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Der strukturschwache Raum Eifel-Mosel-Hunsrück braucht dringend die B 50 neu, damit die Wirtschaft wachsen und Arbeitsplätze entstehen können.
Immer wieder wird vergessen, daß eine Autobahn keine Einbahnstraße ist. Welcher Betrieb wird schon seinen Standort in einem Raum mit größeren Standortvorteilen, wie z. B. dem Rhein-Main-Raum verlassen, um auf das Land zu ziehen? Es ist eher zu erwarten, daß Betriebe der Region in die größeren Zentren abwandern, auf der Suche nach qualifizierten Arbeitskräften.
Auch besteht nicht nur die Möglichkeit, den Moselwein mehr oder weniger besser zu exportieren, die B50 neu wird auch die Möglichkeit schaffen, noch kostengünstiger billige Importweine an die Mosel zu schaffen, zum Nachteil der heimischen Winzer!
Die Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung (das heutige Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung) in Bonn hat nachgewiesen, daß in einem von Verkehrsinfrastruktur so dicht überzogenen Land wie der Bundesrepublik Deutschland neue Verkehrswege keine neuen Impulse, sondern nur noch Wanderbewegungen der Unternehmen bewirken. Einzig und allein Unternehmen, für die Erreichbarkeit ein Rolle spielt (z.B. Speditionen) profitieren noch vom Straßenbau. Daß jedoch die gesamte A 60 / B 50 neu keine maßgeblichen Auswirkungen auf die Erreichbarkeit haben wird, belegt die Studie des Deutschen Verbandes für Angewandte Geographie von G. Herrig.
Aufmerksame Zeitungsleser werden bemerken, daß mit Neuansiedlungen von Unternehmen meist die Schließung eines Unternehmensteils an einem anderen Ort einhergeht. Dies ist auch in unserer Region schon vorgekommen.
Die aktuellen Arbeitslosenquoten von ca. 7 % in der Region liegen übrigens deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 11 %. Die Region wird vielfach als strukturschwächer und ärmer dargestellt, als sie es in Wirklichkeit ist.
Auf der neuen Straße können Touristen die Region besser erreichen. Dies wird den wichtigen Tourismus ankurbeln.
Kein Tourist wird unter einer Autobahnbrücke Urlaub machen wollen. Wer sucht sich schon seinen Urlaubsort aus nach dem Motto: »Dort ist eine Autobahn, also fahre ich dorthin.«? Es werden allenfalls Touristen auf der Durchreise einen Aufenthalt von wenigen Stunden an der Mosel verbringen und so schnell und einfach wieder verschwinden, wie sie gekommen sind.
Gespräche mit Gästen über die geplante B 50 neu und den Hochmoselübergang lösten immer Entsetzen aus. Viele Touristen kommen in die Region, weil sie Ruhe und Entspannung suchen und nicht den Straßenlärm, den sie auch zu Hause haben.