inhalt: Thomas Braun © 1999
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